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Gute Nachricht Bibel

Durch Rut erlebt ihre Schwiegermutter neues Glück

1 Boas war inzwischen zum Versammlungsplatz am Stadttor gegangen und hatte sich dort hingesetzt. Da ging gerade der andere Löser, von dem Boas gesprochen hatte, vorbei. Boas rief ihm zu: »Komm hierher und setz dich«, und der Mann tat es.
2 Dann holte Boas zehn Männer, die zu den Ältesten der Stadt gehörten, und sagte zu ihnen: »Setzt euch hierher zu uns!« Als sie sich gesetzt hatten,
3 sagte er zu dem anderen Löser: »Du weißt, dass Noomi aus dem Land Moab zurückgekehrt ist. Sie bietet den Landanteil zum Verkauf an, der unserem Verwandten Elimelech gehört hat.
4 Ich wollte dir das sagen und dir den Vorschlag machen: Erwirb den Landanteil Elimelechs in Gegenwart der hier sitzenden Männer und in Gegenwart der Ältesten meines Volkes! Sag, ob du deiner Verpflichtung nachkommen und von deinem Recht als Löser Gebrauch machen willst oder nicht.1 Ich will es wissen, denn du bist als Erster an der Reihe und nach dir komme ich.« Der andere antwortete: »Ich mache das!«
5 Boas fuhr fort: »Wenn du von Noomi das Feld Elimelechs übernimmst, musst du zugleich die Verpflichtung übernehmen, für die Moabiterin Rut zu sorgen und anstelle ihres verstorbenen Mannes einen Sohn zu zeugen. Dem wird später das Feld zufallen, damit der Name des Verstorbenen auf dessen Erbbesitz weiterlebt.«
6 »Wenn es so ist, verzichte ich«, sagte der andere. »Ich schädige sonst meinen eigenen Erbbesitz. Ich trete dir mein Recht als Löser ab. Ich kann es nicht wahrnehmen.«
7-8 Dann zog er seinen Schuh aus und gab ihn Boas mit den Worten: »Erwirb du das Feld!« Mit diesem Zeichen bestätigte man früher in Israel bei Geschäftsabschlüssen den Wechsel des Besitzrechtes an Grund und Boden.
9 Boas wandte sich an die Ältesten und die anderen anwesenden Männer und sagte: »Ihr seid heute Zeugen, dass ich von Noomi alles erworben habe, was Elimelech und seinen Söhnen Kiljon und Machlon gehörte.
10 Ich habe damit auch die Moabiterin Rut, die Witwe Machlons, als Frau erworben und die Verpflichtung übernommen, an Machlons Stelle einen Sohn zu zeugen, dem sein Erbbesitz gehören wird. Machlons Name soll in seiner Sippe nicht vergessen werden, und seine Familie soll in dieser Stadt und in Israel bestehen bleiben. Ihr habt meine Erklärung gehört und seid dafür Zeugen.«
11 Die Ältesten und alle Männer auf dem Platz am Tor sagten: »Wir sind dafür Zeugen! Der Herr mache die Frau, die in dein Haus kommt, kinderreich wie Rahel und Lea, die zusammen das Haus Israel groß gemacht haben. Mögest du in der Sippe Efrat zu Reichtum und Einfluss gelangen und möge dein Name berühmt werden in Betlehem.
12 Durch die Nachkommen, die der Herr dir durch diese Frau geben wird, soll deine Familie so bedeutend werden wie die Familie von Perez, dem Sohn von Tamar und Juda.«

Rut wird zur Urgroßmutter König Davids

13 So nahm Boas Rut zur Frau. Der Herr ließ sie schwanger werden und sie gebar einen Sohn.
14 Da sagten die Frauen zu Noomi: »Der Herr sei gepriesen! Er hat dir heute in diesem Kind einen Löser geschenkt. Möge der Name des Kindes berühmt werden in Israel!
15 Es wird dir neuen Lebensmut geben und wird im Alter für dich sorgen. Denn es ist ja der Sohn deiner Schwiegertochter, die in Liebe zu dir hält. Wahrhaftig, an ihr hast du mehr als an sieben Söhnen!«
16 Noomi nahm das Kind auf ihren Schoß2 und wurde seine Pflegemutter.
17 Ihre Nachbarinnen kamen, um ihm einen Namen zu geben, denn sie sagten: »Noomi ist ein Sohn geboren worden!« Und sie gaben ihm den Namen Obed.3 Obed wurde der Vater Isais, Isai der Vater des Königs David.
18 Dies ist die Liste der Nachkommen von Perez: Perez zeugte Hezron,
19 Hezron zeugte Ram, Ram zeugte Amminadab,
20 Amminadab zeugte Nachschon, Nachschon zeugte Salmon,
21 Salmon zeugte Boas, Boas zeugte Obed,
22 Obed zeugte Isai und Isai zeugte David.
1 Der Löser bekommt das Nutzungsrecht an dem Ackerland Elimelechs gegen die Verpflichtung (sie ist der »Kaufpreis«), bis zu ihrem Tod für dessen Witwe Noomi zu sorgen. In Vers 5 wird eine zusätzliche Verpflichtung genannt.
2 Noomis Handlung hat die Bedeutung einer Adoption; vgl. Gen 30,3. Das Kind wird damit in die Erbrechte der Familie Elimelechs eingesetzt; vgl. 4,5
3 Obed bedeutet »der (Gott) Dienende«.
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