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Neues Leben. Die Bibel

Elifas zweite Antwort an Hiob

1 Da hielt ihm Elifas aus Teman entgegen:
2 »Du bist angeblich ein weiser Mann, aber was du sagst, ist nichts als leeres Geschwätz und heiße Luft.
3 Deine wortreiche Verteidigung ist völlig nutzlos und hilft niemandem weiter.
4 Im Gegenteil, du zerstörst damit die Gottesfurcht und verdirbst dir selbst die Fähigkeit, vor Gottes Angesicht zur Stille zu kommen.
5 Deine Worte verraten, was für ein Mensch du wirklich bist, sie sind nichts als listiges Blendwerk.
6 Nicht ich, sondern dein eigener Mund verurteilt dich, du widerlegst dich selbst!
7 Bist du der erste Mensch, der je geboren wurde? Kamst du zur Welt, bevor die Hügel erschaffen wurden?
8 Hast du Gottes Ratsversammlung belauscht und dabei die Weisheit an dich gerissen?
9 Was weißt du, das wir nicht wüssten? Welche Erkenntnis hast du, die wir nicht hätten?
10 Auf unserer Seite stehen alte, weißhaarige Männer, die älter sind als dein Vater!
11 Ist dir der Trost, den Gott schenkt, nichts wert? Ist sein gütiges Wort dir zu wenig?
12 Was reißt dich innerlich fort und was soll dieses nervöse Augenzucken?
13 Was ist mit dir passiert, dass du dich gegen Gott auflehnst und solche rebellischen Reden schwingst?
14 Wie könnte ein Mensch je schuldlos sein? Und wie könnte ein Sterblicher je gerecht sein?
15 Gott vertraut ja nicht einmal den Engeln1, und selbst der Himmel ist in seinen Augen nicht rein.
16 Wie viel weniger ist es dann ein verdorbener, sündiger Mensch, für den es normal ist, Böses zu tun2!
17 Ich will dir etwas sagen, Hiob, hör mir gut zu. Ich will dir erzählen, was ich erlebt habe.
18 Es stimmt auch mit den Erfahrungen weiser Männer überein, die dasselbe von ihren Vätern gelernt haben,
19 von den Männern, denen das Land gegeben wurde, lange bevor Fremde hierher kamen:
20 Der Gottlose muss sich ein Leben lang fürchten. Seine Jahre sind gezählt, aber das weiß er nicht.
21 In seinen Ohren gellen Schreckensrufe. Mitten im Frieden wird er überfallen und sein Besitz zerstört.
22 Er kann nie sicher sein, ob er es schafft, dem drohenden Dunkel zu entgehen oder einem heimtückischen Anschlag zu entkommen.
23 Auf der Suche nach Brot irrt er umher und fragt sich ständig: `Wo finde ich es?´ Er weiß, dass sein Untergang besiegelt ist.
24 Angst und Schrecken überwältigen ihn wie einen Mann, gegen den sich ein starker König zum Kampf rüstet.
25 Denn er hat Gott die Faust gezeigt und sich vor dem Allmächtigen aufgespielt.
26 Geduckt hinter seinen starken Schild hat er sich ihm trotzig entgegengeworfen.
27 So ein Mensch ist reich und fett.
28 Doch er wird in verlassenen Trümmerstätten wohnen, die nur noch als Baumaterial zu gebrauchen sind.
29 Zu Reichtum wird er es nicht bringen. Sein Wohlstand ist von kurzer Dauer, und sein Besitz wird sich nicht über das Land ausbreiten.
30 Er wird der Finsternis nicht entgehen. Die Flamme wird seine Saat vernichten und der Atem Gottes wird alles zerstören, was ihm gehört.
31 Er soll sich nicht auf seinen trügerischen Besitz verlassen, denn damit betrügt er sich selbst, und am Ende wird er der Betrogene sein.
32 Noch ehe seine Zeit um ist, erfüllt sich sein Schicksal, und alles, worauf er sich verlassen hat, wird verschwinden3.
33 Er wird wie ein Weinstock sein, der seine Beeren verliert, bevor sie reif sind, wie ein Olivenbaum, der seine Blüten abwirft, sodass sich keine Früchte bilden.
34 Denn die Gottlosen sind unfruchtbar. Ihre Häuser, die sie mit Bestechungsgeldern erworben haben, werden vom Feuer vernichtet werden.
35 Weil sie mit Unheil schwanger gehen und Bosheit zur Welt bringen, werden sie am Ende als Betrogene dastehen.4«
1 15,15 Hebr. den Heiligen.
2 15,16 Hebr. der Unrecht trinkt wie Wasser.
3 15,32 Hebr. und sein Palmzweig wird niemals grün.
4 15,35 Hebr. Einem Schwangersein mit Mühsal und einem Gebären von Unrecht folgt, dass ihr Inneres ihnen Verrat bereitet.
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