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Gute Nachricht Bibel

Lieber arm sein und untadelig leben

1 Ein unredlicher Mensch ergreift die Flucht, obwohl niemand ihn verfolgt; der redliche fühlt sich sicher wie ein Löwe.
2 Bei Aufruhr im Land mehren sich die Herrscher; aber mit einem klugen und gebildeten Mann an der Spitze herrscht dauerhafte Ordnung.
3 Ein Armer, der die Armen ausbeutet, ist wie ein Unwetter, das den Ackerboden wegschwemmt und jede Hoffnung auf Ernte zunichte macht.1
4 Menschen, die nicht nach Gottes Gesetz fragen, beglückwünschen die Unheilstifter; wer sich an das Gesetz hält, bekämpft sie.
5 Schlechte Menschen verstehen nichts vom Recht; aber die, die nach dem Herrn fragen, verstehen alles.
6 Lieber arm sein und untadelig leben als reich sein und krumme Wege gehen.
7 Ein verständiger Sohn befolgt Gottes Gesetz; aber wer mit liederlichen Leuten verkehrt, macht seinem Vater Schande.
8 Wenn du von den Armen Zins nimmst, um dein Vermögen zu vergrößern, sammelst du es für jemand, der mit den Armen Mitleid hat.2
9 Wer Gottes Gesetz nicht mehr hören will, dessen Gebet will Gott nicht mehr hören.
10 Wer redliche Menschen auf einen gefährlichen Abweg bringt, läuft in seine eigene Falle. Aber alle, die untadelig leben, werden reich belohnt.
11 Der Reiche hält sich selbst für klug, aber ein Armer mit Scharfsinn durchschaut ihn.
12 Wenn gute Menschen regieren, ist überall festlicher Glanz. Wenn Verbrecher an die Macht kommen, dann verstecken sich die Leute.
13 Menschen, die ihre Verfehlungen verheimlichen, haben keinen Erfolg im Leben; aber alle, die ihr Unrecht bekennen und aufgeben, finden Gottes Erbarmen.
14 Wie glücklich sind alle, die Gott ernst nehmen! Doch wer starrsinnig bleibt, stürzt ins Unglück.
15 Ein brüllender Löwe, ein raubgieriger Bär – so ist ein Tyrann, der über ein armes Volk herrscht.
16 Ein unvernünftiger Vorgesetzter beutet seine Untergebenen aus; aber einer, der es ablehnt, durch Unrecht reich zu werden, bleibt lange im Amt.
17 Ein Mensch, der einen Mord auf dem Gewissen hat, flieht geradewegs in den Abgrund; niemand soll ihn daran hindern!3
18 Wenn du untadelig lebst, bist du in Sicherheit; aber wenn du krumme Wege gehst, kommst du plötzlich zu Fall.
19 Wer seine Felder bestellt, hat viel zu essen; wer sich mit windigen Geschäften abgibt, hat viel zu hungern.
20 Zuverlässige Menschen haben Glück und Erfolg; aber wer um jeden Preis reich werden will, wird der Strafe nicht entgehen.
21 Parteilichkeit ist ein schlimmes Übel,4 und mancher wird zum Verbrecher schon für ein Stück Brot.
22 Ein habgieriger Mensch greift nach dem Reichtum und weiß nicht, dass die Armut nach ihm greift.5
23 Wenn du andere zurechtweist, erntest du am Ende mehr Dankbarkeit, als wenn du ihnen immer nach dem Mund redest.
24 Wer meint, es sei kein Unrecht, seinen Vater und seine Mutter zu bestehlen, ist nicht besser als ein gemeiner Dieb.
25 Ein Mensch, der nie genug bekommen kann, erregt überall Streit; ein Mensch, der auf den Herrn vertraut, hat immer genug.
26 Folge nur deinem eigenen Kopf und du wirst sehen, wie weit du es bringst! Lass dich von der Weisheit leiten und du wirst dem Unglück entrinnen.
27 Wer den Armen hilft, leidet niemals Mangel; aber wer seine Augen vor der Not verschließt, dem mangelt es nicht an Verwünschungen.
28 Alle verstecken sich, wenn schlechte Menschen an die Macht kommen; aber wenn sie umkommen, mehren sich die Rechtschaffenen.
1 Darin spricht sich die Erfahrung aus, dass ein Armer, der es zu Reichtum bringt, noch unbarmherziger sein kann als der geborene Reiche.
2 Der Sinn ist derselbe wie in 13,22; vgl. Anmerkung dort. Im Altertum waren ruinöse Zinssätze üblich; vgl. Gen 47,20-26 und Anmerkung dort. Deshalb ist das Zinsnehmen zwischen Israeliten nach Ex 22,24 untersagt.
3 Gemeint ist: Die Strafe Gottes trifft den Mörder auch und gerade, wenn er dem Gericht der Menschen zu entfliehen sucht.
4 Es ist an die Käuflichkeit von Richtern oder Zeugen im Gericht gedacht.
5 Reichtum, der durch blinde Gier und rücksichtslosen Egoismus erworben wird, hat keinen Bestand, weil Gott nach der Überzeugung der Weisheitslehre für den gerechten Ausgleich sorgt; vgl. Vers 8 u. 10,2.
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