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Neues Leben. Die Bibel

David in hohem Alter

1 König David war mittlerweile sehr alt geworden. Ihm wurde überhaupt nicht mehr warm, obwohl sie viele Decken auf ihn häuften.
2 Da meinten seine Diener zu ihm: »Lass uns für dich ein unberührtes junges Mädchen suchen, das dich bedienen und pflegen soll. Es kann in deinen Armen liegen, damit dir warm wird.«
3 Sie suchten in ganz Israel nach einem schönen Mädchen und fanden schließlich Abischag aus der Stadt Schunem. Die brachten sie zum König.
4 Sie war außergewöhnlich schön, und von da an bediente sie den König und sorgte für ihn. Er aber schlief nicht mit ihr.

Adonija erhebt Anspruch auf den Thron

5 Nun wurde Adonija, dessen Mutter Haggit war, überheblich und sagte: »Ich will jetzt König werden!« Er verschaffte sich Streitwagen und Pferde1 und verpflichtete 50 Männer, die vor ihm herliefen.
6 Noch nie in seinem Leben war er von seinem Vater ermahnt worden; der König hatte ihn nie gefragt: »Warum tust du das?« Außerdem war Adonija ein sehr gut aussehender Mann und nach Absalom Davids zweitgeborener Sohn.
7 Er sprach mit Joab, dem Sohn Zerujas, und dem Priester Abjatar. Sie erklärten sich einverstanden, ihm zu helfen.
8 Unter denen, die nicht bereit waren, Adonija zu unterstützen, waren der Priester Zadok, Benaja, der Sohn Jojadas, und der Prophet Nathan sowie Schimi, Reï und die Leibwache Davids2.
9 Adonija zog zum Stein Sohelet3 bei der Quelle Rogel und opferte Schafe, Rinder und gemästete Kälber. Er lud alle seine Brüder - die Söhne des Königs - und alle Männer aus Juda, die dem König dienten, zur Opferung ein.
10 Aber den Propheten Nathan, Benaja, die Leibwache des Königs und seinen Bruder Salomo lud er nicht ein.
11 Da fragte der Prophet Nathan Batseba, Salomos Mutter: »Weißt du, dass Haggits Sohn Adonija sich selbst zum König ernannt hat? Und David, unser Herr, weiß nichts davon!
12 Wenn du dein Leben und das deines Sohnes Salomo retten willst, dann folge meinem Rat.
13 Geh jetzt gleich zu König David und sprich zu ihm: `Mein Herr, hast du mir, deiner Dienerin, nicht versprochen: »Dein Sohn Salomo soll der nächste König werden und auf meinem Thron sitzen?« Wie kommt es, dass nun Adonija König geworden ist?´
14 Und noch während du mit ihm sprichst, werde ich hereinkommen und deine Worte bestätigen.«
15 Batseba ging ins Schlafzimmer des Königs. Er war jetzt sehr alt und wurde von Abischag aus Schunem versorgt.
16 Batseba verneigte sich und warf sich vor ihm nieder. »Was ist dein Anliegen?«, fragte er sie.
17 Sie antwortete: »Mein Herr, du hast mir, deiner Dienerin, beim Herrn, deinem Gott, geschworen: `Dein Sohn Salomo soll der nächste König werden und auf meinem Thron sitzen.´
18 Nun ist stattdessen Adonija König geworden, und du weißt es nicht einmal.
19 Er hat viele Rinder, gemästete Kälber und Schafe geopfert und alle deine Söhne, den Priester Abjatar und Joab, den Heerführer, dazu eingeladen. Deinen Diener Salomo wollte er jedoch nicht dabei haben.
20 Und nun, mein Herr und König, wartet ganz Israel auf deine Entscheidung, wer nach dir auf dem Thron sitzen soll.
21 Wenn du nichts unternimmst, wird man meinen Sohn Salomo und mich nach deinem Tod als Verräter verfolgen.«
22 Während Batseba noch mit dem König sprach, traf der Prophet Nathan ein.
23 Es wurde dem König gemeldet: »Der Prophet Nathan ist hier.« Nathan trat ein und warf sich vor dem König nieder.
24 Dann fragte er: »Mein Herr und König, war es dein Beschluss, dass Adonija der nächste König werden und auf deinem Thron sitzen soll?
25 Er ist heute herabgezogen und hat viele Rinder, Mastkälber und Schafe geopfert und alle deine Söhne aufgefordert, an der Feier teilzunehmen. Auch die Heerführer und der Priester Abjatar sind eingeladen. Sie alle essen und trinken mit ihm und jubeln ihm zu: `Es lebe König Adonija!´
26 Doch ich, dein Diener, wurde nicht eingeladen, und ebenso wenig der Priester Zadok, Benaja, der Sohn Jojadas, und dein Diener Salomo.
27 Hast du, mein Herr, das tatsächlich veranlasst, ohne deine Diener wissen zu lassen, wer nach dir auf dem Thron sitzen wird?«

David macht Salomo zum König

28 Da befahl David: »Holt Batseba!« Sie kam zurück und trat vor den König.
29 Und der König schwor: »So wahr der Herr lebt, der mich aus aller Not gerettet hat,
30 erkläre ich heute: Dein Sohn Salomo soll der nächste König werden und auf meinem Thron sitzen, wie ich es dir vor dem Herrn, dem Gott Israels, geschworen habe.«
31 Da verbeugte Batseba sich tief, warf sich vor ihm zu Boden und rief: »Mein Herr, König David, soll ewig leben!«
32 König David befahl weiter: »Ruft den Priester Zadok, den Propheten Nathan und Benaja, den Sohn Jojadas.« Als sie vor ihm standen,
33 sagte der König zu ihnen: »Nehmt die Leibwache mit und begleitet meinen Sohn Salomo hinunter zur Quelle Gihon. Salomo lasst dabei auf meinem eigenen Maultier reiten.
34 Dort sollen der Priester Zadok und der Prophet Nathan ihn zum König über Israel salben. Dann lasst die Trompeten blasen und ruft aus: `Es lebe König Salomo!´
35 Wenn ihr danach hierher heraufgezogen seid, soll er auf meinem Thron sitzen. Er wird mir als König nachfolgen, denn ich habe ihn zum Herrscher über Israel und Juda ernannt.«
36 »So soll es geschehen!«, antwortete Benaja, der Sohn Jojadas, dem König. »Möge der Herr, der Gott meines Herrn, des Königs, es so bestätigen.
37 Und der Herr stehe Salomo bei, wie er dir beigestanden hat, und Salomos Herrschaft soll noch großartiger werden als deine!«
38 Also brachten der Priester Zadok, der Prophet Nathan, Benaja, der Sohn Jojadas, und die königliche Leibwache4 Salomo hinunter zur Quelle Gihon, und Salomo saß auf dem Maultier, das König David sonst ritt.
39 Dort holte der Priester Zadok ein Fläschchen Öl aus dem Zelt und salbte Salomo damit. Dann erklangen die Trompeten, und das ganze Volk rief: »Es lebe König Salomo!«
40 Danach zog das ganze Volk unter Flötenspiel und Jubel hinter Salomo her nach Jerusalem zurück. Der Freudenlärm war so gewaltig, dass die Erde bebte.
41 Adonija und seine Gäste hatten gerade ihr Festmahl beendet, als der Lärm und die Jubelrufe zu ihnen herüber klangen. Als Joab die Trompeten hörte, fragte er: »Warum herrscht ein solcher Lärm in der Stadt?«
42 Während er noch sprach, traf Jonatan, der Sohn des Priesters Abjatar, ein. »Komm herein«, forderte Adonija ihn auf, »denn du bist ein zuverlässiger Mann. Sicher bringst du gute Nachrichten.«
43 »Ganz und gar nicht!«, antwortete Jonatan. »Unser Herr, König David, hat Salomo zum König ausrufen lassen!
44 Er hat den Priester Zadok, den Propheten Nathan und Benaja, den Sohn Jojadas sowie die königliche Leibwache mit ihm geschickt. Salomo ritt auf dem Maultier des Königs,
45 und Zadok und Nathan haben ihn beim Gihon zum neuen König gesalbt. Von dort sind sie jubelnd hinaufgezogen, und die ganze Stadt feiert mit ihnen. Das ist der Lärm, den ihr hört.
46 Und nun sitzt Salomo bereits als König auf dem Thron!
47 Außerdem überbrachten die Hofleute König David ihre Segenswünsche und sagten: `Wir wünschen dir, dass dein Gott Salomos Ruhm noch größer macht als deinen, und dass Salomos Herrschaft noch größer wird als deine!´ Danach hat der König sich auf seinem Bett verneigt.
48 Er sagte: `Ich lobe den Herrn, den Gott Israels, der uns heute, da ich es mit eigenen Augen sehen kann, den Mann gegeben hat, der auf meinem Thron sitzen soll.´«
49 Da sprangen Adonijas Gäste voller Angst auf und liefen in alle Richtungen auseinander.
50 Auch Adonija selbst fürchtete sich sehr vor Salomo. Er lief hin und hielt sich an den Hörnern des Altars5 fest.
51 Da wurde Salomo berichtet: »Adonija hat Angst vor König Salomo. Er hält die Hörner des Altars umklammert und ruft: `König Salomo soll heute noch schwören, dass er seinen Diener nicht mit dem Schwert töten lassen wird!´«
52 Salomo antwortete: »Wenn er sich als treu erweist, wird ihm nichts geschehen. Wenn nicht, wird er sterben.«
53 König Salomo ließ Adonija vom Altar wegholen. Er kam und warf sich vor dem König nieder, aber Salomo sagte zu ihm: »Geh nach Hause.«
1 1,5 O. und Wagenlenker.
2 1,8 Hebr. Davids Helden; s. auch 1,10.
3 1,9 Das bedeutet zum Schlangenstein.
4 1,38 Hebr. die Keretiter und Peletiter; so auch in 1,44.
5 1,50 Diese Hörner waren an den vier Ecken des Brandopferaltars im Heiligtum angebracht (s. 2. Mose 27,2). Wer Zuflucht suchte, hielt sich an ihnen fest.
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