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Neues Leben. Die Bibel

1 So spricht der Herr: »Ich werde einen zerstörerischen Orkan über Babel und die Einwohner Babels1 hinweg toben lassen.
2 Danach sende ich Fremde zu ihnen: Diese werden das Land leeren, indem sie die Menschen verjagen, so wie der Wind die Spreu verweht. An dem Tag, an dem ich das Unheil über Babel bringen werde, werde ich es von allen Seiten angreifen:
3 Seine Bogenschützen werden keine Zeit mehr haben, ihre Sehnen zu spannen; keiner wird mehr seine Rüstung anlegen können. Niemand soll verschont werden! Nehmt keine Rücksicht auf die jungen Männer: Vernichtet vollständig ihr gesamtes Heer2!
4 Überall im Land der Babylonier sollen die vom Schwert Erschlagenen liegen, und auf allen ihren Straßen findet man schwer Verwundete.
5 Denn der Herr, der Allmächtige, hat sich nicht von Israel und Juda losgesagt, obwohl ihr Land durch eine schwere Schuld belastet ist. Denn sie haben sich gegen den heiligen Gott Israels versündigt.«
6 Flieht aus dem Herrschaftsbereich Babels! Seht zu, dass jeder sein eigenes Leben rettet, damit ihr nicht wegen Babels Sünden in das Verderben mit hineingezogen werdet! Es ist die Zeit der Rache des Herrn: Er wird sie für ihre Taten bestrafen.
7 Babel war wie ein goldener Kelch in der Hand des Herrn, ein Kelch, der die ganze Erde betrunken machte. Alle Völker mussten aus ihm trinken; darüber haben sie den Verstand verloren und haben sich völlig verrückt verhalten.
8 Doch plötzlich ist Babel zu Boden gestürzt und liegt zerschmettert da: »Weint um Babel, holt Salbe für seine offenen Wunden. Vielleicht ist es ja noch zu retten!« -
9 »Wir versuchten alles, was in unserer Macht stand, um Babel zu heilen. Aber es war nichts mehr zu machen. Gebt auf, überlasst es seinem Schicksal. Kommt, wir ziehen wieder zurück in unsere Heimat. Die Strafe, die Babel trifft, ist unermesslich und grausam.« -
10 »Der Herr selbst hat sich unserer Sache angenommen und uns zum Recht verholfen. Kommt mit uns nach Jerusalem3, damit wir dort erzählen, was der Herr, unser Gott, getan hat.«
11 Spitzt die Pfeile an! Ergreift die Schilde! Denn der Herr hat die Könige von Medien veranlasst, Babel anzugreifen. Er hat die feste Absicht, es zu vernichten. Das ist seine Rache dafür, dass sie seinen Tempel entweiht haben.
12 Ergreift die Fahnen und eröffnet den Feldzug gegen Babel! Verschärft die Belagerung, stellt überall Posten auf und bereitet Hinterhalte! Denn der Herr führt alles genau so durch, wie er es sich vorgenommen und den Babyloniern angedroht hat.
13 Du bist eine reiche Stadt, gegründet an den Ufern großer Flüsse, und besitzt großen Reichtum. Dennoch ist dein Ende nah, deine Zeit ist abgelaufen.
14 Der Herr, der Allmächtige, hat bei seinem eigenen Namen geschworen: »Ich hatte deine Städte reich gefüllt mit Menschen, sodass sie einem Heuschreckenschwarm glichen. Dennoch wird man dich erobern und das Siegeslied über dich anstimmen.«

Ein Loblied für den Herrn

15 Er schuf die Welt durch seine Kraft. Er hat das Fundament der Erde in seiner Weisheit fest gegründet und hat mit überlegenem Verständnis den Himmel über ihr aufgespannt.
16 Beim Lärm des Donners lässt er Wassermassen vom Himmel herabstürzen. Er treibt die Wolken vom Ende der Erde heran und lässt im Regen Blitze herabfahren. Den Sturmwind befreit er aus seinen Kammern.
17 Jeder Mensch, der Zeuge dieser Naturgewalten wird, bleibt erschrocken stehen. Er wird Gottes große Weisheit nie begreifen können. Dann schämt sich jeder Goldschmied seines Kunstwerks: Sein Götze, den er gemacht hat, ist eine Lüge, es ist kein Hauch von Leben in ihm.
18 Diese Götzenbilder sind wertloser Plunder, lächerliche Dinge! Wenn Gott das Urteil spricht, ist es aus mit diesen Göttern.
19 Aber der Gott Israels4 ist kein Götze wie sie! Er ist es, der den ganzen Weltraum geschaffen hat. Und Israel ist sein besonderes Eigentum. »Herr, der Allmächtige« ist sein Name.

Babels große Strafe

20 »Du bist mein Hammer und meine Streitaxt gewesen«, spricht der Herr. »Mit dir habe ich Völker zerschlagen und Königreiche zertrümmert.
21 Mit dir habe ich Pferde, Reiter und Streitwagen mitsamt ihren Wagenlenkern zermalmt.
22 Mit dir zerschmetterte ich Männer und Frauen, vernichtete ich Alte und Kinder, zerschlug ich Jünglinge und Jungfrauen.
23 Mit dir zerschmetterte ich Hirten und ihre Herden, zermalmte ich Bauern mitsamt ihren Ochsengespannen und zerquetschte Statthalter und Vögte.
24 Aber jetzt will ich Babel und die Einwohner Babels bestrafen für all das Unrecht, das sie Jerusalem angetan haben«, spricht der Herr. »Und ihr Israeliten sollt es mit eigenen Augen sehen können.
25 Babel, du bist ein mächtiger Berg, der Zerstörung bringt, du hast Vernichtung über die ganze Erde gebracht. Aber ich greife dich jetzt an«, spricht der Herr. »Ich erhebe meine Faust gegen dich und stoße dich von dem Felsgipfel herab. Ich mache dich zu einem ausgebrannten Vulkan,
26 dass du zu nichts mehr zu gebrauchen sein wirst: Aus dir wird man keine Ecksteine noch Steine fürs Fundament mehr hauen können«, spricht der Herr.
27 Verankert euer Kriegsbanner in der Erde, blast die Posaunen mitten unter den Völkern als Zeichen zum Angriff! Rüstet die Völker zum Kampf gegen Babel! Sammelt die Heere von Ararat, Minni und Aschkenas, damit sie gegen Babel ausziehen! Ernennt einen Anführer, der die Heere gegen Babel führt. Eure Reiterei soll es wie ein Schwarm von borstigen Heuschrecken bedecken!
28 Armeen aller Länder sollen sich für den Kampf bereit machen, die Heere der Könige von Medien, ihre Generäle und Landpfleger sollen Babel angreifen.
29 Dann wird die Erde zittern und beben, denn der Herr führt die Pläne, die er gegen Babel gefasst hat, aus. Er wird Babel zu einer Wüste machen, in der keiner mehr wohnt.
30 Die größten Helden unter den babylonischen Soldaten fürchten sich in den Krieg zu ziehen, ängstlich verstecken sie sich in ihren Bergfestungen. Sie haben gar keinen Mut mehr, sie sind schwach geworden wie Frauen. Ihre Häuser in der Stadt wurden schon von den Feinden niedergebrannt.
31 Von überallher laufen Boten zum König und bringen ihm die Nachricht, dass Babel von allen Seiten eingenommen wurde.
32 Die Furten des Euphrats, die einzigen Fluchtwege, sind vom Feind besetzt. Die Verteidigungsanlagen brennen, das Heer löst sich unweigerlich auf.
33 Denn der Herr, der Allmächtige, der Gott Israels, spricht: »Babel ist wie eine Tenne, die gerade festgestampft wird: Es dauert nicht mehr lange, dann kommt für Babel die Erntezeit.«
34 »König Nebukadnezar von Babel hat uns gefressen und vernichtet. Er hat unser Land von Menschen geleert, so wie man ein Gefäß auskippt. Er hat uns verschlungen wie ein großes Ungeheuer, hat sich mit uns den Bauch voll geschlagen und uns brutal aus unserer geliebten Heimat vertrieben.
35 Babel soll für seine Gewalttätigkeit uns gegenüber bestraft werden. Es soll genauso bluten wie wir«, klagen die Einwohner Jerusalems. Und Jerusalem fordert: »Die Bewohner Babels sollen für alles zur Rechenschaft gezogen werden, was sie uns angetan haben.«

Die Rache des Herrn an Babel

36 Der Herr spricht: »Du darfst es sicher wissen, dass ich selbst dafür sorgen werde, dass das Unrecht, das an dir begangen wurde, gerächt wird. Den Euphrat, von dem Babels Wohlergehen abhängt, will ich trocken legen, seine Brunnen will ich versiegen lassen.
37 Babel soll ein einziger Trümmerhaufen werden - kein Mensch wird mehr darin wohnen, einzig Schakale sollen noch dort hausen. Es soll zum Sinnbild des Entsetzens werden und ein Anlass sein zu Hohn und Spott.
38 Jetzt gebärden sich die Einwohner Babels noch wie wild: Gleich jungen Löwen brüllen sie, sie knurren drohend wie kleine Löwenkätzchen.
39 Ja, wenn ihnen vor Gier das Wasser im Mund zusammenläuft, werde ich selbst für sie ein Gelage ausrichten. Ich will sie so betrunken machen, dass sie sich nicht mehr auf den Beinen halten können, dass sie torkeln, hinfallen und vom Schlaf übermannt werden. Aber aus diesem Schlaf sollen sie nicht mehr erwachen«, spricht der Herr.
40 »Ich will sie zur Schlachtbank führen wie die Lämmer oder wie die Widder und Ziegen.
41 Die Stadt Babel5 ist erobert und gefallen - dabei war sie doch überall auf der Erde hoch gerühmt! Babels Schicksal hat alle Völker erschüttert: Sie sind entsetzt.
42 Das Meer ist gestiegen und hat Babel überflutet; seine Wassermassen sind über Babel hereingebrochen.
43 Die Städte liegen in Trümmern: Nichts ist geblieben als eine trostlose Wüste, eine Steppe, ein menschenleeres Stück Land. Selbst die Reisenden vermeiden es, durch dieses Land zu ziehen.
44 Auch an Bel, dem Gott Babels, will ich das Urteil vollstrecken. Ich will ihm aus seinem Rachen entreißen, was er verschlungen hatte. Die Völker werden nicht mehr kommen um ihn anzubeten. Die Mauern von Babel sind gefallen.

Eine Botschaft für die Gefangenen

45 Flieh aus Babel, mein Volk! Bringt euch in Sicherheit, damit ihr nicht vom glühenden Zorn des Herrn vernichtet werdet!
46 Aber lasst euch nicht Angst einjagen und erschreckt nicht, wenn euch Gerüchte zu Ohren kommen. Ja, sie gehen überall im Land um. Ihr werdet mal dies hören und dann wieder etwas anderes. Es wird eine Zeit sein, in der Gewalttätigkeit herrscht, in der immer ein Herrscher versuchen wird, dem anderen seine Macht streitig zu machen.
47 Aber ihr sollt mit Sicherheit wissen: Die Zeit kommt, in der ich das Strafgericht über diese Stadt und ihre Götzen hereinbrechen lasse. Dann vergeht der Ruhm Babels - es soll vollständig übersät sein mit den Leichen seiner Einwohner.
48 Himmel und Erde und alles, was in ihnen wohnt, jubeln laut, denn von Norden her fallen Völker ins Land ein, um es zu zerstören«, spricht der Herr.
49 »Babel muss zerstört werden, weil wegen ihm das Volk Israel und viele andere Völker auf der ganzen Welt vernichtet worden sind.
50 Auf, ihr Israeliten, die ihr dem Schwert Babels entkommen seid: Flieht, bleibt ja nicht hier! Vergesst den Herrn nicht, auch wenn ihr in einem Land fern der Heimat lebt. Erinnert euch immer daran, dass eure Heimat in Jerusalem ist.« -
51 »Wir wurden fürchterlich beschämt«, sagen die Menschen. »Alle Menschen haben uns verhöhnt. Wir sind vor Scham fast im Boden versunken: Fremde kamen und sind über die Heiligtümer im Tempel unseres Herrn hergefallen.«
52 Aber der Herr spricht: »Die Zeit wird mit Sicherheit kommen, in der an Babels Götzen das Strafgericht vollzogen wird. Dann wird man das Stöhnen der Verwundeten im ganzen Land hören.
53 Selbst wenn Babel bis zum Himmel reichte und seine Stärke unermesslich wäre - dennoch würde es zerstört werden. Ich selbst würde die Feinde über es kommen lassen!«, spricht der Herr.

Babels Untergang

54 Hört doch! Aus Babel ertönt ein großes Geschrei, der Lärm der Zerstörung steigt aus dem Land der Babylonier auf.
55 Der Herr selbst zerstört Babel und bringt dessen herrscherisches Geschrei zum Verstummen. Die Feinde tosen heran wie gewaltige Meereswellen: Überall erschallt lautes Kriegsgeschrei.
56 Plündernde Heere brechen über Babel herein: Seine Soldaten werden gefangen genommen, die Waffen in ihren Händen sind zerbrochen. Denn der Herr ist ein Gott, der Rache übt, und Babel erhält mit Sicherheit das, was es verdient.
57 Der König, dessen Name der Herr, der Allmächtige, ist, spricht: »Ich mache seine Fürsten, Weisen, Herrscher, Hauptleute und Soldaten furchtbar betrunken. Sie sollen in einen tiefen Schlaf fallen, aus dem sie nie wieder erwachen werden.«
58 Folgendes kündigt euch der Herr, der Allmächtige, an: »Die Mauern Babels, so gewaltig sie auch sind, sollen bis auf den Grund niedergerissen werden. Seine Tore, so mächtig sie auch in den Himmel ragen, sollen niedergebrannt werden. Das Wort trifft auch hier zu6: Die Völker mühen sich für Feuer und müssen sich wegen unnützer Dinge plagen - es hat alles keinen Bestand.«

Jeremias Botschaft erreicht Babel

59 Im vierten Jahr seiner Herrschaft7 reiste König Zedekia nach Babel. Jeremia gab Seraja, der ein Sohn Nerijas und Enkel Machsejas war und Zedekia als Adjutant begleitete, eine Botschaft mit auf den Weg.
60 Jeremia hatte alles Unheil, was über Babel hereinbrechen sollte - nämlich alle die Worte, die auch in diesem Buch festgehalten sind - auf eine einzige Schriftrolle geschrieben.
61 Dann ermahnte er Seraja: »Lies das, was ich dir hier aufgeschrieben habe, laut vor, wenn du in Babel angekommen bist.
62 Und dann bete öffentlich und sag: `Herr, du selbst hast Babel die vollständige Vernichtung angedroht. Du sagtest, dass diese Stadt für alle Zeiten zu einer Wüste werden wird und dass weder Mensch noch Tier in ihren Mauern wohnen werden.´
63 Wenn du dann die Schriftrolle bis zum Ende vorgelesen hast, binde einen Stein daran und wirf sie mitten in den Euphrat.
64 Dabei rufe laut aus: `So soll auch Babel versinken! Und es wird nie wieder auftauchen. Denn ich bringe großes Unheil über das Land.´« Damit enden Jeremias Botschaften.
1 51,1 Hebr. Leb-kamai, ein Codename für Babel.
2 51,3 Hebr. und vollstreckt den Bann. Mit dem hier gebrauchten hebr. Terminus ist die vollständige Übergabe von Dingen, Tieren oder Menschen an den Herrn gemeint, indem diese entweder vernichtet oder als Opfer dargebracht werden.
3 51,10 Hebr. Zion; so auch in 51,24.35.
4 51,19 Hebr. der Teil Jakobs.
5 51,41 Hebr. Scheschach, ein anderer Name für Babel.
6 51,58 Vgl. Habakuk 2,13.
7 51,59 Das vierte Jahr von Zedekias Herrschaft war das Jahr 593 v. Chr.
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