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Neues Leben. Die Bibel

1 Wie vergänglich ist doch der Mensch! Wie kurz ist sein Leben und wie viel Leid muss er tragen!1
2 Wie eine Blume blüht er für einen Augenblick auf und im nächsten ist er verwelkt. Er verschwindet wie ein Schatten und hat keinen Bestand.
3 Dennoch behältst du ihn auf Schritt und Tritt im Auge, und mich stellst du vor dein Gericht.
4 Kann denn aus einem schuldbeladenen Geschlecht ein schuldloser Mensch hervorgehen? Niemals!2
5 Du bestimmst die Lebensdauer eines Menschen. Du legst fest, wie viele Tage und Monate er hat, und schenkst ihm nicht eine Minute mehr.
6 Wende deinen Blick wenigstens kurz von ihm ab und gönne ihm etwas Ruhe, damit er wie ein Arbeiter zufrieden auf seinen Tag zurückblicken kann.
7 Wenn ein Baum gefällt wird, dann besteht Hoffnung, dass er wieder ausschlägt und neue Zweige treibt.
8 Seine Wurzeln mögen im Boden altern und der Stumpf absterben,
9 trotzdem wird er schon allein vom Geruch des Wassers neues Grün treiben und ausschlagen wie ein junger Sämling.
10 Doch wenn ein Mensch stirbt, ist seine Kraft verschwunden. Er tut seinen letzten Atemzug, und wo ist er dann?
11 Wie das Wasser eines Sees verdampft und ein Fluss versickert und austrocknet,
12 legt sich der Mensch zum Sterben hin und steht nicht wieder auf. Bis der Himmel vergeht, wird er nicht mehr erwachen und nicht aus seinem Schlaf aufgeweckt werden.
13 Ich wünschte, du würdest mich bei den Toten3 verbergen und mich dort aufbewahren, bis dein Zorn verraucht ist, du würdest mir eine Frist setzen und dich dann wieder an mich erinnern.
14 Wenn ein Mensch stirbt, kann er dann ins Leben zurückkehren? Wenn es so wäre, würde ich jeden Tag, an dem ich hier kämpfe, sehnsüchtig auf meine Ablösung warten.
15 Du würdest rufen und ich würde antworten, und du hättest Sehnsucht nach mir, denn du hast mich geschaffen.
16 Dann würdest du meine Schritte zählen, ohne dabei auf eine Sünde zu lauern.
17 Mein Vergehen wäre in einem Sack versiegelt und du würdest meine Schuld zudecken.
18 Doch wie Berge einstürzen und Felsen von der Klippe rollen,
19 wie Wasser Steine aushöhlt und Flüsse den Boden fortschwemmen, so vernichtest du die Hoffnung des Menschen.
20 Du überwältigst ihn und er verschwindet für immer. Du entstellst sein Gesicht im Tod und schickst ihn fort.
21 Er weiß nicht, ob seine Söhne einmal zu Ehren kommen oder in Bedeutungslosigkeit versinken.
22 Er ist ganz eingesponnen in seinen eigenen Schmerz und seinen eigenen Kummer.4«
1 14,1 Hebr. Der Mensch, von einer Frau geboren, ist kurz an Tagen und gesättigt mit Unruhe.
2 14,4 Hebr. Wie könnte ein Reiner von Unreinen kommen? Kein Einziger!
3 14,13 Hebr. im Scheol.
4 14,22 Hebr. Nur sein Fleisch an ihm fühlt Schmerz und seine Seele in ihm trauert.
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