Hilfe

Neues Leben. Die Bibel

Hiskia bittet den Herrn um Hilfe

1 Als König Hiskia ihren Bericht hörte, zerriss er seine Kleider, legte ein Gewand aus grobem Tuch an und ging in das Haus des Herrn.
2 Er schickte den Palastverwalter Eljakim, den Hofschreiber Schebna und die obersten Priester, alle in grobes Tuch gekleidet, zum Propheten Jesaja, dem Sohn des Amoz.
3 Sie richteten ihm aus: »So spricht König Hiskia: `Dies ist ein Tag der Not, der Strafe und der Schande. Es ist, als wenn ein Kind geboren werden sollte und die Mutter hat nicht die Kraft dazu.
4 Aber vielleicht hat der Herr, dein Gott, ja gehört, wie der Mundschenk des Königs von Assyrien den lebendigen Gott verhöhnt hat, und straft ihn für seine Worte. Bete für diejenigen von uns, die noch übrig sind!´«
5 Als König Hiskias Männer Jesaja die Botschaft ausgerichtet hatten,
6 antwortete der Prophet: »Sagt eurem Herrn: So spricht der Herr: `Hab keine Angst wegen der lästerlichen Rede, die der Diener des Königs von Assyrien gegen mich gehalten hat.
7 Ich werde dafür sorgen, dass der König aus Assyrien die Nachricht erhält, dass seine Anwesenheit zu Hause dringend erforderlich ist. Dann werde ich dafür sorgen, dass er in sein Land zurückkehrt, und dort werde ich ihn mit dem Schwert töten.´«
8 In der Zwischenzeit war der Mundschenk des assyrischen Königs zu seinem König zurückgekehrt. Dieser hatte sich aus Lachisch zurückgezogen und Libna angegriffen.
9 Doch schon bald erreichte ihn die Nachricht, dass König Tirhaka von Äthiopien1 ein Heer gegen ihn in den Krieg führe. Da ließ er Hiskia folgende Botschaft zukommen:
10 »Diese Botschaft ist für König Hiskia von Juda bestimmt. Lass dich von deinem Gott, auf den du vertraust, nicht mit Versprechungen täuschen, der König von Assyrien werde Jerusalem nicht erobern.
11 Du weißt sehr wohl, dass die Könige von Assyrien alle Länder vernichtet haben, wohin sie auch kamen! Warum sollte es dir anders ergehen?
12 Was ist mit Gosan, Haran und Rezef oder dem Volk von Eden, das in Telassar lebte? Haben ihre Götter sie retten können? Nein, meine Vorgänger haben sie alle vernichtet!
13 Was wurde aus dem König von Hamat und dem König von Arpad? Was aus den Königen von Sefarwajim, Hena und Awa?«
14 Nachdem Hiskia diesen Brief erhalten und gelesen hatte, ging er hinauf zum Haus des Herrn und breitete das Schreiben vor dem Herrn aus.
15 Dann betete er zum Herrn: »Herr, Gott Israels, der du zwischen Cherubim thronst! Du allein bist Gott über alle Königreiche der Erde. Du allein hast Himmel und Erde geschaffen.
16 Höre meine Worte, Herr, und erhöre mich! Öffne deine Augen, Herr, und sieh! Höre Sanheribs Lästerworte gegen den lebendigen Gott.
17 Es stimmt, Herr, dass die Könige Assyriens all jene Völker und ihr Land vernichtet haben.
18 Sie haben die Götter dieser Völker ins Feuer geworfen. Denn es waren ja gar keine Götter, sondern nur Holz und Stein, von Menschen geschaffen. Die konnten sie vernichten.
19 Herr, unser Gott, rette uns vor seiner Macht; dann werden alle Königreiche der Erde wissen, dass du allein, Herr, Gott bist.«

Jesaja sagt Judas Befreiung voraus

20 Da schickte Jesaja, der Sohn des Amoz, Hiskia folgende Botschaft: »So spricht der Herr, der Gott Israels: `Ich habe dein Gebet erhört.´ Über Sanherib, den König von Assyrien,
21 hat der Herr Folgendes zu sagen: `Die jungfräuliche Tochter Zion verachtet und verspottet dich. Die Tochter Jerusalem schüttelt den Kopf hinter dir her.
22 Was glaubst du eigentlich, wen du beschimpft und gelästert hast? Gegen wen hast du deine Stimme erhoben? Auf wen hast du so hochmütig herabgesehen? Es war der Heilige Israels!
23 Durch deine Boten hast du den Herrn verspottet. Du hast gesagt: »Mit meinen vielen Streitwagen habe ich die höchsten Berge erobert - die fernsten Gipfel des Libanon. Ich habe seine mächtigsten Zedern gefällt und seine schönsten Zypressen. Ich habe das Land erforscht bis an seine äußersten Winkel, habe seine dichtesten Wälder durchstreift.
24 Ich habe Brunnen in so manchem fremden Land gegraben und mich an ihrem Wasser erfrischt. Mit meiner Fußsohle trockne ich die Flüsse Ägyptens aus.«
25 Aber hast du nicht gehört? Ich habe es vor langer Zeit beschlossen. Von Anfang an habe ich geplant, was ich jetzt geschehen lasse: dass du befestigte Städte in Trümmerhaufen verwandeln sollst.
26 Deshalb waren ihre Einwohner so wehrlos. Sie waren voller Furcht und wurden dir zur leichten Beute. Deshalb waren sie wie Gras, so leicht zu zertreten wie zarte junge Pflanzen auf dem Feld. Sie waren wie Gras, das auf dem Hausdach grünt und verdorrt, bevor es wachsen kann.
27 Doch ich kenne dich gut - ich weiß von deinem Kommen und Gehen und allen deinen Taten. Ich erinnere mich, wie du gegen mich gewütet hast.
28 Weil du gegen mich aufbegehrt hast und ich deinen Übermut sehr wohl gehört habe, werde ich dir einen Ring durch die Nase bohren und dir meine Zügel anlegen. Ich werde dafür sorgen, dass du umkehrst und auf demselben Weg zurückgehst, auf dem du gekommen bist.´
29 Und das ist das Zeichen für dich: Dieses Jahr wirst du nur das essen, was von selbst wächst, und nächstes Jahr wirst du nur das essen, was aus diesem gewachsen ist. Doch im dritten Jahr wirst du Korn säen und ernten; du wirst Weinstöcke pflanzen und ihre Früchte essen.
30 Und das, was übrig geblieben ist von Juda und entkommen konnte, wird wieder im Boden Wurzel fassen, gedeihen und Frucht bringen.
31 Denn ein Rest wird von Jerusalem ausgehen, eine Schar Gerettete vom Berg Zion. Dafür wird der Herr, der Allmächtige, sorgen.
32 `Und so spricht der Herr über den König von Assyrien: Er wird diese Stadt nicht betreten, um seine Pfeile darin abzuschießen. Er wird nicht mit seinen Schilden vor ihren Toren aufmarschieren und keine Erdwälle gegen die Stadtmauern aufschütten.
33 Auf der Straße, auf der er gekommen ist, wird er zurückkehren. Er wird diese Stadt nicht betreten, spricht der Herr.
34 Denn ich werde diese Stadt verteidigen und retten - um meiner Ehre willen und meinem Diener David zuliebe.´«
35 In dieser Nacht ging der Engel des Herrn hinaus ins assyrische Lager und tötete 185.000 Mann. Als sie am nächsten Morgen aufwachten, lag alles voller Leichen.
36 Da brach König Sanherib von Assyrien das Lager ab und kehrte in sein Land zurück. Er blieb in Ninive.
37 Eines Tages, als er im Tempel seines Gottes Nisroch anbetete, wurde er von seinen Söhnen Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert getötet. Die beiden flohen ins Land Ararat und sein Sohn Asarhaddon wurde nach ihm König.
1 19,9 Hebr. von Kusch.
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