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Neues Leben. Die Bibel

Die Sünden von Jerusalem

1 Danach erhielt ich eine Botschaft vom Herrn:
2 »Menschenkind, bist du bereit sie zu richten? Bist du bereit diese Stadt von Mördern1 zu verurteilen? Halte ihr all ihre abscheulichen Taten vor Augen
3 und sag: `So spricht Gott, der Herr: O Stadt von Mördern2, dem Untergang geweiht, die sich Götzen anfertigt und sich dadurch unrein macht:
4 Durch das Blut, das du vergossen hast, bist du schuldig, und durch die Götzen, die du dir gemacht hast, bist du unrein geworden. Du hast deinen Gerichtstag herbeigeführt und das Ende deiner Jahre kommen lassen. Ich mache dich zum Gespött für die Völker und die ganze Welt soll dich verhöhnen.
5 Alle Völker nah und fern werden dich verspotten, denn dein Name ist beschmutzt und deine Bestürzung ist groß.
6 Jeder einzelne Fürst von Israel beharrt auf seiner Macht, Blut in dir zu vergießen.
7 Bei dir verachtet man Vater und Mutter; Ausländern, die in der Stadt leben, tut man Gewalt an. Man unterdrückt die Witwen und Waisen bei dir.
8 Du verachtest, was mir heilig ist, und entweihst meinen Sabbat.
9 Die Menschen verleumden einander und sind darauf aus, Blut zu vergießen. Bei dir werden Opfergelage auf den Bergen abgehalten und in deiner Mitte schändliche Taten verübt:
10 Man deckt die Blöße des Vaters auf und missbraucht eine Frau, die ihre Monatsblutung hat.
11 Der eine treibt abscheuliche Dinge mit der Frau seines Nachbarn, der andere macht seine Schwiegertochter unrein, indem er mit ihr schläft, wieder ein anderer missbraucht seine eigene Schwester, die Tochter seines Vaters.
12 Bei dir lässt man sich für einen Mord bezahlen3, nimmt Zinsen, treibt Wucher, erpresst seine Mitmenschen! Mich jedoch hast du vergessen, spricht Gott, der Herr.
13 Doch jetzt schlage ich die Hände zusammen, weil du auf diese Weise unrechten Gewinn gemacht hast und weil so viel Blut in deiner Mitte vergossen worden ist.
14 Wirst du an dem Tag, an dem ich mit dir abrechne, auch noch stark und mutig sein?4 Ich, der Herr, habe gesprochen! Ich tue, was ich gesagt habe.
15 Ich zerstreue dich unter die Völker und versprenge dich in alle Länder und mache ein Ende mit der Unreinheit, die bei dir herrscht.
16 Und dann, wenn du durch deine eigene Schuld entehrt vor den Augen der Völker dastehst, wirst du erkennen, dass ich der Herr bin.´«

Der Schmelzofen des Herrn

17 Danach erhielt ich folgende Botschaft vom Herrn:
18 »Menschenkind, das Volk Israel ist für mich nutzlose Schlacke geworden. Die Menschen sind alle wie Kupfer, Zinn, Eisen und Blei im Schmelzofen: Silberschlacke ist aus ihnen geworden.
19 Deshalb spricht Gott, der Herr: `Weil aus euch allen nur wertlose Schlacke geworden ist, werde ich euch in Jerusalem sammeln.
20 Wie man Silber, Kupfer, Zinn, Eisen und Blei zusammen in den Ofen steckt und ein Feuer darunter anmacht, um alles zu schmelzen, so werde ich euch in meinem Zorn und Groll zusammentun, euch in den Ofen legen und zum Schmelzen bringen.
21 Ich werde euch sammeln und den Gluthauch meines Zorns gegen euch anfachen, sodass ihr darin schmelzt.
22 Wie man Silber in einem Ofen schmilzt, so werdet ihr in der Stadt geschmolzen. Dann werdet ihr erkennen, dass ich, der Herr, meinen Zorn über euch ausgegossen habe.´«

Die Sünden der führenden Männer von Israel

23 Wieder erhielt ich eine Botschaft vom Herrn:
24 »Menschenkind, sag zu dem Land: `Du bist ein Land, das nicht gereinigt wurde, am Tag meines Zorns ist der Regen nicht auf dich gefallen.
25 Deine Propheten5 verschwören sich in dir, sie brüllen wie Löwen, die ihre Beute belauern. Sie verschlingen Menschen, reißen Reichtum und Kostbarkeiten an sich. Sie machen viele Frauen im Land zu Witwen.
26 Deine6 Priester missbrauchen mein Gesetz und entweihen, was mir heilig ist. Sie machen keinen Unterschied zwischen dem, was heilig und was nicht heilig ist. Und sie lehren andere nicht, wie zwischen rein und unrein zu unterscheiden ist. Vor meinem Sabbatgebot verschließen sie die Augen. Auf diese Weise werde ich bei ihnen entweiht.
27 Deine Fürsten sind bei dir wie Wölfe, die Beute reißen. Sie vergießen Blut und richten Menschen zugrunde, nur um unrechten Gewinn zu machen!
28 Und deine Propheten übertünchen alles, geben leere Visionen weiter und verkünden erfundene Botschaften. Sie sagen: Das sagt Gott, der Herr, obwohl der Herr gar nicht gesprochen hat.
29 Sogar das Volk im Land erpresst und raubt. Die Menschen unterdrücken den Armen und Schwachen und bedrängen den Ausländer mit Gewalt, obwohl das gegen jedes Recht verstößt.
30 Ich hielt Ausschau nach einem unter ihnen, der die Mauer schließt und vor mir für das Land in die Bresche springt, damit ich es nicht zerstöre, aber ich fand niemanden.
31 Deshalb werde ich meinen Groll über sie ausgießen und das Feuer meines Zorns wird sie vernichten. Ich werde sie so bestrafen, wie sie es für ihr Verhalten verdienen7, spricht Gott, der Herr.´«
1 22,2 Hebr. der Bluttaten.
2 22,3 Hebr. Stadt, die in ihrer Mitte Blut vergießt.
3 22,12 Hebr. Bestechungsgeld nimmt man bei dir an, um deswegen Blut zu vergießen.
4 22,14 Hebr. Wird etwa dein Herz standhalten oder werden deine zwei Hände stark bleiben an den Tagen, wenn ich mit dir abrechne?
5 22,25 In der griech. Version steht hier Fürsten.
6 22,26 Hebr. Seine, d.h. des Landes. So auch in V. 27 u. 28.
7 22,31 Hebr. ihren Weg gebe ich auf ihr Haupt.
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