Schließen
BibleServer ist ein auf Spenden basiertes Projekt von ERF Medien. Bereits mit 25 € unterstützen Sie den Fortbestand dieser Website.
Jetzt spenden
Hilfe

Neues Leben. Die Bibel

Elihu klagt Hiob des Hochmuts an

1 Elihu fuhr fort:
2 »Ihr Weisen, hört mir zu! Ihr Kundigen, schenkt mir Gehör.
3 Denn: `So wie der Mund gute Speisen erkennt, so prüft das Ohr die Worte, die es hört.´
4 Lasst uns also herausfinden, was richtig ist, und gemeinsam erforschen, was gut ist.
5 Denn Hiob hat gesagt: `Ich bin unschuldig, aber Gott hat mir mein Recht genommen.
6 Soll ich lügen, obwohl ich im Recht bin? Sein Pfeil1 hat mich unheilbar verwundet, obwohl ich unschuldig bin.´
7 Wo ist ein Mann wie Hiob, für den es normal ist, gegen Gott zu lästern2?
8 Er schlägt sich auf die Seite der Lumpen und hält es mit den Bösewichten.
9 Ja, er hat sogar gesagt: `Ein Mensch hat nichts davon, wenn er sich bemüht, Gott zu gefallen3
10 Hört auf mich, ihr seid doch Männer mit Verstand! Gott mit den Bösen gleichzusetzen und dem Allmächtigen Unrecht vorzuwerfen, das ist unhaltbar4!
11 Er gibt jedem Menschen das, was er für seine Taten verdient hat. So wie jeder sein Leben führt, lässt Gott es ihm ergehen.
12 Die Wahrheit ist: Gott handelt nicht gottlos. Der Allmächtige verdreht das Recht nicht.
13 Wer hat ihm die Erde anvertraut? Wer hat die Welt an ihren Platz gestellt?
14 Wenn er nur an sich selbst denken und seinen Geist und seinen Lebenshauch wieder zu sich zurückziehen würde,
15 würde alles Leben erlöschen und die Menschheit würde wieder zu Staub werden.
16 Wenn du also Verstand hast, hör gut zu und achte genau auf das, was ich sage.
17 Kann einer regieren, der das Recht verachtet? Willst du Gott, den Gerechten, den Gewaltigen, für schuldig erklären,
18 ihn, der zum König sagt: `Nichtsnutz´, und zum Edelmann: `Du bist im Unrecht.´?
19 Er ergreift nicht Partei für den Vornehmen, er bevorzugt den Reichen nicht gegenüber dem Armen. Sie alle sind durch ihn geschaffen
20 und sie sterben im Nu. Mitten in der Nacht werden sie niedergeworfen und gehen zugrunde. Machthaber werden beseitigt, jedoch nicht von Menschenhand.
21 Denn seine Augen wachen über die Wege des Menschen, er sieht alle seine Schritte.
22 Es gibt keine Dunkelheit, und wäre sie auch noch so finster, in der sich der Übeltäter vor Gott verstecken könnte.
23 Gott muss den Menschen nicht erst lange beobachten, bevor er ihn vor sein Gericht zieht.
24 Er lässt die Mächtigen untergehen, ohne ihren Fall vorher zu untersuchen, und stellt andere an ihren Platz.
25 Somit kennt er ihre Taten und stürzt sie über Nacht, sodass sie vernichtet werden.
26 Wie die Übeltäter werden sie auf dem Marktplatz öffentlich gezüchtigt,
27 weil sie sich von ihm abgewandt und all seine Wege missachtet haben.
28 Darum dringt der Schrei des Armen bis zu ihm und er hört den Hilferuf des Geringen.
29 Und wenn er nichts tut, wer darf ihm das vorwerfen?5 Und wenn er sein Gesicht nicht zeigt, wer kann ihn erkennen? - Und das gilt für ein ganzes Volk genauso wie für einen einzelnen Menschen.
30 Er verhindert, dass die Gottlosen und Volksverderber an die Macht kommen.
31 Oder soll Gott sagen: `Ich habe mir zu viel angemaßt, aber ich will nicht mehr verkehrt handeln.
32 Erkläre du mir, was ich nicht verstehe. Wenn ich etwas Unrechtes getan habe, will ich es nicht wieder tun.´?
33 Soll Gott etwa so mit den Menschen umgehen, wie es deiner Vorstellung entspricht6, weil du unzufrieden bist? Soll er dich an seiner Stelle entscheiden lassen? Dann sag, was du weißt!
34 Jeder, der Verstand hat und jeder Weise, der mir zuhört, wird mir bestätigen:
35 `Hiob redet ohne Erkenntnis und seinen Worten fehlt die Einsicht.´
36 Oh, wegen seiner boshaften Antworten sollte Hiob bis aufs Äußerste geprüft werden!
37 Denn nun hat er seiner Sünde noch ein Vergehen hinzugefügt: Er schlägt in unserer Mitte unwillig die Hände zusammen und macht viele Worte gegen Gott.«
1 34,6 Hebr. mein Pfeil, d.h., der Pfeil, den ich von ihm erhalten habe.
2 34,7 Hebr. der Lästerung wie Wasser trinkt.
3 34,9 Hebr. im Wohlgefallen an Gott zu sein o. in Gott zufrieden zu sein.
4 34,10 Hebr. es liegt fern.
5 34,29 Hebr. Wenn er sich ruhig verhält, wer würde ihn verurteilen?
6 34,33 Hebr. soll er es etwa in deinem Sinn vergelten.
© 2018 ERF Medien