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Neues Leben. Die Bibel

Manna und Wachteln vom Himmel

1 Danach brachen sie von Elim auf. Einen Monat1, nachdem sie Ägypten verlassen hatten, erreichten sie die Wüste Sin, die zwischen Elim und dem Berg Sinai liegt.
2 Auch hier machten die Israeliten Mose und Aaron wieder heftige Vorwürfe.
3 »Hätte uns der Herr doch nur in Ägypten getötet«, klagten sie. »Dort hatten wir immerhin Fleisch und genügend Brot zu essen. Stattdessen habt ihr uns in diese Wüste geführt, damit wir hier alle verhungern.«
4 Da sprach der Herr zu Mose: »Ich werde für euch Brot vom Himmel regnen lassen.2 Die Israeliten sollen jeden Tag vors Lager gehen und so viel davon auflesen, wie sie für den jeweiligen Tag brauchen. Auf diese Weise will ich prüfen, ob sie meine Anweisungen befolgen oder nicht.
5 Am sechsten Tag sollen sie das, was sie eingesammelt haben, zubereiten. Und es wird doppelt so viel sein wie an den anderen Tagen.«
6 Mose und Aaron sagten zu den Israeliten: »Heute Abend werdet ihr merken, dass der Herr es war, der euch aus Ägypten geführt hat.
7 Morgen früh werdet ihr die Herrlichkeit des Herrn sehen. Er hat eure Klagen gehört, die sich gegen ihn gerichtet haben. Denn wer sind wir schon, dass ihr uns Vorwürfe macht?«
8 Und Mose fuhr fort: »Der Herr wird euch am Abend Fleisch zu essen geben und am Morgen Brot, bis ihr satt seid, denn er hat euer Jammern gehört. Wer sind wir schon? Ja, eure Klagen richten sich gegen den Herrn, nicht gegen uns.«
9 Dann sagte Mose zu Aaron: »Fordere die ganze Gemeinschaft der Israeliten auf: `Kommt vor den Herrn, denn er hat eure Klagen gehört.´«
10 Und während Aaron dies den Israeliten mitteilte, blickten sie zur Wüste hinüber. Da erschien ihnen die Herrlichkeit des Herrn in der Wolke.
11 Und der Herr sprach zu Mose:
12 »Ich habe die Klagen der Israeliten gehört. Teile ihnen Folgendes mit: `Gegen Abend3 werdet ihr Fleisch zu essen bekommen; morgen früh werdet ihr Brot erhalten und davon satt werden. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr, euer Gott, bin.´«
13 An diesem Abend flog eine große Anzahl Wachteln herbei. Sie ließen sich im ganzen Lager nieder. Am nächsten Morgen lag Tau rings um das Lager.
14 Als der Tau später am Morgen verschwunden war, bedeckten feine Körner - wie Reif - den Boden.
15 Die Israeliten sahen es und fragten einander: »Was ist das?4« Denn sie wussten nicht, was es war. Mose antwortete: »Das ist das Brot, das der Herr euch zum Essen gegeben hat.
16 Der Herr gibt euch folgende Anweisung: `Sammelt euch davon so viel, wie ihr benötigt. Pro Person, die in eurem Zelt lebt, sollt ihr einen Krug5 davon sammeln.«
17 Und so machten es die Israeliten dann auch: Sie sammelten von der Speise ein - die einen viel, die anderen wenig.
18 Als sie es jedoch abmaßen, hatten diejenigen, die viel gesammelt hatten, nicht zu viel und denjenigen, die nur wenig gesammelt hatten, fehlte nichts.6 Jeder hatte genau so viel gesammelt, wie er brauchte.
19 Dann befahl Mose ihnen: »Niemand soll etwas davon über Nacht aufbewahren.«
20 Aber einige von ihnen hörten nicht auf Mose und hoben etwas davon auf. Doch am nächsten Morgen war es voller Maden und stank. Da wurde Mose zornig auf sie.
21 Jeden Morgen sammelten alle so viel, wie sie benötigten. Sobald es dann aber heiß wurde, schmolz das, was sie nicht gesammelt hatten, weg.
22 Am sechsten Tag hatten sie doppelt so viel wie sonst gesammelt - zwei Krüge7 statt einem für jeden. Die führenden Männer des Volkes kamen zu Mose und berichteten es ihm.
23 Er gab ihnen folgende Antwort: »Genau so hat der Herr es ja angeordnet. Morgen ist ein Ruhetag, der heilige Sabbat für den Herrn. Deshalb kocht und backt heute, so viel ihr wollt. Und was übrig bleibt, könnt ihr für morgen aufbewahren.«
24 Die Israeliten machten es so, wie Mose es angeordnet hatte. Am nächsten Morgen war die übrig gebliebene Speise nicht verdorben und ohne Maden.
25 Mose sagte: »Esst es heute. Denn heute halten wir den Sabbat für den Herrn. Heute werdet ihr draußen nichts finden.
26 Sammelt sechs Tage lang die Körner. Der siebte Tag aber ist ein Ruhetag, an dem kein Manna für euch auf dem Boden liegen wird.«
27 Am siebten Tag gingen einige Israeliten trotzdem vors Lager, um Körner zu sammeln. Doch sie fanden nichts.
28 »Wie lange wird dieses Volk sich noch weigern meine Gebote und Anweisungen zu befolgen?«, fragte der Herr Mose.
29 »Ich habe euch den siebten Tag, den Sabbat, als Ruhetag gegeben. Deshalb gebe ich euch am sechsten Tag Nahrung für zwei Tage. Am Sabbat sollt ihr zu Hause bleiben. Niemand soll an diesem Tag das Lager verlassen.«
30 So ruhte das Volk am siebten Tag.
31 Die Israeliten nannten die Körner »Manna8«. Sie waren hell wie Koriandersamen und schmeckten wie Honigkuchen.
32 Dann sagte Mose zu den Israeliten: »Der Herr befiehlt Folgendes: `Bewahrt einen Krug9 Manna für eure Nachkommen auf. Auf diese Weise werden sie das Brot sehen können, das ich euch in der Wüste zu essen gab, als ich euch aus Ägypten führte.«
33 Mose beauftragte Aaron: »Fülle einen Krug mit Manna und bewahre ihn im Heiligtum auf als Erinnerung für die kommenden Generationen.«
34 Wie der Herr es Mose befohlen hatte, stellte Aaron den Krug später zur Aufbewahrung zu den Gesetzestafeln in die Bundeslade.
35 40 Jahre lang ernährten sich die Israeliten von Manna, bis sie an der Grenze von Kanaan in besiedeltes Gebiet kamen.
36 Ein Krug ist der zehnte Teil eines Efa10.
1 16,1 Hebr. Am 15. Tag des zweiten Monats. Der Auszug hatte am 14. Tag des ersten Monats stattgefunden (s. 12,6).
2 16,4 Vgl. Johannes 6,31.
3 16,12 Hebr. zwischen den Abenden, d. h. zwischen Sonnenuntergang und Dunkelwerden.
4 16,15 Hebr. man hu. Daher wird es später Manna genannt.
5 16,16 Das entspricht ca. 4 l.
6 16,18 Vgl. 2. Korinther 8,15.
7 16,22 Das entspricht ca. 8 l.
8 16,31 Hebr. Was ist das?, s. auch 16,15.
9 16,32 Das entspricht ca. 4 l. So auch in 16,33.34.
10 16,36 Ein Krug entspricht ca. 4 l, ein Efa ca. 40 l.
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