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Neues Leben. Die Bibel

Mose fordert Israel zum Gehorsam auf

1 Nun, ihr Israeliten, befolgt die Gesetze und Vorschriften, die ich euch lehren will. Dann werdet ihr am Leben bleiben und in das Land hineinkommen, das der Herr, der Gott eurer Väter, euch geben will, und es erobern.
2 Fügt dem Gesetz, das ich euch gebe, nichts hinzu und lasst nichts davon weg, damit ihr den Geboten des Herrn, eures Gottes, gehorcht, die ich euch verkünde.
3 Ihr habt gesehen, was der Herr wegen des Baal-Peors mit euch tat, als der Herr, euer Gott, alle vernichtete, die dem Baal-Peor nachgelaufen sind.
4 Ihr aber, die ihr dem Herrn, eurem Gott, damals die Treue gehalten habt, seid heute noch alle am Leben.
5 Wenn ihr in dem Land lebt, in das ihr zieht, um es zu erobern, sollt ihr diese Gesetze und Vorschriften halten. So wie der Herr, mein Gott, es mir aufgetragen hat, habe ich sie euch übermittelt.
6 Befolgt sie, denn ihretwegen werdet ihr eure Nachbarvölker durch eure Weisheit und Klugheit beeindrucken. Wenn sie von euren Gesetzen hören, werden sie sagen: `Dieses große Volk ist wirklich klug und weise.´
7 Welchem anderen großen Volk ist sein Gott so nahe, wie der Herr, unser Gott, uns nahe ist, wenn wir zu ihm rufen?
8 Und welches große Volk hat Gesetze und Vorschriften, die so gerecht sind wie das Gesetz, das ich euch heute gebe?
9 Nehmt euch jedoch in Acht! Vergesst niemals, was der Herr für euch getan hat. An diese Dinge sollt ihr euch erinnern, solange ihr lebt, und ihr sollt euren Kindern und Enkeln davon erzählen.
10 Erzählt ihnen auch von dem Tag, als ihr am Berg Sinai1 vor dem Herrn, eurem Gott, standet und er mir befahl: `Ruf die Israeliten zu mir, ich will zu ihnen sprechen, damit sie mich in ihrem Land ihr ganzes Leben lang achten und mein Gesetz an ihre Kinder weitergeben.´
11 Ihr habt euch am Fuß des Berges aufgestellt, während dieser in Flammen stand. Die Flammen loderten bis in den Himmel, der Berg war in dunkle Wolken und tiefe Finsternis gehüllt.
12 Und der Herr redete zu euch aus dem Feuer. Ihr habt seine Worte gehört. Seine Gestalt jedoch konntet ihr nicht sehen, ihr konntet nur seine Stimme hören.
13 Er verkündete seinen Bund, den er euch zu halten befahl: die Zehn Gebote, die er dann auf zwei Steintafeln schrieb.
14 Damals beauftragte mich der Herr, euch die Gesetze und Vorschriften zu lehren. Diese solltet ihr in dem Land befolgen, in das ihr ziehen würdet, um es zu erobern.

Warnung vor Götzendienst

15 An jenem Tag, an dem der Herr aus dem Feuer am Sinai zu euch sprach, habt ihr seine Gestalt nicht gesehen.
16 Passt deshalb auf, dass ihr nichts Böses tut, indem ihr euch irgendein Götzenbild anfertigt - ganz gleich, ob in Gestalt eines Mannes oder einer Frau,
17 in Gestalt eines Tieres, das auf der Erde lebt, oder eines Vogels, der am Himmel kreist,
18 in Gestalt eines Kriechtieres oder eines Fisches, der im Wasser schwimmt.
19 Und wenn ihr zum Himmel blickt und die Sonne, den Mond und die Sterne seht - all die Himmelskörper -, dann lasst euch nicht dazu verleiten sie anzubeten. Der Herr, euer Gott, hat sie für alle Völker auf der Erde geschaffen2.
20 Euch aber hat er aus dem Feuerofen, aus Ägypten, gerettet, damit ihr sein Volk, sein ureigenster Besitz, werdet, und das seid ihr heute.
21 Doch der Herr war euretwegen zornig auf mich. Er schwor, dass ich den Jordan nicht überschreiten und das gute Land nicht betreten sollte, das der Herr, euer Gott, euch als besonderes Eigentum gibt.
22 Ihr werdet zwar den Jordan überqueren, um das gute Land zu erobern; ich aber werde hier sterben und den Fluss nicht überqueren.
23 Hütet euch den Bund zu vergessen, den der Herr, euer Gott, mit euch geschlossen hat, indem ihr euch ein Gottesbild, in welcher Gestalt oder Form auch immer, schafft. Dieses hat der Herr, euer Gott, euch streng verboten.
24 Denn der Herr, euer Gott, ist ein verzehrendes Feuer, er ist ein eifersüchtiger Gott!
25 Angenommen, ihr lebt viele Jahre in dem Land, habt Kinder und Enkel und tut Böses, indem ihr euch irgendwelche Götzenbilder anfertigt. Das missfällt dem Herrn, eurem Gott, und fordert seinen Zorn heraus.
26 Ich rufe heute Himmel und Erde als Zeugen gegen euch auf. Wenn ihr so etwas tut, werdet ihr schnell wieder aus dem Land verschwinden, das ihr erobern werdet, nachdem ihr den Jordan überschritten habt. Ihr werdet dann nicht lange in dem Land leben, sondern vernichtet werden.
27 Der Herr wird euch unter die Völker zerstreuen und nur wenige von euch werden bei den Völkern überleben, zu denen euch der Herr führt.
28 Dort werdet ihr Götzen aus Holz und Stein anbeten, die von Menschen gemacht wurden; Götter, die weder sehen noch hören, weder essen noch riechen können.
29 Dann werdet ihr den Herrn, euren Gott, suchen. Und wenn ihr ihn aufrichtig und ernsthaft sucht, werdet ihr ihn finden.
30 Wenn diese schwere Zeit in ferner Zukunft über euch hereinbricht, werdet ihr schließlich wieder zum Herrn, eurem Gott, zurückkehren und auf seine Worte hören.
31 Denn der Herr, euer Gott, ist barmherzig. Er lässt euch nicht fallen, vernichtet euch nicht und vergisst auch nicht den Bund, den er mit euren Vorfahren schloss.

Es gibt nur einen Gott

32 Durchforscht doch einmal die ganze Geschichte, von der Zeit, als Gott die Menschen auf der Erde schuf, bis heute. Sucht von einem Ende der Erde bis zum anderen. Geschah denn schon einmal so etwas Großes oder hat man jemals zuvor etwas Vergleichbares gehört?
33 Hat je ein Volk die Stimme Gottes3 aus dem Feuer gehört - wie ihr - ohne zu sterben?
34 Hat je ein Gott den Versuch gemacht, sich ein Volk durch Prüfungen, Zeichen, Wunder, Krieg, Respekt einflößende Machtbeweise und schreckliche Taten aus einem anderen Volk zu holen, wie der Herr es in Ägypten vor euren Augen für euch tat?
35 Er hat euch diese Dinge gezeigt, damit ihr erkennt, dass der Herr Gott ist und dass es keinen anderen Gott gibt.
36 Er ließ euch seine Stimme aus dem Himmel hören, um euch zu unterweisen. Er ließ euch hier auf der Erde sein großes Feuer sehen und ihr habt sein Reden aus dem Feuer gehört.
37 Weil er eure Vorfahren liebte, hat er euch, ihre Nachkommen, auserwählt und euch selbst mit großer Macht aus Ägypten geführt.
38 Er vertreibt nun Völker, die größer und stärker sind als ihr, um euch in ihr Land zu bringen und es euch zum Besitz zu geben, genauso wie es jetzt der Fall ist.
39 Ihr sollt es heute wissen und es euch zu Herzen nehmen: Der Herr ist Gott im Himmel und auf der Erde und es gibt keinen anderen Gott!
40 Wenn ihr alle seine Vorschriften und Gebote befolgt, die ich euch heute gebe, wird es euch und euren Kindern gut gehen und ihr werdet lange in dem Land leben, das euch der Herr, euer Gott, für immer gibt.«

Die Freistädte im Osten

41 Danach wählte Mose drei Städte östlich des Jordan aus,
42 damit jeder, der versehentlich und nicht aus Hass einen Menschen getötet hatte, in eine dieser Städte fliehen und Schutz finden konnte.
43 Er wählte folgende Städte: Bezer auf der Hochebene der Wüste für den Stamm Ruben, Ramot in Gilead für den Stamm Gad sowie Golan in Baschan für den Stamm Manasse.

Einführung in das Gesetz

44 Dies ist das Gesetz, das Mose den Israeliten vorlegte.
45 Dies sind die Anordnungen, Gesetze und Vorschriften, die Mose den Israeliten gab, nachdem sie Ägypten verlassen hatten
46 und im Tal bei Bet-Peor östlich des Jordan lagerten. Zuvor hatte das Gebiet dem amoritischen König Sihon gehört, der von Heschbon aus regiert hatte. Doch Mose und die Israeliten hatten ihn und sein Volk besiegt, als sie von Ägypten heraufgezogen waren.
47 Die Israeliten eroberten sein Land und das Land König Ogs von Baschan - der beiden Amoriterkönige östlich des Jordan.
48 Die Israeliten besetzten das gesamte Gebiet von Aroër am Ufer des Arnon bis zum Berg Sion, der auch Hermon genannt wird,
49 und das östliche Jordantal bis hinunter zum Toten Meer am Fuß des Pisga.
1 4,10 Hebr. Horeb, ein anderer Name für Sinai; so auch in 4,15.
2 4,19 O. hat diese Himmelskörper den anderen Völkern zur Verehrung zugeteilt.
3 4,33 O. Stimme eines Gottes.
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