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Neues Leben. Die Bibel

Ein Bild für das drohende Exil

1 Wieder erhielt ich eine Botschaft vom Herrn:
2 »Menschenkind, du lebst mitten in einem widerspenstigen Volk: Die Menschen haben Augen, um zu sehen, aber sie sehen nichts, und sie haben Ohren, um zu hören, aber sie hören nichts, denn sie sind widerspenstig.
3 Deshalb, Menschenkind, pack deine Sachen für die Verbannung zusammen und zieh am helllichten Tag vor ihren Augen in die Verbannung fort. Verlass vor ihren Augen dein Haus und geh woanders hin. Vielleicht bemerken sie es, auch wenn sie ein widerspenstiges Volk sind.
4 Trag dein Gepäck wie Gepäck für die Verbannung am Tag heraus, sodass alle es sehen. Und am Abend sollst du dann dein Haus vor aller Augen verlassen, wie es Menschen tun, die in die Verbannung ziehen.
5 Brich vor ihren Augen ein Loch in die Mauer und schaffe alles durch das Loch hindurch nach draußen.
6 Dann nimm es - immer noch vor ihrer aller Augen - auf die Schultern und trag alles im Dunkeln hinaus. Verhülle dein Gesicht, damit du das Land nicht siehst. Denn du sollst ein Zeichen für Israel sein.«
7 Ich tat, was er mir befohlen hatte. Am hellen Tag schaffte ich mein Gepäck aus dem Haus, wie Gepäck für die Verbannung. Am Abend brach ich dann mit meinen eigenen Händen ein Loch in die Mauer und ging vor ihren Augen hinaus in die Dunkelheit, mein Gepäck auf den Schultern.
8 Am nächsten Morgen erhielt ich eine Botschaft vom Herrn:
9 »Menschenkind, hat dich nicht das Volk der Israeliten, dieses widerspenstige Volk, gefragt: `Was machst du da?´
10 Sag ihnen: `So spricht Gott, der Herr: Diese Warnung gilt dem Fürsten in Jerusalem und dem ganzen Volk der Israeliten dort.´
11 Sag: `Ich bin ein Zeichen für euch. Was ich getan habe, wird mit ihnen geschehen: Sie werden in die Verbannung und in die Gefangenschaft gehen.´
12 Auch der Fürst, der mitten unter ihnen ist, wird in der Nacht seine Habe auf den Schultern hinaustragen. Er wird ein Loch in die Mauer brechen, um dort hindurchzugehen. Er wird sein Gesicht verhüllen, damit er das Land nicht sieht.
13 Ich werfe mein Netz aus und er geht mir in die Falle. Ich bringe ihn nach Babel, ins Land der Babylonier1, das er jedoch nicht mit eigenen Augen sehen wird, und dort wird er sterben.
14 Alle, die um ihn her sind, seine Diener und Wachen, werde ich in alle Winde zerstreuen; ich werde sie mit dem Schwert vertreiben.
15 Und dann, wenn ich sie unter die Völker zerstreue und in alle Länder versprenge, werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.
16 Einige von ihnen sollen jedoch Krieg, Hungersnot und Pest überleben, damit sie den Völkern, unter die sie vertrieben werden, all ihre abscheulichen Taten bekennen können. Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin!«
17 Danach erhielt ich eine weitere Botschaft vom Herrn:
18 »Menschenkind, iss dein Brot mit Zittern, trink dein Wasser voller Angst und Sorgen.
19 Sag dem Volk im Land: `So spricht Gott, der Herr, über die, die in Jerusalem und im Land Israel wohnen: Sie werden ihr Brot mit Zittern essen und ihr Wasser in Verzweiflung trinken, denn ihr Land wird zur Wüste werden und seinen ganzen Reichtum verlieren, wegen der Gewalt, die unter all seinen Bewohnern herrscht.
20 Die bewohnten Städte werden zerstört werden und das Land wird veröden. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.´«

Ein neues Sprichwort für Israel

21 Und abermals erhielt ich eine Botschaft vom Herrn:
22 »Menschenkind, wie lautet das Sprichwort, das in Israel umgeht? `Die Zeit vergeht und es wird nichts aus allen Weissagungen2´?
23 Darum sag ihnen: `So spricht Gott, der Herr: Ich mache diesem Sprichwort ein Ende; es wird in Israel nicht mehr im Munde geführt werden.´ Sag ihnen stattdessen: `Die Zeit ist gekommen, in der jede Weissagung sich erfüllt!3´
24 In Israel soll es keine falschen Visionen und erlogenen Weissagungen mehr geben.
25 Denn ich bin der Herr! Was ich ankündige, tritt ein. Es wird keinen Aufschub mehr geben. Noch zu euren Lebzeiten, du widerspenstiges Volk, werde ich etwas ankündigen und es dann ausführen, spricht Gott, der Herr.«
26 Danach erhielt ich diese Botschaft vom Herrn:
27 »Menschenkind, das Volk Israel sagt: `Seine Visionen, die er sah, werden erst nach langer Zeit wahr werden. Und seine Weissagungen werden sich erst viel später erfüllen.´
28 Deshalb sag ihnen: `So spricht Gott, der Herr: Keins meiner Worte wird mehr lange auf sich warten lassen! Ich werde alles, was ich angekündigt habe, sogleich erfüllen! Ich, Gott, der Herr, habe gesprochen!´«
1 12,13 O. Chaldäer.
2 12,22 Hebr. Lang sind die Tage und es schwindet jedes Gesicht.
3 12,23 Hebr. Es nahen die Tage und das Wort eines jeden Gesichts.
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