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Neues Leben. Die Bibel

Eine Warnung für den Pharao

1 Am ersten Tag des zwölften Monats im zwölften Jahr1 erhielt ich eine Botschaft vom Herrn:
2 »Menschenkind, stimme ein Klagelied über den Pharao, den König von Ägypten, an und sag zu ihm: `Du junger Löwe unter den Völkern, du wurdest vernichtet. Du warst wie ein Seeungeheuer im Meer, du hast in deinen Strömen geschnaubt und mit den Füßen das Wasser getrübt und die Fluten aufgewühlt.
3 Deshalb spricht Gott, der Herr: Ich schicke viele Völker, um dich in meinem Netz zu fangen und dich mit dem Netz hochzuziehen.
4 Dann werfe ich dich aufs Land, aufs freie Feld werde ich dich schleudern. Alle Vögel des Himmels setzen sich auf dich und alle wilden Tiere der Erde fressen sich an dir satt.
5 Ich lege dein Fleisch auf die Hügel und fülle die Täler mit deinem Leichenhaufen.
6 Ich tränke die Erde mit deinem Blut; es wird hoch bis zu den Bergen stehen und die Bäche füllen.
7 Wenn ich dich vernichte, verschleiere ich den Himmel und verdunkle die Sterne. Ich werde die Sonne hinter Wolken verstecken, und der Mond wird nicht scheinen.
8 Ja, deinetwegen verdunkle ich die strahlenden Lichter am Himmel und lege eine Finsternis über das ganze Land. Ich, Gott, der Herr, habe gesprochen!
9 Und wenn ich deinen Untergang in Ländern bekannt mache2, die du nie gesehen hast, werde ich viele Völker zutiefst beunruhigen.
10 Ja, ich werde deinetwegen vielen Völkern einen großen Schrecken einjagen, und ihre Könige werden deinetwegen von Entsetzen gepackt, wenn mein Schwert vor ihnen aufblitzt. Am Tag deines Untergangs zittern sie unaufhörlich, sie haben Angst um ihr Leben.
11 Denn so spricht Gott, der Herr: Das Schwert des Königs von Babel wird dich treffen.
12 Dein Volk soll durch das Schwert mächtiger Krieger fallen, die alle zu den grausamsten Völkern gehören. Sie zerschmettern den Stolz von Ägypten und vernichten sein zahlreiches Volk.
13 Ich töte das Vieh, das an deinen Strömen weidet. Weder Mensch noch Tier wird dieses Wasser mehr mit seinen Füßen aufwühlen.
14 Und dann werde ich die Gewässer von Ägypten wieder klar machen; die Flüsse werden dahinfließen wie Öl, spricht Gott, der Herr.
15 Wenn ich Ägypten zur Einöde mache und wenn das Land mit allem, was darin ist, verwüstet ist, weil ich alle seine Bewohner erschlagen habe, dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.
16 Ja, das ist die Totenklage, und man soll sie als Klagelied singen. Die Töchter der Völker sollen sie als Klagelied singen, als Klagelied über Ägypten und sein großes Volk. Ich, Gott, der Herr, habe gesprochen!´«

Ägypten fährt ins Grab hinab

17 Im zwölften Jahr, am 15. des gleichen Monats3 erhielt ich erneut eine Botschaft vom Herrn:
18 »Menschenkind, weine um das große Volk von Ägypten und schick es zusammen mit den Töchtern der Völker in die Unterwelt, hinunter zu denen, die schon ins Grab hinabgefahren sind:
19 `Wen übertriffst du jetzt noch an Schönheit? Fahr hinab und leg dich zu den Unbeschnittenen.´
20 Sie werden sterben, genau wie die vielen anderen, die durch das Schwert umgekommen sind, denn das Schwert ist bereits gegen Ägypten und sein ganzes Volk gezückt.
21 Dort in der Unterwelt4 werden die starken Helden von ihnen und ihren Helfern sagen: `Sie sind herabgestürzt, sie liegen da, die Unbeschnittenen, die mit dem Schwert erschlagen wurden.´
22 Dort liegen Assyrien und all seine Bewohner, ringsherum sind ihre Gräber. Sie alle wurden mit dem Schwert erschlagen.
23 Assyrien liegt ganz tief unten in der Grube begraben und ist umgeben von den Gräbern seines Volkes. Früher haben sie Schrecken im Land der Lebenden verbreitet, jetzt sind sie alle mit dem Schwert erschlagen worden.
24 Elam liegt dort und sein ganzes Volk, ringsherum liegen sie begraben, sie alle wurden mit dem Schwert erschlagen, als Unbeschnittene sind sie in die Unterwelt hinabgestürzt. Früher haben sie Schrecken im Land der Lebenden verbreitet, doch nun müssen sie ihre Schande ertragen, genau wie diejenigen, die ins Grab hinabgefahren sind.
25 Elam hat man einen Ruheplatz bei den Gefallenen gegeben, ringsherum sind die Gräber seines Volkes. Sie alle sind Unbeschnittene, die mit dem Schwert erschlagen wurden. Ja, sie haben Schrecken im Land der Lebenden verbreitet, doch jetzt müssen sie ihre Schande ertragen, genau wie die, die ins Grab hinabgefahren sind. Mitten unter Erschlagene hat man sie hingelegt.
26 Meschech und Tubal liegen dort mit ihrem ganzen Volk, ringsherum sind ihre Gräber. Unbeschnittene sind sie alle, mit dem Schwert wurden sie erschlagen. Früher haben sie Schrecken im Land der Lebenden verbreitet.
27 Sie liegen nicht bei den gefallenen Helden der Unbeschnittenen5, die mit ihren Waffen ins Totenreich stiegen und denen man das Schwert unter den Kopf und den Schild6 auf den Körper legte, weil sie das Land der Lebenden mit Schrecken erfüllt hatten.
28 Auch du, Ägypten, wirst zerschmettert bei den Unbeschnittenen liegen, die mit dem Schwert erschlagen wurden.
29 Edom liegt dort mit seinen Königen und Fürsten. So mächtig sie einmal waren, jetzt liegen auch sie bei denen, die mit dem Schwert erschlagen wurden, bei den Unbeschnittenen, die ins Grab hinabgefahren sind.
30 Die ganzen Fürsten des Nordens und auch alle Sidonier liegen dort, sie stürzten hinab wie alle, die erschlagen wurden. Trotz ihrer furchtbaren Macht sind sie erniedrigt worden. Sie müssen als Unbeschnittene bei denen liegen, die mit dem Schwert erschlagen wurden. Sie müssen ihre Schande ertragen, genau wie die, die ins Grab hinabgefahren sind.
31 `Der Pharao wird sie alle sehen, und das wird ihn über den Untergang seines großen Volkes hinwegtrösten. Der Pharao und sein ganzes Heer sind mit dem Schwert erschlagen worden´, spricht Gott, der Herr.
32 `Denn ich habe im Land der Lebendigen den Schrecken vor ihm verbreitet.7 Und der Pharao und sein großes Volk liegen nun bei den Unbeschnittenen, die mit dem Schwert erschlagen wurden. Ich, Gott, der Herr, habe gesprochen!´«
1 32,1 Das Ereignis, um das es hier geht, fand am 3. März 585 v. Chr. statt; s. auch die Anm. zu 29,1.
2 32,9 O. wenn ich deine Gefangenen in Länder schicke.
3 32,17 Das Ereignis, um das es hier geht, fand am 17. März 585 v. Chr. statt; s. auch die Anm. zu 1,1.
4 32,21 Hebr. Scheol, so auch in V. 27.
5 32,27a Die griech. Übersetzung hat hier aus früheren Zeiten.
6 32,27b Die Bedeutung des Hebr. ist unklar.
7 32,32 O. Denn ich habe meinen Schrecken im Land der Lebenden verbreitet.
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