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Neues Leben. Die Bibel

Rache an Sichem

1 Eines Tages besuchte Dina einige junge Frauen, die in der Gegend lebten.
2 Als Sichem, der Sohn des Hiwiters Hamor, des Landesfürsten, sie sah, packte und vergewaltigte er sie.
3 Doch Sichem verliebte sich in Dina und bemühte sich, ihre Zuneigung zu gewinnen.
4 Er sprach sogar mit seinem Vater darüber. »Nimm mir dieses Mädchen zur Frau«, verlangte er.
5 Jakob erfuhr sehr bald, dass seine Tochter vergewaltigt worden war. Doch da seine Söhne gerade draußen auf dem Feld das Vieh hüteten, unternahm er nichts, sondern wartete ihre Heimkehr ab.
6 Hamor, der Vater von Sichem, kam zu Jakob, um die Sache mit ihm zu besprechen.
7 Währenddessen kamen auch Jakobs Söhne zurück. Als sie hörten, dass ihre Schwester vergewaltigt worden war, waren sie gekränkt und außer sich vor Wut. Sichem hatte Schande über Jakobs Familie1 gebracht, indem er mit Dina schlief. So etwas hätte nicht geschehen dürfen.
8 Hamor sagte zu Jakob und seinen Söhnen: »Mein Sohn Sichem hat sich in das Mädchen verliebt. Bitte gebt sie ihm zur Frau.
9 Verschwägert euch mit uns: Heiratet ihr unsere Töchter und gebt uns eure Töchter.
10 Siedelt euch bei uns an; unser Land steht euch offen! Werdet sesshaft und treibt Handel mit uns. Ihr dürft auch Landbesitz bei uns erwerben.«
11 Dann sagte Sichem zu Dinas Vater und ihren Brüdern: »Seid mir doch gewogen«, bat er. »Ich will euch geben, was immer ihr fordert.
12 Ganz gleich, wie hoch die Mitgift ist, die ihr verlangt, ich will sie bezahlen - nur gebt mir das Mädchen zur Frau.«
13 Dinas Brüder täuschten Sichem und seinen Vater Hamor jedoch, weil Sichem ihre Schwester Dina entehrt hatte.
14 Deshalb sagten sie zu ihnen: »Wir können eurer Bitte unmöglich nachkommen und unsere Schwester einem unbeschnittenen Mann geben. Denn das wäre eine Schande für uns.
15 Unter einer Bedingung könnten wir aber doch auf euren Wunsch eingehen: Wenn ihr werdet wie wir und alle eure Männer sich beschneiden2 lassen,
16 dann werden wir hier leben und unsere Kinder mit euren Kindern verheiraten. Wir werden hier wohnen bleiben und mit euch zu einem Volk werden.
17 Wenn ihr das nicht tut, nehmen wir unsere Schwester und ziehen weiter.«
18 Hamor und seinem Sohn Sichem gefiel der Vorschlag.
19 Sichem wollte keine Zeit verlieren, der Forderung nachzukommen, denn er liebte Dina sehr. Sichem war ein hoch geachtetes Mitglied seiner Familie.
20 Hamor und Sichem gingen zum Stadttor, um diese Angelegenheit mit den Männern der Stadt zu besprechen.
21 »Diese Männer sind unsere Freunde«, sagten sie. »Sie könnten doch hier unter uns leben und ihren Geschäften nachgehen. Unser Land ist groß genug sie aufzunehmen und wir könnten uns mit ihnen verbinden, indem wir unsere Kinder mit ihren Kindern verheiraten.
22 Sie sind allerdings nur unter einer Bedingung bereit zu bleiben und mit uns zu einem Volk zu werden: Jeder von uns Männern muss sich beschneiden lassen, so wie es bei ihnen üblich ist.
23 Kommt, lasst uns ihrer Forderung nachkommen, damit sie sich bei uns niederlassen. Dann werden alle ihre Herden und ihr Besitz uns gehören.«
24 Alle Männer der Stadt waren einverstanden und ließen sich beschneiden.
25 Drei Tage später jedoch, als ihre Wunden stark schmerzten, nahmen zwei von Dinas Brüdern, Simeon und Levi, ihre Schwerter und drangen ungehindert in die Stadt ein. Sie brachten alle Männer darin um,
26 auch Hamor und Sichem. Dann holten sie Dina aus Sichems Haus und zogen davon.
27 Die Söhne Jakobs fielen über die Erschlagenen her und plünderten gemeinsam die Stadt, weil ihre Schwester dort vergewaltigt worden war.
28 Sie nahmen alle Schafe, Ziegen, Rinder und Esel mit und raubten alles, was sie sonst noch in der Stadt und draußen auf den Feldern fanden.
29 Auch die Frauen und Kinder nahmen sie mit und plünderten alles, was sie in den Häusern fanden.
30 Nach dieser Tat sagte Jakob zu Levi und Simeon: »Ihr habt mich ins Unglück gestürzt! Jetzt bin ich allen Bewohnern dieses Landes - den Kanaanitern und Perisitern - verhasst. Wir sind nur wenige. Wenn sie sich gegen uns zusammentun, werden sie uns vernichten. Sie werden uns alle umbringen!«
31 Doch sie entgegneten: »Hat er nicht unsere Schwester wie eine Prostituierte behandelt?«
1 34,7 Hebr. über Israel.
2 34,15 Vgl. 1. Mose 17,9-14.
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