Hilfe

Neues Leben. Die Bibel

Die Israeliten beklagen sich bei Mose

1 Doch schon bald begannen die Israeliten sich beim Herrn über ihre Schwierigkeiten zu beklagen. Als der Herr dies hörte, wurde er zornig auf sie und ließ ein Feuer am Rand ihres Lagers ausbrechen, das einen Teil des Lagers zerstörte.
2 Die Israeliten liefen zu Mose und schrien um Hilfe. Da betete er zum Herrn und das Feuer erlosch.
3 Deshalb wurde dieser Ort Tabera1 genannt, weil dort Feuer vom Herrn unter ihnen gewütet hatte.
4 Doch die Fremden, die mit ihnen zogen, sehnten sich nach Annehmlichkeiten, und so klagten auch die Israeliten von neuem. »Wer gibt uns Fleisch zu essen?«, jammerten sie.
5 »Denkt nur an die vielen Fische, die wir in Ägypten ganz umsonst bekamen. Wir bekamen so viele Gurken und Melonen, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch, wie wir nur wollten.
6 Aber jetzt haben wir alle Lust am Essen verloren, wo wir nichts außer diesem Manna zu sehen bekommen!«
7 Das Manna sah aus wie Koriandersamen und hatte die Farbe von Edelharz.
8 Die Leute gingen umher, sammelten es vom Boden auf und mahlten es mit Handmühlen oder zerstießen es in Mörsern. Dann kochten sie es in Töpfen oder backten Fladenbrote. Das Manna schmeckte wie Ölkuchen.
9 Jede Nacht, wenn der Tau auf das Lager fiel, kam auch das Manna herab.
10 Mose hörte, wie die israelitischen Familien vor ihren Zelten standen und jammerten, und der Herr wurde sehr zornig. Da wurde auch Mose ungehalten
11 und er fragte den Herrn: »Warum behandelst du deinen Diener so schlecht? Womit habe ich es verdient, dass du mir die Verantwortung für solch ein Volk auflädst?
12 Bin ich etwa die Mutter dieses Volkes? Oder habe ich es geboren, sodass du mich aufforderst: `Trag es auf deinen Armen - so wie eine Amme einen Säugling trägt - in das Land, das ich ihren Vorfahren mit einem Eid versprochen habe.´?
13 Woher soll ich denn Fleisch nehmen, um es all den Menschen zu geben? Denn sie jammern und rufen: `Gib uns Fleisch zu essen!´
14 Ich kann die Sorge für dieses Volk nicht allein tragen, diese Last ist zu schwer für mich.
15 Willst du mir aber nicht helfen, dann töte mich lieber gleich, wenn du mir etwas Gutes tun willst, damit ich meine elende Lage nicht länger mit ansehen muss!«

Mose wählt 70 Anführer aus

16 Da sprach der Herr zu Mose: »Versammle 70 der führenden Männer Israels, von denen du weißt, dass sie Älteste und Vorsteher des Volkes sind. Lass sie zum Zelt Gottes kommen und sich dort mit dir zusammen aufstellen.
17 Ich werde herabkommen und dort zu dir sprechen. Ich werde einen Teil von dem Geist, der auf dir ruht, nehmen und auf sie legen. Sie sollen die Sorge für das Volk gemeinsam mit dir tragen, damit du die Last nicht mehr alleine tragen musst.
18 Befiehl dem Volk, dass es sich heiligen soll. Sag den Leuten: `Morgen werdet ihr Fleisch zu essen bekommen, denn ihr seid mir mit eurem Gejammer in den Ohren gelegen: »Wer gibt uns Fleisch zu essen? Wie gut hatten wir es doch in Ägypten!« Der Herr wird euch Fleisch geben und ihr werdet davon essen.
19 Nicht nur einen Tag sollt ihr davon essen, auch nicht zwei, fünf, zehn oder 20 Tage.
20 Ihr werdet einen ganzen Monat lang Fleisch essen, bis es euch wieder zu den Ohren herauskommt und ihr euch davor ekeln werdet. Denn ihr habt den Herrn, der mitten unter euch lebt, zurückgewiesen, indem ihr vor ihm gejammert habt: »Warum haben wir Ägypten nur verlassen!«´«
21 Mose wandte ein: »Es sind 600.000 wehrfähige Männer hier bei mir und du versprichst ihnen so viel Fleisch zu geben, dass sie einen ganzen Monat zu essen haben.
22 Können denn so viele Schafe und Rinder für sie geschlachtet werden, dass es genug für jeden gibt? Oder würde es ausreichen, wenn alle Fische im Meer gefangen würden?«
23 Da entgegnete der Herr: »Ist meine Macht etwa begrenzt? Du wirst schon sehen, ob meine Ankündigung eintrifft oder nicht.«
24 Also ging Mose hinaus und teilte dem Volk die Worte des Herrn mit. Dann berief er 70 der führenden Männer und wies sie an, sich um das Zelt Gottes herum aufzustellen.
25 Da kam der Herr in der Wolke herab und redete mit Mose. Er nahm etwas von dem Geist, der auf Mose lag, und legte ihn auf die 70 führenden Männer. Sobald der Geist auf sie kam, weissagten sie. Dies geschah jedoch nur dieses eine Mal.
26 Zwei Männer waren noch im Lager, als der Geist auf sie kam; der eine hieß Eldad, der andere Medad. Sie gehörten zu den führenden Männern des Volkes, waren aber nicht zum Zelt Gottes gegangen und begannen nun mitten im Lager zu weissagen.
27 Ein junger Mann lief zu Mose und berichtete ihm: »Eldad und Medad reden im Lager prophetisch.«
28 Josua, der Sohn Nuns, der von seiner Jugend an Moses Diener war, forderte: »Mose, mein Herr, hindere sie doch daran!«
29 Doch Mose antwortete: »Willst du etwa meine Rechte eifersüchtig verteidigen? Ich wünschte mir, dass alle aus dem Volk des Herrn Propheten wären und dass der Herr seinen Geist auf alle legte!«
30 Dann kehrte Mose zusammen mit den führenden Männern Israels ins Lager zurück.

Der Herr schickt Wachteln

31 Danach ließ der Herr einen Wind aufkommen, der Wachteln vom Meer herüber trieb. Die Wachteln fielen beim Lager auf den Boden. Etwa eine Tagesreise2 weit lagen die Wachteln bis zu zwei Ellen3 hoch rings um das Lager auf dem Boden.
32 Die Israeliten machten sich auf und sammelten den ganzen Tag, die ganze Nacht und noch den ganzen darauffolgenden Tag lang Wachteln. Jeder sammelte mindestens zehn Säcke voll! Dann breiteten sie die Vögel rings um das Lager aus, um sie zu dörren.
33 Als sie das Fleisch in den Mund gesteckt, aber noch nicht gekaut hatten, da entbrannte der Zorn des Herrn gegen das Volk und er schlug die Israeliten mit einer sehr schweren Plage.
34 Dieser Ort wurde daher Kibroth-Hattaawa4 genannt, weil dort die Leute begraben wurden, die gierig gewesen waren.
35 Die Israeliten aber zogen weiter nach Hazerot.
1 11,3 Hebr. Stätte des Verbrennens.
2 11,31a Das entspricht ca. 30-40 km.
3 11,31b Das entspricht ca. 1 m.
4 11,34 D. h. Gräber der Gier.
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