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Neues Leben. Die Bibel

Hiobs neunte Rede: Seine Antwort an Bildad

1 Da sagte Hiob:
2 »Wie hast du dem Hilflosen geholfen! Wie hast du den Arm des Kraftlosen gestützt!
3 Wie gut hast du dich meiner Dummheit angenommen! Wie viele Ratschläge hast du mir doch erteilt!
4 Wem sagst du eigentlich all diese Dinge? Wessen Geist spricht aus dir?
5 Die Toten zittern an ihrem Wohnort unter den Wasserfluten.
6 Die Unterwelt1 liegt entblößt vor Gott da und keine Hülle bedeckt den Abgrund.
7 Gott spannt den nördlichen Himmel2 über den leeren Raum und hängt die Erde am Nichts auf.
8 Er bindet den Regen in seine Wolken ein, ohne dass sie unter seinem Gewicht zerplatzen.
9 Er umgibt seinen Thron mit Wolken, sodass man keinen Blick darauf werfen kann.
10 Den Horizont hat er im Bogen über dem Meer ausgebreitet, er bildet die Grenze zwischen Licht und Finsternis.3
11 Das Fundament des Himmels bebt und erstarrt, wenn es ihn drohen hört.
12 Durch seine Macht beruhigt er das Meer und durch seine Weisheit hat er das große Seeungeheuer4 zerschmettert.
13 Durch seinen Geist heitert sich der Himmel auf, und seine Hand hat die fliehende Schlange durchbohrt.
14 Und dies sind nur einige seiner geringeren Werke, es ist nur ein Flüstern seines schöpferischen Wortes. Wer könnte den Donner seiner großen Machttaten verstehen?«
1 26,6 Hebr. Scheol.
2 26,7 Hebr. den Norden.
3 26,10 Hebr. Eine Grenze zieht er rund um die Wasserfläche, bis zum Äußersten des Lichtes mit der Finsternis.
4 26,12 Hebr. Rahab, ein mythologisches Seeungeheuer; in der Literatur der Antike ein Bild für das Chaos.
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