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Gute Nachricht Bibel

Ist Gott wortbrüchig geworden?

1 Ein Gedicht des Esrachiters Etan.
2 Herr, für immer will ich singen von den Beweisen deiner Güte. Mein Lied soll deine Treue verkünden für alle kommenden Generationen.
3 »Deine Güte hört niemals auf«, sage ich, »deine Treue steht fest wie der Himmel.«1
4 Du hast gesagt: »Ich habe mir einen Mann erwählt und einen Bund mit ihm geschlossen. David, meinem Vertrauten, habe ich geschworen:
5 ›Ich bestätige dein Königshaus für immer und festige deinen Thron für alle Generationen.‹«2
6 Herr, der Himmel rühmt deine Wunder,3 die Schar der Engel4 preist deine Treue;
7 denn niemand dort oben ist dir gleich, von den Göttern5 kann sich keiner mit dir messen.
8 Gott, du bist sehr gefürchtet im himmlischen Rat, Ehrfurcht erfüllt alle, die dich umgeben.
9 Gott, du Herrscher der ganzen Welt,6 wer ist so mächtig wie du, wer ist so durch und durch treu?
10 Du bändigst das rebellische Meer;7 wenn seine Wellen toben, glättest du sie wieder.
11 Du hast den Meeresdrachen8 getötet und zertreten und deine Feinde mit starker Hand zerstreut.
12 Dir gehört der Himmel, dir gehört die Erde, das Festland mit allem, was darauf lebt; denn du hast sie ins Dasein gerufen.
13 Norden und Süden hast du geschaffen, Tabor und Hermon jubeln dir zu.
14 Du allein hast den starken Arm, die siegreich erhobene rechte Hand!
15 Dein Thron ist gegründet auf Recht und Gerechtigkeit, Güte und Treue gehen vor dir her.
16 Wie glücklich ist das Volk,9 das dich mit Jubelrufen begrüßt! Es lebt in deiner segensreichen Nähe.
17 Es freut sich täglich, weil du sein Gott bist. Durch deine Treue10 machst du es groß.
18 Du gibst ihm deine wunderbare Kraft. Weil du uns liebst, sind wir stark.
19 Dir, Herr, gehört auch unser Beschützer; du hast unseren König berufen, du heiliger Gott Israels.
20 Einst hast du zu deinem Volk gesprochen, in einer Vision hast du gesagt: »Einen Helden habe ich zum Helfer gemacht, ihn aus dem Volk erwählt und erhöht.
21 Ich habe David11 gefunden, meinen Vertrauten, und ihn mit heiligem Öl zum König gesalbt.
22 Mit meiner Hand werde ich ihn halten, durch meine Macht will ich ihn stärken.
23 Kein Feind wird ihn jemals überlisten, kein Aufrührer ihn bezwingen können.
24 Seine Gegner werde ich vernichten und alle niederschlagen, die ihn hassen.
25 Meine Treue und Güte sind ihm sicher. Weil ich bei ihm bin, wächst seine Macht.
26 Ich gebe ihm die Herrschaft über das Meer und unterwerfe ihm die großen Ströme.
27 Er wird zu mir sagen: ›Du bist mein Vater, mein Gott, mein starker Beschützer!‹
28 Ich mache ihn zu meinem Erstgeborenen, zum höchsten unter den Königen der Erde.
29 Jederzeit umgibt ihn meine Güte, mein Bund mit ihm ist unverbrüchlich.
30 Ich bestätige sein Königshaus für immer, sein Thron bleibt fest, solange der Himmel besteht.
31 Wenn seine Nachkommen12 mein Gesetz verlassen und meinen Weisungen nicht gehorchen,
32 wenn sie meine Vorschriften übertreten und meine Anordnungen nicht befolgen,
33 dann werde ich ihren Ungehorsam bestrafen, für ihre Verfehlung werde ich sie schlagen.
34 Aber David werde ich die Treue halten, ihm niemals meine Güte entziehen.
35 Mein Bund mit ihm wird nicht gebrochen, meine Zusagen ändere ich nicht ab.
36 Ein für alle Mal habe ich es geschworen und bürge dafür mit meiner Heiligkeit: Ich werde David niemals täuschen!
37 Sein Königshaus soll für immer bestehen. Seinen Thron werde ich stets vor Augen haben, ebenso lange wie die Sonne;
38 für alle Zeiten bleibt er stehen wie der Mond, dieser treue Zeuge in den Wolken.«
39 Und doch hast du ihn fallen lassen und verstoßen! Du bist zornig geworden auf den König,13 den du doch selber eingesetzt hast.
40 Den Bund mit deinem Diener hast du widerrufen, seine Krone in den Schmutz geworfen und geschändet.
41 Die Mauern seiner Stadt hast du zerbrochen, seine festen Burgen in Trümmer gelegt.
42 Alle, die vorübergingen, haben ihn beraubt. Seine Nachbarn treiben ihren Spott mit ihm.
43 Du hast seinen Gegnern den Sieg gegeben und alle seine Feinde mit Freude erfüllt.
44 Sein Schwert hast du stumpf werden lassen und im Kampf hast du ihm nicht geholfen.
45 Seinem Glanz hast du ein Ende gemacht und seinen Thron zu Boden gestürzt.
46 Du hast ihn vor der Zeit altern lassen und ihn mit Schimpf und Schande bedeckt.
47 Wie lange noch, Herr?14 Willst du dich für immer verbergen? Wie lange soll dein Zorn noch brennen?
48 Denk doch wieder an mich, mein Leben ist so kurz! Nur für einen winzigen Augenblick hast du uns Menschen geschaffen.
49 Gibt es denn einen, der leben darf, ohne jemals den Tod zu sehen, einen, der sich retten kann vor den Klauen der Totenwelt?
50 Herr, wo sind sie, die früheren Beweise deiner Güte? Du hattest sie David versprochen und dich mit deiner Treue dafür verbürgt!
51 Denk daran, wie man deine Diener beschimpft! Ich muss den Hohn vieler Völker ertragen.
52 Herr, deine Feinde verhöhnen den König, den du gesalbt und eingesetzt hast; sie verhöhnen ihn auf Schritt und Tritt.
53 Der Herr sei für alle Zeiten gepriesen! Amen, so soll es sein!
1 wie der Himmel: mit zwei Handschriften und alten Übersetzungen; H im Himmel.
2 Gottes Bund mit David ist das Thema dieses Psalms, das Schritt für Schritt entwickelt wird.
3 Der erste Teil des Psalms spricht von den Grundlagen des Bundes mit David. Die Verse 6-9 zeigen Gott als den Herrn des Himmels.
4 Wörtlich die Versammlung der Heiligen, womit hier die Engel gemeint sind (vgl. Sacherklärung »«).
5 Siehe Anmerkung zu 82,1.
6 Gott, du ...: wörtlich Herr Gott Zebaot.
7 Die Verse 10-15 zeigen Gott als Bezwinger des Chaos (siehe Sacherklärung »«).
8 Wörtlich Rahab.
9 Die Verse 16-19 sprechen von dem Volk, das Gott sich erwählt hat.
10 Treue: wörtlich Gerechtigkeit.
11 In den Versen 20-30 geht es um den Bund mit David.
12 Von den Nachfolgern auf Davids Thron ist in den Versen 31-38 die Rede.
13 In den Versen 39-46 beschreibt der Sänger seine Gegenwart. Der König hat eine schmähliche Niederlage erlitten. Ist das nicht gegen alle Zusagen Gottes? Hier ist nicht mehr die Rede von Bestrafung für Ungehorsam (Vers 32-33), sondern von Verstoßung und Widerruf des Bundes.
14 Wahrscheinlich spricht in den Versen 47-52 der König selbst.
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