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Neues Leben. Die Bibel

Hiobs sechste Rede: Seine Antwort an Bildad

1 Da antwortete Hiob:
2 »Wie lange wollt ihr mich noch quälen und mit euren Worten auf mich einschlagen?
3 Zehn Mal habt ihr mich nun beschimpft. Ihr misshandelt mich ohne euch zu schämen.
4 Und selbst wenn ich gesündigt hätte, wäre das allein meine Sache.
5 Wenn ihr wirklich über mich triumphieren wollt, dann legt mir dar, wofür ich mich schämen soll.
6 Ihr müsst doch sehen, dass Gott mir Unrecht tut! Er hat sein Netz rings um mich ausgeworfen.
7 Schreie ich: `Gewalttat´, antwortet mir niemand. Rufe ich um Hilfe, finde ich keine Gerechtigkeit.
8 Gott hat meinen Weg vermauert, ich kann nicht weitergehen. Er hat meine Straße in Dunkelheit gehüllt.
9 Er hat mir meine Ehre genommen und mir die Krone vom Kopf gezerrt.
10 Er hat mich von allen Seiten niedergerissen, mit mir ist es aus. Ich bin wie ein entwurzelter Baum - ohne Hoffnung.
11 In seinem Zorn wütet er gegen mich, er hat mich zu seinem Feind erklärt.
12 Seine Truppen rücken gemeinsam vor. Sie bauen Straßen, um mich anzugreifen. Sie haben mein Haus umstellt.
13 Meine Brüder hat er mir genommen, meine Bekannten haben sich von mir entfremdet.
14 Meine Nachbarn halten sich von mir fern und meine Freunde haben mich vergessen.
15 Meine Hausdiener und meine Mägde behandeln mich wie einen Fremden, für sie bin ich zu einem Ausländer geworden.
16 Ich rufe nach meinem Knecht, doch er antwortet nicht, ich muss ihn geradezu anflehen!
17 Meiner Frau ist mein Atem zuwider und meinen Brüdern ekelt vor meinem Gestank.
18 Selbst die kleinen Kinder verachten mich. Wenn ich versuche aufzustehen, machen sie spöttische Bemerkungen.
19 Alle, denen ich vertraute, verabscheuen mich, und die Menschen, die ich geliebt habe, stellen sich gegen mich.
20 Ich bin nur noch Haut und Knochen und sogar meine Zähne hab ich verloren.
21 Habt Mitleid mit mir, meine Freunde, habt Mitleid, denn die Hand Gottes hat mich schwer getroffen.
22 Warum verfolgt ihr mich, wie Gott es tut? Wann habt ihr endlich genug davon, mich so zu zerfleischen?
23 Ich wollte, meine Worte könnten aufgeschrieben und in einem Buch festgehalten werden,
24 oder sie könnten mit eisernem Griffel in einen Felsen gehauen und mit Blei ausgegossen werden, damit sie für immer zu lesen wären!
25 Und doch weiß ich, dass mein Erlöser lebt und auf dieser Erde das letzte Wort haben wird1.
26 Mag meine Haut noch so zerfetzt und von meinem Fleisch wenig übrig sein, werde ich Gott doch sehen2.
27 Ich werde ihn sehen, ja, mit meinen eigenen Augen werde ich ihn erblicken, ohne jede Fremdheit. Danach sehnt sich alles in mir.
28 Wenn ihr sagt: `Wir wollen diesen Mann stellen, um ihm nachzuweisen, dass er an seiner Notlage selbst schuld ist´,
29 dann nehmt euch in Acht vor dem richtenden Schwert. Ihr werdet für euer Verhalten bestraft werden. Und dann werdet ihr erkennen, dass es ein Gericht gibt.«
1 19,25 Hebr. und sich als Letzter über den Staub erheben wird.
2 19,26 O. werde ich Gott doch ohne meinen Leib sehen.
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