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Neues Leben. Die Bibel

Das Gericht über die Anführer Israels

1 Danach hob der Geist mich empor und brachte mich hinüber zum östlichen Tor im Tempel des Herrn. Dort am Eingang des Tors sah ich 25 Männer, darunter Jaasanja, den Sohn von Asur, und Pelatja, den Sohn von Benaja, zwei führende Männer des Volkes.
2 Der Herr1 sagte zu mir: »Menschenkind, das sind die Männer, die Unheil planen und diese Stadt so schlecht beraten.
3 Sie sagen zum Volk: `Sind die Häuser nicht vor kurzem wieder aufgebaut worden?2 Diese Stadt ist der Topf, wir sind das Fleisch.´
4 Deshalb, Menschenkind, sollst du über sie weissagen. Weissage über sie!«
5 Dann kam der Geist des Herrn über mich und befahl mir: »Sag: `So spricht der Herr: So habt ihr geredet, Volk der Israeliten. Ich weiß sehr gut, was euch durch den Kopf geht.
6 Ihr habt in dieser Stadt einen nach dem anderen umgebracht, und in euren Straßen türmen sich die Toten.
7 Deshalb spricht Gott, der Herr: Die Menschen, die ihr hier in der Stadt ermordet habt, die sind das Fleisch und diese Stadt ist der Topf. Euch aber werde ich aus der Stadt wegführen.
8 Ihr habt Angst vor dem Krieg3. Darum werde ich euch den Krieg schicken, spricht Gott, der Herr.
9 Ich vertreibe euch aus Jerusalem und liefere euch Fremden aus, ich vollstrecke mein Strafgericht an euch.
10 Ihr werdet durch das Schwert umkommen. An der Grenze von Israel werde ich Gericht über euch halten, und dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.
11 Nein, für euch wird diese Stadt kein Topf sein, und ihr werdet nicht das Fleisch darin sein. Ich werde an der Grenze von Israel Gericht über euch halten,
12 und dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Denn ihr habt nicht nach meinen Gesetzen gelebt und meine Gebote nicht befolgt, sondern ihr habt euch nach den Rechtsbestimmungen gerichtet, die bei den Völkern um euch herum gelten.´«
13 Und während ich noch weissagte, starb plötzlich Pelatja, der Sohn von Benaja. Da warf ich mich zu Boden und rief mit lauter Stimme: »O Herr, mein Gott, willst du denn den ganzen Rest von Israel vernichten?«

Hoffnung für die verbannten Israeliten

14 Danach erhielt ich folgende Botschaft vom Herrn:
15 »Menschenkind, es sind deine Brüder, ja, deine Brüder und Verwandten und das ganze Volk der Israeliten, von denen die Einwohner in Jerusalem sagen: `Sie sind nun weit weg vom Herrn, deshalb wurde uns das Land als Besitz gegeben!´
16 Darum sag: `So spricht Gott, der Herr: Ja, ich habe sie weit weg unter die Völker führen lassen und habe sie in alle Länder verstreut, doch ich bin ihnen in den Ländern, in die sie kamen, beinahe zum Heiligtum geworden4
17 Darum sollst du sagen: `So spricht Gott, der Herr: Ich sammle euch wieder aus den Völkern und hole euch zurück aus den Ländern, in die ihr verstreut wurdet, und gebe euch das Land Israel wieder.´
18 Wenn sie dann hierher zurückkehren, werden sie all die abscheulichen Götzen aus dem Land entfernen.
19 Und ich werde ihnen ein Herz schenken, in dem Einigkeit herrscht5, und werde ihnen einen neuen Geist geben. Ich nehme das Herz aus Stein aus ihrem Körper und gebe ihnen stattdessen ein Herz aus Fleisch,
20 damit sie sich an mein Gesetz halten und meine Gebote beachten und befolgen. Dann werden sie wirklich mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein.
21 Die aber, die weiterhin an ihren abscheulichen Götzen hängen, bekommen, was sie für ihr Verhalten verdienen6, spricht Gott, der Herr.«

Die Herrlichkeit des Herrn verlässt Jerusalem

22 Dann breiteten die Cherubim ihre Flügel aus und erhoben sich mit ihren Rädern, und die Herrlichkeit des Gottes von Israel thronte über ihnen.
23 Die Herrlichkeit des Herrn erhob sich aus der Stadt und blieb über dem Berg östlich der Stadt stehen.
24 Danach hob der Geist mich empor und brachte mich in einer Vision durch den Geist Gottes wieder zurück zu den Verbannten nach Babel7. Und so endete die Vision, die ich gesehen hatte.
25 Ich erzählte den Verbannten alles, was der Herr mir gezeigt hatte.
1 11,2 Hebr. Er.
2 11,3 O. In nächster Zeit braucht man keine Häuser zu bauen.
3 11,8 Hebr. dem Schwert.
4 11,16 O. und ich bin ihnen in den Ländern, in die sie kamen, nur wenig zum Heiligtum geworden.
5 11,19 Hebr. ein Herz.
6 11,21 Hebr. ihren Weg bringe ich über ihren Kopf.
7 11,24 O. Chaldäa.
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