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Neues Leben. Die Bibel

Hiobs Bitte an Gott

1 Mein Leben ekelt mich an. Ich will meiner Klage freien Lauf lassen und über meine tiefe Verbitterung reden.
2 Ich will zu Gott sagen: `Behandle mich nicht wie einen Übeltäter, sondern sag mir, was du mir vorwirfst.
3 Was gewinnst du, wenn du mich quälst? Du hast mich selbst geschaffen. Warum verwirfst du mich, während du die bösen Menschen zu Ehren bringst?
4 Sind deine Augen nur wie die Augen eines Menschen? Siehst du die Dinge, wie die Menschen sie sehen?
5 Ist deine Lebensspanne nur wie die eines Menschen bemessen? Ist dein Leben so kurz,
6 dass du dich beeilen musst, mir meine Schuld nachzuweisen und eine Sünde bei mir zu finden -
7 obwohl du weißt, dass ich kein Bösewicht bin und dass es niemanden gibt, der mich vor dir retten kann?
8 Du hast mich mit deinen Händen geschaffen, du hast mich gemacht - und trotzdem umstellst du mich von allen Seiten, um mich zu vernichten.
9 Bedenke doch, dass du mich wie Ton geformt und gestaltet hast - willst du, dass ich nun zu Staub zerfalle?
10 Hast du mich nicht geformt, im Leib meiner Mutter gestaltet?1
11 Du hast mich mit Haut und Fleisch umkleidet, hast meine Knochen und Sehnen zusammengefügt.
12 Leben und Gnade hast du mir geschenkt und deine Fürsorge hat mich bisher bewahrt.
13 Doch du hattest deine eigenen Beweggründe dafür, und nun erkenne ich deine wahre Absicht.
14 Du wolltest mich beobachten, um mich bei einer Sünde zu erwischen und mich nicht mehr davon freizusprechen.
15 Weh mir, wenn ich mich schuldig gemacht habe! Doch auch wenn ich schuldlos blieb, sollten mich Scham und Elend erfüllen, sodass ich nicht mehr wagte, den Kopf zu erheben.
16 Und wenn ich es dennoch täte, würdest du mich wie ein Löwe jagen und deine schreckliche Macht an mir erweisen.
17 Ständig würdest du neue Zeugen zur Anklage gegen mich aufstellen, dein Zorn würde unaufhörlich wachsen und du würdest mich so heftig angreifen wie eine Armee von frisch zum Kampf erschienenen Soldaten.
18 Warum nur hast du mich aus dem Leib meiner Mutter kommen lassen? Ich hätte sterben und niemals zum Vorschein kommen sollen.
19 Dann wäre es, als ob es mich nie gegeben hätte. Ich wäre vom Mutterleib aus ins Grab gefahren.
20 Mir bleibt nur noch wenig Zeit, deshalb lass mich in Ruhe. Schau weg von mir, damit ich mich wenigstens für einige Augenblicke freuen kann,
21 bevor ich mich auf den Weg ins Land der Dunkelheit und Verzweiflung mache, um nie wieder zurückzukehren.
22 Es ist ein dunkles Land der undurchdringlichen Finsternis, wo das Chaos herrscht und selbst das Licht noch so dunkel ist wie die tiefste Mitternacht.«
1 10,10 Hebr. Hast du mich nicht wie Milch ausgegossen und mich wie Sauermilch gerinnen lassen?
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