Hilfe

Neues Leben. Die Bibel

Die Klage des Herrn gegen Israel

1 Hört das Wort des Herrn, ihr Israeliten! Der Herr führt einen Rechtsstreit mit den Bewohnern des Landes. Er wirft euch vor: »In eurem Land gibt es keine Treue, keine Mitmenschlichkeit und auch keine Gotteserkenntnis.
2 Ihr flucht und lügt, mordet, stehlt und brecht die Ehe. Eine Bluttat reiht sich an die andere.
3 Das ist die Ursache dafür, dass in eurem Land nichts mehr wächst. Das ganze Land trauert, und alles, was darin lebt, wird krank. Selbst die Tiere, Vögel und Fische verenden.
4 Ihr sollt aber niemanden verklagen; versucht auch nicht, anderen die Schuld zu geben. Ihr Priester seid es, die ich anklage!1
5 Am hellen Tag sollt ihr zu Fall kommen, und die ganze Priesterschaft soll in der Nacht stürzen. Eure Mutter2 aber soll umkommen.
6 Mein Volk stirbt aus Mangel an Erkenntnis. Ihr Priester weigert euch mich zu kennen, deshalb will ich euch auch nicht mehr kennen. Weil ihr das Gesetz eures Gottes vergessen habt, will ich auch eure Kinder vergessen. Ihr dürft nicht mehr meine Diener sein!
7 Je mehr Priester es wurden, desto abscheulicher wurde ihr Verhalten mir gegenüber. Sie tauschen die Ehre Gottes gegen die Schande von Götzen ein3.
8 Die Priester gieren nach Sündopfern, weil sie sich mit ihnen den Bauch voll schlagen.
9 Darum soll es den Priestern genauso gehen wie dem Volk: Ich will sie für ihren Lebenswandel richten und sie sollen die gerechte Strafe für ihre bösen Taten bekommen.
10 Obwohl sie essen, werden sie nicht satt; obwohl sie sich mit vielen Männern einlassen, bekommen sie keine Kinder. Denn sie fragen nicht mehr nach dem Herrn. Stattdessen beten sie lieber andere Götter an.
11 Alkohol und Prostitution haben mein Volk um den Verstand gebracht.
12 Die Menschen fragen ein Stück Holz, was sie tun sollen! Sie glauben, dass ein Stock ihnen die Zukunft vorhersagen könnte! Der Geist der Hurerei hält sie zum Narren. Sie huren herum und wenden sich von Gott ab.
13 Überall auf den Bergen opfern sie irgendwelchen Götzen. Sie steigen in die Hügel hinauf, um dort, im kühlen Schatten von Eichen, Pappeln und anderen Bäumen ihre Rauchopfer zu verbrennen. Deshalb werden eure Töchter zu Prostituierten, deshalb brechen eure Schwiegertöchter die Ehe.
14 Aber ich will eure Töchter und Schwiegertöchter für ihre Prostitution und den Ehebruch nicht zur Rechenschaft ziehen. Gerade die Priester leben es ja vor: Sie lassen sich mit Prostituierten ein und feiern Opferrituale mit den Tempeldirnen. So kommt das uneinsichtige Volk zu Fall.
15 Israel treibt Götzenkult. Aber deshalb muss doch Juda nicht auch noch damit anfangen. Juda, wandere nicht nach Gilgal hinauf und geh nicht in die Heiligtümer von Bet-Awen4. Schwör auch nicht scheinheilig: `So wahr der Herr lebt!´
16 Israel gebärdet sich störrisch wie eine widerspenstige Kuh. Warum sollte der Herr sie auf einer weiten Wiese weiden lassen wie ein friedliches Lamm?
17 Ephraim hat sich mit fremden Göttern eingelassen. Lasst ihnen doch ihr Vergnügen!
18 Wenn sie ihr Saufgelage beendet haben, treiben sie sich mit Huren herum. Ihr Hang zur Schande ist größer als ihre Liebe zur Ehre5.
19 Sie sollen vom Wind weggefegt werden, sodass sie mitsamt ihren Altären zugrunde gehen.«
1 4,4 Hebr. Euer Volk ist wie die, die die Priester verklagen.
2 4,5 D.h. Das ganze Volk Israel.
3 4,7 So in der syr. Version und in der althebr. Überlieferung; im masoretischen Text steht ich werde eintauschen.
4 4,15 Bet-Awen bedeutet ?Haus der Bosheit?; es ist eine Namensvariante für Bethel, ?Haus Gottes?.
5 4,18 So in der griech. Version; die Bedeutung im Hebr. ist unklar.
© 2018 ERF Medien