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Neues Leben. Die Bibel

Elifas' erste Antwort an Hiob

1 Da antwortete Elifas aus Teman:
2 »Wirst du mir geduldig zuhören, wenn ich es wage, ein Wort an dich zu richten? Denn ich kann nicht länger schweigen.1
3 Früher hast du vielen Menschen Mut gemacht; du hast die gestärkt, deren Hände kraftlos wurden.
4 Wer ins Stolpern geriet, den richteten deine Worte auf, und wer beinahe in die Knie ging, fand bei dir Halt.
5 Doch kaum bricht das Unglück über dich herein, verlierst du den Mut, trifft es dich selbst, bist du entsetzt.
6 Macht es dich nicht zuversichtlich, dass du Gott stets gefürchtet hast? Erfüllt es dich nicht mit Hoffnung, dass dein Lebenswandel immer untadelig war?
7 Denk einmal darüber nach: Kann denn der Schuldlose zugrunde gehen? Wann wurde der Aufrichtige je vernichtet?
8 Aus Erfahrung weiß ich: Wer Unheil plant und Böses sät, der wird auch Unheil und Böses ernten.
9 Gott vernichtet solche Menschen mit einem Hauch aus seinem Mund. Sie verschwinden im Auflodern seines Zorns.
10 Wenn sie auch wie die Löwen brüllen und wie die Junglöwen knurren, müssen sie doch verstummen und können nichts mehr ausrichten.
11 Sie gehen zugrunde wie ein Löwe ohne Beute und ihre Kinder werden zerstreut wie die Jungen der Löwin.2
12 Eine Botschaft hat mich im Geheimen erreicht, sie wurde mir ins Ohr geflüstert.
13 Sie kam in einer nächtlichen Vision, die meine Gedanken bewegte, als die anderen in tiefem Schlaf lagen.
14 Furcht packte mich, ich zitterte und bebte vor Schreck.
15 Ein Geist3 streifte an meinem Gesicht vorbei, sodass mir die Haare zu Berge standen.
16 Er stand vor mir, doch ich konnte ihn nicht erkennen. Vor meinen Augen erschien eine Gestalt, und eine Stimme wisperte:
17 `Kann denn ein Sterblicher gerechter sein als Gott? Kann denn ein Mensch reiner sein als sein Schöpfer?´
18 Wenn Gott nicht einmal seinen Engeln vertraut und ihnen ihre Fehler vorhält,
19 wie viel weniger wird er denen vertrauen, die in Lehmhäusern wohnen! Ihr Stoff ist der Staub, und sie werden zerdrückt wie die Motten.
20 Am Morgen leben sie und am Abend sind sie tot4; sie gehen dahin, ohne eine Spur zu hinterlassen.
21 Ist es nicht so? Wenn ihr Zelt abgebrochen wird, dann sterben sie und wissen nicht, wie ihnen geschieht.
1 4,2 Hebr. Doch wer könnte seine Worte zurückhalten?
2 4,10-11 Hebr. Das Brüllen des Löwen und das Knurren des Junglöwen (sind verstummt), und die Zahnreihen des Junglöwen sind ausgeschlagen. Der Löwe verendet aus Mangel an Beute und die Söhne der Löwin zerstreuen sich.
3 4,15 O. ein Hauch.
4 4,20 Hebr. Vom Morgen bis zum Abend werden sie zerschlagen.
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