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Neues Leben. Die Bibel

Samuels Abschiedsrede

1 Danach wandte Samuel sich an das Volk: »Ich habe getan, was ihr verlangt habt, und euch einen König gegeben.
2 Nun wird er euch vorangehen. Ich aber bin alt und grau geworden und auch meine Söhne leben unter euch. Seit ich ein Junge war bis heute, habe ich euch als euer Anführer gedient.
3 Jetzt sagt mir, während ihr hier vor dem Herrn und vor seinem Gesalbten steht - wessen Rind oder Esel habe ich gestohlen? Habe ich jemals einen von euch betrogen? Habe ich euch jemals unterdrückt? Habe ich jemals Bestechungsgeld angenommen und mich dadurch beeinflussen lassen? Sagt es mir, und ich will wieder gutmachen, was ich Unrechtes getan habe.«
4 »Nein«, antworteten sie, »du hast uns niemals betrogen oder unterdrückt und hast nicht ein einziges Mal Bestechungsgeld angenommen.«
5 »Der Herr und sein Gesalbter sind heute meine Zeugen«, erklärte Samuel, »dass ihr mir nichts vorwerfen könnt.« »Ja, so ist es«, antworteten sie.
6 »Es war der Herr, der Mose und Aaron eingesetzt hat«, fuhr Samuel fort. »Er hat eure Vorfahren aus dem Land Ägypten herausgeführt.
7 Nun steht still vor dem Herrn, während ich euch an all die großen Taten erinnere, die der Herr für euch und eure Vorfahren vollbracht hat.
8 Als die Israeliten in Ägypten waren1 und eure Vorfahren zum Herrn schrien, sandte er Mose und Aaron, um sie aus Ägypten herauszuführen und in dieses Land zu bringen.
9 Aber schon bald vergaß das Volk den Herrn, seinen Gott. Deshalb lieferte der Herr sie an Sisera, den Heerführer von Hazor, an die Philister und den König von Moab aus, die gegen sie kämpften.
10 Da schrien sie wieder zum Herrn und bekannten: `Wir haben gesündigt, indem wir uns vom Herrn abwandten und die Bilder des Baal und der Astarte anbeteten. Aber wir wollen dich anbeten, wenn du uns vor unseren Feinden rettest.´
11 Da sandte der Herr Jerubbaal, Barak2, Jeftah und Samuel3, um euch vor euren Feinden ringsumher zu retten, und ihr konntet in Sicherheit leben.
12 Doch als ihr saht, dass Nahasch, der König der Ammoniter, gegen euch zum Kampf auszog, seid ihr zu mir gekommen und habt einen König von mir gefordert, der über euch herrscht, obwohl doch der Herr, euer Gott, bereits euer König ist.
13 Nun gut, hier ist der König, den ihr erwählt und den ihr erbeten habt. Ja, der Herr hat nun einen König über euch eingesetzt.
14 Wenn ihr von nun an den Herrn fürchtet und ihm dient und auf seine Stimme hört, wenn ihr euch nicht gegen die Gebote des Herrn auflehnt, und wenn ihr und euer König, der über euch herrscht, dem Herrn, eurem Gott, nachfolgt, dann wird er mit euch sein.
15 Wenn ihr euch jedoch gegen die Gebote des Herrn auflehnt und nicht auf ihn hören wollt, wird seine Hand so schwer auf euch lasten wie auf euren Vorfahren.
16 Nun kommt her und seht, was der Herr Großes vor euren Augen tun wird.
17 Es ist doch gerade die Zeit der Weizenernte; ich will den Herrn bitten, Donner und Regen zu schicken. Dann werdet ihr erkennen, wie unrecht es in den Augen des Herrn von euch war, um einen König zu bitten!«
18 Samuel rief zum Herrn, und der Herr schickte Donner und Regen. Da fürchtete sich das ganze Volk vor dem Herrn und vor Samuel.
19 »Bete für uns zum Herrn, deinem Gott, dass wir nicht sterben!«, schrien sie. »Denn jetzt haben wir all unseren Sünden auch noch die Sünde hinzugefügt, um einen König zu bitten.«
20 »Habt keine Angst«, beruhigte Samuel sie. »Es stimmt, ihr habt Unrecht getan. Doch von nun an dient dem Herrn mit eurem ganzen Herzen und wendet euch niemals wieder von ihm ab.
21 Betet nicht wieder ohnmächtige Götzen an, die euch nicht helfen oder retten können - sie sind nutzlos!
22 Der Herr wird sein auserwähltes Volk um seines großen Namens willen nicht verlassen. Er hat euch zu seinem Volk gemacht.
23 Was mich angeht, so werde ich ganz bestimmt nicht gegen den Herrn sündigen, indem ich aufhöre, für euch zu beten. Und ich werde euch weiterhin lehren, was gut und richtig ist.
24 Aber ihr sollt den Herrn fürchten und ihm aufrichtig dienen. Denkt an all das Wunderbare, das er für euch getan hat.
25 Wenn ihr jedoch weiterhin sündigt, werdet ihr und euer König vernichtet werden.«
1 12,8 Hebr. Als Jakob in Ägypten war.
2 12,11a So in der griech. und der syr. Version; im Hebr. heißt es Bedan.
3 12,11b In der syr. Version steht Simson.
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