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Neues Leben. Die Bibel

Der Auftrag des Dieners Gottes

1 Hört mir zu, ihr Küstenbewohner! Merkt auf, ihr fernen Völker! Der Herr hat mich von meiner Geburt an berufen; im Mutterleib hat er mich beim Namen gerufen.
2 Er hat meinen Mund zu einem scharfen Schwert gemacht. Im Schatten seiner Hand hat er mich verborgen. Er hat mich zu einem scharfen Pfeil gemacht, den er in seinem Köcher aufbewahrt.
3 Er sagte zu mir: »Du bist mein Diener, Israel, durch dich will ich mich verherrlichen.«
4 Ich antwortete: »Aber alles, was ich tue, scheint mir nutzlos! All meine Anstrengung war umsonst und vergeblich. Doch ist es die Sache meines Herrn, meine Mühe zu verantworten. Er wird mir Gelingen schenken.«
5 Und jetzt spricht der Herr - er, der mich im Mutterleib zu seinem Diener geformt hat, dass ich Jakob zu ihm zurückführe und Israel bei ihm versammle. Für ihn bin ich wertvoll. Mein Gott ist meine Kraft.
6 Er sagte: »Es genügt nicht, dass du mein Diener bist, nur um die Stämme Israels wieder aufzurichten und Israel zur Umkehr zu führen. Ich mache dich auch zum Licht für die Völker und zur Rettung für die ganze Welt.«
7 Dies sagt der Herr, der Erlöser und Heilige Israels, zu demjenigen, der von den Menschen verachtet und von den Heiden verabscheut wird, zu dem Mann, der ein Diener von Tyrannen ist: »Könige werden es sehen und anerkennen. Fürsten werden es beobachten und sich niederwerfen, weil der Herr seine Treue erwies, indem er dich erwählte.«

Verheißung der Wiederherstellung Israels

8 Dies sagt der Herr: »Zur Zeit der Gnade habe ich dich erhört. Am Tag der Rettung habe ich dir geholfen. Ich habe dich dazu geschaffen und bestimmt, ein Bund für das Volk zu sein, das Land aufzurichten und das verödete Erbe neu zu verteilen.
9 Durch dich lasse ich allen Gefangenen sagen: `Kommt heraus!´ Und denen im Dunkeln: `Kommt hervor!´ Sie werden am Weg und auf ehemals unfruchtbaren Hügeln weiden.
10 Sie werden nicht mehr hungern und keinen Durst mehr haben. Die sengende Sonne und die heißen Wüstenwinde werden ihnen nichts anhaben. Ihr Erbarmer wird sie leiten und an frisches Wasser führen.
11 Ich werde alle meine Berge mit Straßen versehen und meine Wege ebnen.
12 Siehe, sie kommen aus weiter Ferne herbei, einige aus dem Norden und Westen und einige aus dem Land der Siniter.«
13 Jauchze, Himmel! Freue dich, Erde! Jubelt, ihr Berge! Denn der Herr hat sein Volk getröstet und sich seiner Elenden erbarmt.
14 Doch Zion sagt: »Der Herr hat mich verlassen; der Herr hat mich vergessen.«
15 »Kann eine Mutter etwa ihren Säugling vergessen? Fühlt sie etwa nicht mit dem Kind, das sie geboren hat? Selbst wenn sie es vergessen würde, vergesse ich dich nicht!
16 Sieh, ich habe dich in meine Handflächen gezeichnet. Das Bild deiner Mauern habe ich immer vor Augen.
17 Deine Erbauer eilen herbei und alle, die auf deine Zerstörung und Vernichtung aus sind, ziehen fort.
18 Sieh dich um, sie sammeln sich alle, um zu dir zurückzukommen. So wahr ich lebe«, verspricht der Herr, »wirst du sie alle wie ein Schmuckstück tragen und dir wie Brautschmuck anlegen.
19 Dein verwüstetes, verödetes und zerstörtes Land wird dir wegen der riesigen Einwohnerzahl zu eng werden und die, die dich vernichtet haben, werden weit weg sein.
20 Deine Kinder, die dir genommen worden waren, werden zu dir sagen: `Mir wird es hier zu eng, mach mir Platz, damit ich hier wohnen kann!´
21 Dann fragst du dich: `Wer hat sie mir geschenkt? Ich war doch kinderlos und unfruchtbar, verschleppt und verstoßen. Ich bin ganz allein hier zurückgeblieben. Wer hat sie aufgezogen? Woher kommen sie?´«
22 Dies sagt Gott, der Herr: »Gib Acht, ich gebe den Völkern mit meiner Hand ein Zeichen. Ich gebe den Nationen einen Fingerzeig, dass sie dir deine Söhne auf ihren Armen und deine Töchter auf ihren Schultern herbeitragen.
23 Könige werden deine Betreuer und Königinnen deine Ammen sein. Sie werden sich tief vor dir verneigen und dir den Staub von den Füßen lecken. Dann erkennst du, dass ich der Herr bin, auf den man hoffen darf ohne enttäuscht zu werden.«
24 Lässt sich ein Starker die Beute entreißen? Können ihm die Gerechten, die er im Gewahrsam hält1, entfliehen?
25 Der Herr antwortet: »Auch die Gefangenen eines Starken können ihm weggenommen werden und die Beute eines Mächtigen kann entkommen. Ich selbst werde die bekämpfen, die gegen dich streiten und ich werde deine Kinder retten.
26 Ich füttere deine Peiniger mit ihrem eigenen Fleisch. Sie sollen sich mit ihrem eigen Blut betrinken wie mit jungem Wein. Die ganze Welt wird dann erkennen, dass ich, der Herr, dein Heiland bin und dass der Mächtige Jakobs dein Erlöser ist.«
1 49,24 Gemeint sind die im Exil Lebenden des Volkes Israel.
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