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Lutherbibel 2017

1 Wohl dem, der sich nicht mit Reden vergeht und davon ein böses Gewissen hat!
2 Wohl dem, der kein böses Gewissen hat und der seine Zuversicht nicht verloren hat!
3 Einem Knauser steht es nicht wohl an, reich zu sein; und was soll Geld und Gut einem Geizkragen?
4 Wer nur sammelt und sich selber nichts Gutes gönnt, der sammelt's für andere, und andere werden's verprassen.
5 Wer sich selber nichts Gutes gönnt, was sollte der andern Gutes tun? Er wird niemals Freude an seinem Eigentum haben.
6 Es ist nichts schlimmer, als wenn einer sich selbst herabsetzt; und das ist die rechte Strafe für seine Bosheit.
7 Tut er etwas Gutes, so tut er's aus Versehen; zuletzt kommt doch wieder seine Bosheit zum Vorschein.
8 Der ist ein böser Mensch, der andere mit Blicken herabsetzt, sein Angesicht abwendet und über Menschen hinwegsieht.
9 Ein habgieriger Mensch hat nie genug an dem, was ihm beschieden ist, und kann vor lauter Geiz nicht gedeihen.
10 Ein Neidhammel missgönnt den andern das Brot, und es tut ihm weh, wenn er auftischen muss.
11 Mein Kind, tu dir selbst so viel Gutes, wie du kannst, und gib dem Herrn die Opfer, die ihm gebühren.
12 Bedenke, dass der Tod nicht auf sich warten lässt und dass du nicht weißt, was in der Unterwelt über dich beschlossen ist.
13 Tu dem Freund Gutes noch vor deinem Ende und gib dem Armen nach deinen Kräften.
14 Versäume keinen fröhlichen Tag und lass dir die Freuden nicht entgehen, die dir beschieden sind.
15 Musst du nicht alles, was du sauer erworben hast, andern hinterlassen und den Ertrag deiner Arbeit den Erben geben?
16 Schenke und lass dich beschenken, und gönne dir etwas; denn in der Unterwelt lässt sich nicht schwelgen.
17 Alles Fleisch verschleißt wie ein Kleid, denn es gilt der ewige Beschluss: Du musst sterben!
18 Wie mit den grünen Blättern auf einem schönen Baum – die einen fallen ab, andere wiederum wachsen –, so geht's mit dem Menschengeschlecht auch: Die einen sterben, andere werden geboren.
19 Alles vergängliche Werk muss ein Ende nehmen; und wer es vollbracht hat, fährt mit ihm dahin.

Weisheit und Gottesfurcht

20 Wohl dem, der über die Weisheit nachsinnt und sie aufnimmt in sein ganzes Denken,
21 der ihre Wege von Herzen betrachtet und ihren Geheimnissen immer weiter nachforscht,
22 ihr wie ein Späher nachschleicht und auf ihren Wegen auf sie wartet
23 und guckt zu ihrem Fenster hinein und horcht an ihrer Tür,
24 sucht Herberge nahe bei ihrem Hause und schlägt seine Pflöcke bei ihren Mauern ein
25 und richtet an ihrer Wand sein Zelt auf, sodass er eine gute Herberge hat.
26 Der bringt auch seine Kinder unter ihr Dach und bleibt unter ihren Zweigen;
27 da wird er vor Hitze beschirmt und wird in ihrem Glanz wohnen.
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