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Neues Leben. Die Bibel

Eine Botschaft für Tyrus

1 Am ersten Tag des elften Monats im zwölften Jahr1 erhielt ich eine Botschaft vom Herrn:
2 »Menschenkind, Tyrus sagt über Jerusalem: `Ha! Das Tor der Völker wurde zerstört, nun fällt mir alles zu! Ich werde reich, weil die Stadt verwüstet ist!´
3 Deshalb spricht Gott, der Herr: `Ich werde gegen dich vorgehen, Tyrus, und ich biete viele Völker gegen dich auf, so wie das Meer seine Wellen heranbranden lässt.
4 Sie werden die Mauern von Tyrus zerstören und seine Wachttürme abreißen. Ich werde sein Erdreich wegfegen und es zum nackten Fels machen!
5 Es soll zu einem Platz im Meer werden, wo die Fischer ihre Netze trocknen, denn ich habe gesprochen´, spricht Gott, der Herr. `Tyrus wird zur Beute für die Völker werden
6 und seine Tochterstädte auf dem Festland sollen durch das Schwert vernichtet werden. Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.´
7 Denn Gott, der Herr, spricht: `Ich werde König Nebukadnezar von Babel, den König der Könige, von Norden her mit seinen Pferden, Streitwagen und Reitern und seinem ganzen großen Heer gegen Tyrus marschieren lassen.
8 Zuerst wird er deine Tochterstädte auf dem Festland zerstören. Dann errichtet er Belagerungstürme gegen dich, schüttet einen Belagerungswall auf und stellt ein Schilddach gegen dich auf.
9 Er wird mit Sturmböcken gegen deine Mauern rennen und deine Türme mit seinen Werkzeugen niederreißen.
10 Der Staub, den seine vielen Pferde aufwirbeln, wird dich bedecken, und deine Mauern werden beim Lärm der Reiter und Räder seiner Wagen erbeben, wenn sie durch deine Tore eindringen, wie man in eine eroberte Stadt eindringt.
11 Die Hufe seiner Pferde werden deine Gassen zertrampeln. Dein Volk wird er mit dem Schwert erschlagen und deine berühmten Säulen werden umstürzen.
12 Sie plündern dein Vermögen, erbeuten deine Waren und reißen deine Mauern ein. Sie werden deine schönen Häuser zerstören und die Steine, das Holz und den Schutt ins Meer werfen.
13 So mache ich deinen lauten Liedern ein Ende. Der Klang der Harfe soll nicht mehr bei dir zu hören sein.
14 Ich mache dich zu einem kahlen Felsen, zu einem Ort, an dem die Fischer ihre Netze trocknen. Du sollst nie wieder aufgebaut werden, denn ich, der Herr, habe gesprochen!´, spricht Gott, der Herr.

Die Auswirkungen des Untergangs von Tyrus

15 So spricht Gott, der Herr, zu Tyrus: `Werden nicht die Inseln erbeben beim Getöse deines Untergangs, beim Stöhnen der tödlich Verwundeten, beim furchtbaren Morden in deiner Mitte?
16 Alle Fürsten am Meer werden von ihrem Thron steigen und ihre Obergewänder und bunten Kleider ablegen. Sie werden sich in Entsetzen hüllen und auf dem Boden sitzen, sie werden zittern und es nicht fassen können, was mit dir passiert ist.
17 Dann werden sie die Totenklage für dich anstimmen und über dich sagen: O herrliche Stadt, die du am Meer lagst, wie bist du zerstört! Dein Volk, die große Seemacht, hat einst das ganze Land in Angst und Schrecken versetzt.
18 Jetzt bebt die Küste am Tag deines Falls. Die Inseln im Meer sind entsetzt über deinen Untergang.´
19 Denn Gott, der Herr spricht: `Ich will dich zur Trümmerstätte machen, du sollst wie die Städte sein, die nicht mehr bewohnt sind. Ich lasse eine große Flut über dich hereinbrechen; hohe Wellen sollen dich bedecken.
20 Ich stoße dich hinunter zu denen, die ins Grab gefahren sind, zum Volk der Vorzeit. Ich lasse dich tief in der Erde wohnen, bei den Trümmern der Vorzeit, bei denen, die bereits vor dir ins Totenreich gegangen sind. Du wirst keinen Platz und keine Macht mehr haben im Land der Lebenden.
21 Ich werde dir ein schreckliches Ende bereiten; danach wird es dich nicht mehr geben. Man wird dich suchen, aber nie mehr finden. Ich, Gott, der Herr, habe gesprochen!´«
1 26,1 Im Hebr. fehlt in dieser Zeitangabe ein Element, deshalb hat die Forschung folgende Lesart rekonstruiert: Im elften (Monat des zwölften) Jahres, am ersten Tag des Monats. Nach dieser Lesart fand das Ereignis, um das es hier geht, am 3. Februar 585 v. Chr. statt; s. auch die Anm. zu 1,1.
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