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Neues Leben. Die Bibel

1 An diesem Tag«, spricht der Herr, »werden die Gebeine der Könige von Juda, die Gebeine der Oberen, die Gebeine der Priester und Propheten und auch die Gebeine der gewöhnlichen Leute Jerusalems ausgegraben werden.
2 Sie werden verstreut werden, sodass sie ausgebreitet vor der Sonne, dem Mond und den Sternen liegen. Diese Gestirne haben sie ja als Götter verehrt, geliebt und angebetet! Keiner wird die Gebeine wieder einsammeln und begraben, nein, sie sollen auf dem Acker verrotten!
3 Und die wenigen Überlebenden dieses treulosen Volkes werden lieber sterben wollen als dort leben, wohin ich sie verbannen werde. Ich, der Herr, der Allmächtige, habe gesprochen!

Der Betrug der falschen Propheten

4 Jeremia, sag dem Volk: `So spricht der Herr: Wenn Menschen hinfallen, stehen sie dann nicht wieder auf? Wenn sie einen falschen Weg eingeschlagen haben und ihren Irrtum erkennen, kehren sie dann nicht wieder um?
5 Warum also bleiben die Menschen in Jerusalem stur weiter auf dem falschen Weg und halten sich von mir fern? Sie wollen nicht umkehren!
6 Ich lausche ihren Gesprächen, und was höre ich? Keiner spricht die Wahrheit. Es gibt auch keinen, der seine bösen Taten bereut, sodass er sagt: »O nein, was habe ich nur Schreckliches getan?« Nein, jeder jagt auf dem Weg der Sünde entlang, eilends, wie ein Pferd, das in die Schlacht stürmt!
7 Der Storch weiß, wann er aufbrechen muss, ebenso Taube, Kranich und Schwalbe1. Sie alle kehren jedes Jahr zur rechten Zeit zurück. Aber mein Volk weiß nicht einmal, was ich ihnen geboten habe!
8 Wie könnt ihr nur sagen: »Wir sind so klug, wir besitzen doch die Gesetze des Herrn«? Das, worauf ihr euch beruft, ist doch von euren Lehrern vollständig verfälscht worden!
9 Eure Weisen werden beschämt und verwirrt dastehen, sie werden sich in ihrer Weisheit widerlegt sehen. Wie können sie auf den Gedanken kommen, dass sie weise sind, wenn sie doch das Wort des Herrn verworfen haben?
10 Deshalb werde ich eure Frauen anderen Männern überlassen, und Fremde sollen euer Land besitzen. Ihr alle, vom Kleinsten bis zum Größten, giert doch danach, euch zu bereichern. Selbst die Priester und Propheten lügen und betrügen,
11 indem sie die tödliche Wunde meines Volkes verharmlosen. Sie trösten euch, indem sie behaupten, dass euch Heil und Frieden erwarten, wo es doch kein Heil gibt.
12 Schämen müssen sie sich, denn ihre Taten sind widerlich. Aber sie können sich noch nicht einmal richtig schämen, sie erröten nicht einmal! Wenn aber der Tag kommt, an dem ich alle zur Rechenschaft ziehe, werden sie fallen´«, spricht der Herr.
13 »Sie sind wie ein schlechter Weinstock oder ein fauler Feigenbaum: Ich finde keine Früchte an ihnen und ihre Blätter sind verwelkt. Deshalb werde ich Leute bestellen, die die wertlosen Gehölze fortschaffen. Ich, der Herr, habe gesprochen!
14 Dann wird das Volk sagen: `Warum sollen wir hier herumsitzen, bis wir sterben? Lasst uns in die befestigten Städte gehen, um dort zu sterben. Umkommen werden wir auf jeden Fall, weil der Herr, unser Gott, unsere Vernichtung bereits beschlossen hat. Weil wir uns falsch gegen ihn verhalten haben, hat er uns Gift zu trinken gegeben.
15 Warum haben wir auf Frieden gehofft? Es kam doch nichts Gutes auf uns zu! Warum haben wir auf eine Zeit der Heilung gehofft? Wir haben doch nur Entsetzen gefunden!
16 Unsere Feinde haben bereits die Stadt Dan erreicht. Von dort ist das Schnauben der Schlachtrösser unserer Feinde zu hören. Das ganze Land bebt schon von dem Wiehern der Pferde. Das feindliche Heer kommt heran, und es wird das Land und alles, was darin wohnt, verschlingen - Städte und Menschen.´
17 Ich lasse Giftschlangen gegen euch los, die ihr nicht beschwören könnt«, spricht der Herr, »die sollen euch beißen.«

Jeremia weint um das sündige Juda

18 Ich bin untröstlich; mir bricht das Herz.
19 Hör doch: Laut ist das Weinen meines Volkes aus einem weit entfernten Land zu hören. »Hat der Herr Jerusalem verlassen?«, fragen die Menschen. »Regiert der König nicht mehr in der Stadt?« - »Warum nur haben sie mit ihren geschnitzten Götzenbildern und ihren wertlosen Göttern meinen Zorn herausgefordert?«, spricht der Herr.
20 »Die Ernte ist eingebracht, der Sommer ist vorüber«, klagen die Menschen, »aber wir wurden nicht gerettet!«
21 Ich bin am Boden zerstört, weil ich den Zusammenbruch meines Volkes mit ansehen muss. Trauer erfüllt mich, ich bin starr vor Entsetzen.
22 Kann man denn in Gilead keine Salben mehr finden? Gibt es keinen Arzt mehr im Land? Warum konnten die Wunden meines Volkes nicht geheilt werden?
23 Wären meine Augen doch Tränenquellen! Ich würde Tag und Nacht die Toten meines Volkes beweinen.
1 8,7 Die Identifizierung einiger dieser Tiere ist unsicher.
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