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Lutherbibel 2017

Lob des Arztes

1 Erweise dem Arzt gebührende Verehrung, damit du ihn hast, wenn du ihn brauchst; denn auch ihn hat der Herr geschaffen,
2 und von Königen erhält er Geschenke – Heilung kommt vom Höchsten.
3 Die Kunst des Arztes erhöht ihn, und Fürsten bewundern ihn.
4 Der Herr hat die Arznei aus der Erde geschaffen, und ein Vernünftiger verachtet sie nicht.
5 Wurde nicht das bittere Wasser süß durch Holz, damit man seine Kraft erkennen sollte?
6 Und er selbst gab den Menschen das Wissen, um sich herrlich zu erweisen in seinen wunderbaren Mitteln.
7 Mit ihnen heilt er und vertreibt die Schmerzen,
8 und der Apotheker macht Arznei daraus, damit Gottes Werke kein Ende nehmen und sein Friede über der Erde liege.
9 Mein Kind, wenn du krank bist, sieh nicht darüber hinweg, sondern bitte den Herrn, dann wird er dich gesund machen.
10 Lass ab von der Sünde, handle rechtschaffen und reinige dein Herz von aller Missetat.
11 Opfre lieblichen Geruch und feines Mehl zum Gedenkopfer, und gib ein fettes Opfer, als müsstest du sterben.
12 Danach lass den Arzt zu dir, denn der Herr hat auch ihn geschaffen; und weise ihn nicht von dir, denn du brauchst ihn.
13 Es gibt Zeiten, in denen auch die Hand des Arztes hilft;
14 denn auch er wird den Herrn bitten, dass er's ihm gelingen lasse, damit der Kranke Ruhe findet, gesund wird und wieder für sich sorgen kann.
15 Wer vor seinem Schöpfer sündigt, der wird dem Arzt in die Hände fallen!

Über das Trauern

16 Mein Kind, wenn einer stirbt, so beweine ihn und klage wie einer, dem großes Leid geschehen ist. Verhülle seinen Leib, wie es ihm zukommt, und bestatte ihn mit Ehren.
17 Du sollst bitterlich weinen und von Herzen betrübt sein. Halte die Trauerklage, wie es ihm gebührt, einen Tag oder zwei, dass man nicht schlecht von dir redet; dann tröste dich, damit du nicht allezeit traurig bleibst.
18 Denn vom Trauern kommt der Tod, und die Traurigkeit des Herzens schwächt die Kraft.
19 – In der Not bleibt auch Trauer, und ein Leben in Armut ist ein Fluch für das Herz –
20 Gib dein Herz nicht der Trauer hin, sondern weise sie ab und denk ans Ende.
21 Vergiss nicht: Es gibt kein Wiederkommen. Du hilfst dem Toten nicht, dir aber schadest du.
22 Denke an sein Los: denn so ist auch das deine. Gestern war's an mir, heute ist's an dir.
23 Weil der Tote nun ruht, lass auch sein Gedächtnis ruhen, und tröste dich wieder, weil sein Geist von ihm geschieden ist.

Über das Erlernen der Weisheit

24 Die Weisheit des Gelehrten braucht Zeit und Muße, und nur wer nicht geschäftig ist, wird Weisheit gewinnen.
25 Wie kann einer Weisheit erlernen, der den Pflug führt und sich seines Steckens rühmt, der die Ochsen antreibt und nur solche Arbeiten tut und weiß nichts anderes, als mit Ochsen zu reden?
26 Er muss daran denken, wie er den Acker bestellen soll, und muss früh und spät den Kühen Futter geben.
27 Ebenso geht es den Zimmerleuten und Baumeistern, die Tag und Nacht arbeiten, oder denen, die Siegel stechen und fleißig Bilder malen; die müssen daran denken, dass das Bild gelingt, und früh und spät darauf bedacht sein, dass sie es vollenden.
28 Ebenso geht es dem Schmied bei seinem Amboss, der auf das Schmiedewerk achtet und vom Feuer versengt wird und sich in der Hitze des Ofens müde arbeitet. Das Hämmern dröhnt ihm in den Ohren, und er sieht darauf, wie er das Werk richtig macht, und muss daran denken, wie er's fertigbringt, und früh und spät darauf bedacht sein, dass es schön aussieht.
29 Ebenso geht es dem Töpfer; der muss bei seiner Arbeit sitzen und die Scheibe mit seinen Füßen drehen und muss immer um sein Werk besorgt sein und sein bestimmtes Maß an Arbeit tun.
30 Er muss mit seinen Armen aus dem Ton sein Gefäß formen und mit den Füßen kräftig die Töpferscheibe drehen. Er muss daran denken, wie er's fein glasiert, und früh und spät den Ofen fegen.
31 Diese alle vertrauen auf ihre Hände, und jeder versteht sich auf sein Handwerk.
32 Ohne sie wird keine Stadt erbaut, und sie gelten weder als Fremde noch müssen sie umherziehen – doch in den Rat des Volks werden sie nicht gebeten,
33 und in der Gemeinde treten sie nicht hervor; auf dem Stuhl des Richters sitzen sie nicht, auf Gesetz und Recht verstehen sie sich nicht; Bildung und rechtes Urteil zeigen sie nicht, und Weisheitssprüche kennen sie nicht;
34 doch sie stützen den Bestand der Welt, und ihrer Hände Arbeit ist ihr Gebet. Wer aber mit ganzer Seele über das Gesetz des Höchsten nachsinnt,
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