Hilfe

Neues Leben. Die Bibel

Reinigung im Fall eines ungeklärten Mordes

1 Angenommen, in dem Land, das der Herr, euer Gott, euch zum Besitz gibt, wird jemand ermordet auf einem Feld aufgefunden und es kann nicht aufgeklärt werden, wer den Mord begangen hat.
2 In diesem Fall sollen eure führenden Männer und Richter dorthin gehen und feststellen, welches die nächstgelegene Stadt ist.
3 Die Ältesten dieser Stadt sollen eine junge Kuh nehmen, die noch nie in ein Joch gespannt wurde oder sonstige Arbeiten verrichtet hat.
4 Diese sollen die Kuh in ein Bachtal führen, in dem weder gepflügt noch gesät wird. Dort sollen sie ihr das Genick brechen.
5 Dann sollen die levitischen Priester vortreten. Denn der Herr, euer Gott, hat sie erwählt, vor ihm zu dienen und im Namen des Herrn zu segnen. Außerdem sollen sie in allen Rechtsstreitigkeiten und bei allen Gewaltverbrechen ein Urteil fällen.
6 Die Ältesten jener Stadt, die dem Fundort des Ermordeten am nächsten liegt, sollen nun über der Kuh, deren Genick gebrochen wurde, ihre Hände waschen.
7 Dann sollen sie sagen: `Wir haben diesen Mann nicht umgebracht und wir waren auch nicht Zeugen der Tat.
8 O Herr, vergib deinem Volk, den Israeliten, die du befreit hast. Gib ihnen nicht die Schuld an dem Tod eines unschuldigen Menschen.´ Auf diese Weise sollen sie von der Schuld des Mordes befreit werden.
9 Wenn ihr diese Anweisungen befolgt, tut ihr, was in den Augen des Herrn richtig ist. So werdet ihr euer Volk von der Schuld an dem Mord reinigen.

Die Heirat mit einer Kriegsgefangenen

10 Angenommen, ihr zieht gegen eure Feinde in den Krieg und der Herr, euer Gott, gibt sie in eure Hände und ihr macht Gefangene.
11 Dann kann es sein, dass einer von euch unter den Gefangenen eine schöne Frau sieht, sich in sie verliebt und sie heiraten will.
12 In diesem Fall soll er sie mit in sein Haus nehmen. Dort soll sie sich den Kopf scheren, ihre Nägel schneiden,
13 die Kleider ihrer Gefangenschaft ausziehen und neue Kleider anziehen. Sie soll in seinem Haus bleiben und einen Monat lang um ihre Eltern trauern. Danach kann er sie heiraten und sie soll seine Frau sein.
14 Wenn sie ihm dann nicht mehr gefällt, muss er sie gehen lassen, wohin sie will. Er darf sie nicht verkaufen und auch nicht wie eine Sklavin behandeln, denn er hat sie gegen ihren Willen zur Frau genommen.

Die Rechte der Erstgeborenen

15 Angenommen, ein Mann hat zwei Frauen und liebt nur die eine1, die andere aber nicht. Beide jedoch haben ihm einen Sohn geboren, und der erstgeborene Sohn stammt von der Frau, die er nicht liebt2.
16 Wenn dieser Mann seinen Besitz als Erbe unter seinen Söhnen aufteilt, darf er den Sohn der geliebten Frau3 nicht als Erstgeborenen behandeln. Denn der Sohn der ungeliebten Frau ist eigentlich der Erstgeborene.
17 Er muss seinen ältesten Sohn, den er zuerst zeugte und dem das Recht des Erstgeborenen zusteht, anerkennen und ihm den doppelten Anteil seines Besitzes vererben, auch wenn dieser der Sohn der ungeliebten Frau ist.

Der Umgang mit einem rebellischen Sohn

18 Angenommen, ein Mann hat einen unbelehrbaren, eigensinnigen Sohn, der seinen Eltern nicht gehorchen will, nicht einmal, wenn sie ihn deswegen bestrafen.
19 In diesem Fall sollen die Eltern ihren Sohn packen und vor die Ältesten der Stadt zum Gerichtsplatz am Tor bringen.
20 Sie sollen erklären: `Unser Sohn ist unbelehrbar und eigensinnig und weigert sich, uns zu gehorchen. Er ist ein Fresser und Säufer.´
21 Daraufhin sollen alle Männer dieser Stadt ihn zu Tode steinigen. Auf diese Weise sollt ihr das Böse bei euch beseitigen. Alle Israeliten sollen davon hören, damit sie abgeschreckt werden.

Verschiedene Vorschriften

22 Wenn jemand ein Verbrechen begangen hat, auf das die Todesstrafe steht, und der Tote nach seiner Hinrichtung an einen Baum gehängt wurde,
23 dürft ihr den Leichnam nicht über Nacht an dem Baum hängen lassen. Ihr sollt ihn noch am selben Tag bestatten, denn ein auf diese Weise Aufgehängter ist von Gott verflucht. Verunreinigt nicht das Land, das der Herr, euer Gott, euch zum Besitz gibt!
1 21,15a O. er liebt die eine mehr als die andere.
2 21,15b O. die er weniger liebt. So auch 21,16.17.
3 21,16 O. der Frau, die er mehr liebt.
© 2018 ERF Medien