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Neues Leben. Die Bibel

David verschont Saul

1 Danach zog David sich an unzugängliche Stellen in den Bergen von En-Gedi zurück.
2 Nachdem Saul die Philister verfolgt hatte und zurückgekehrt war, wurde ihm gemeldet: »David ist jetzt in der Wüste En-Gedi.«
3 Saul wählte 3.000 der besten Krieger Israels aus und machte sich in der Nähe der Steinbockfelsen auf die Suche nach David und seinen Männern.
4 An der Stelle, an der die Straße an ein paar Schafhürden vorüberführt, ging Saul in eine Höhle, um seine Notdurft zu verrichten. Doch hinten in dieser Höhle hielten sich David und seine Männer versteckt.
5 Die flüsterten ihm zu: »Heute ist der Tag, von dem der Herr zu dir gesagt hat: `Ich werde dir deinen Feind in deine Hand geben, sodass du mit ihm tun kannst, was du willst.´« David schlich sich nach vorne und schnitt heimlich einen Zipfel von Sauls Gewand ab.
6 Doch dann bekam David ein schlechtes Gewissen, weil er etwas von Sauls Gewand abgeschnitten hatte.
7 Und er sagte zu seinen Männern: »Der Herr bewahre mich davor, dass ich dem Gesalbten des Herrn etwas antue. Denn er ist ja der Gesalbte des Herrn.«
8 Und er wies seine Männer zurecht und ließ nicht zu, dass sie Saul etwas antaten. Nachdem Saul die Höhle verlassen hatte und weitergegangen war,
9 trat David heraus und rief ihm nach: »Mein Herr und König!« Und als Saul sich umdrehte, verneigte David sich tief und warf sich vor ihm nieder.
10 Dann rief er Saul zu: »Warum hörst du auf Leute, die sagen, David wolle dir schaden?
11 Heute kannst du mit eigenen Augen sehen, dass es nicht wahr ist. Denn der Herr hatte dich hinten in der Höhle in meine Hand gegeben, und ein paar meiner Männer verlangten von mir, dass ich dich töte. Doch ich habe dich verschont. Ich habe gesagt: `Niemals werde ich ihm, meinem Herrn, etwas antun, denn er ist der Gesalbte des Herrn.´
12 Sieh, mein Vater, was ich in der Hand halte. Es ist ein Zipfel deines Gewandes! Ich habe es abgeschnitten, aber ich habe dich nicht getötet. Das zeigt, dass ich dir nicht schaden will und dass ich nicht an dir schuldig geworden bin. Aber du jagst mich und willst mich töten.
13 Der Herr wird zwischen uns entscheiden. Er wird dich für das strafen, was du mir anzutun versuchst, aber ich werde dir niemals Schaden zufügen.
14 Wie es ein altes Sprichwort sagt: `Böse Menschen begehen böse Taten.´ Ich werde dir nichts antun.
15 Wem jagt der König von Israel überhaupt nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh!
16 Der Herr soll darüber richten, wer von uns Recht hat. Er soll mein Fürsprecher sein und mir zu meinem Recht verhelfen!«
17 Als David geendet hatte, rief Saul: »Bist du es wirklich, mein Sohn David?« Und er begann zu weinen.
18 Dann sagte er zu David: »Du bist gerechter als ich, denn du hast mir Böses mit Gutem vergolten.
19 Ja, du hast mir heute bewiesen, wie gut du mit mir umgehst. Der Herr hat mich dir ausgeliefert und du hättest mich töten können, aber du hast es nicht getan.
20 Wer würde schon seinen Feind entkommen lassen, wenn er ihn in seiner Gewalt hat? Was du heute für mich getan hast, dafür soll der Herr dich belohnen.
21 Ich weiß genau, dass du König werden wirst, und deine Herrschaft über Israel wird Bestand haben.
22 Schwöre mir beim Herrn, dass du meine Nachkommen nicht töten und mein Geschlecht nicht auslöschen wirst!«
23 David schwor es und Saul kehrte nach Hause zurück. David und seine Männer dagegen zogen wieder in die Berge hinauf.
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