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Gute Nachricht Bibel

Hört Gottes Zorn nie auf?

1 Ein Lied Asafs. Gott, Fremde sind in dein Land eingefallen; sie haben deinen heiligen Tempel geschändet und Jerusalem in Trümmer gelegt.1
2 Sie haben deine Diener getötet, alle, die zu dir hielten, und haben sie überall liegen lassen als Fraß für die Geier und wilden Tiere.
3 Im ganzen Umkreis von Jerusalem ist das Blut deines Volkes in Strömen geflossen und niemand war da, der die Toten begrub.
4 Die Nachbarvölker überschütten uns mit Hohn, sie lachen und spotten über uns.
5 Wie lange noch, Herr? Willst du für immer zornig auf uns sein? Willst du weiterwüten wie ein Feuer?
6 Lass deinen Zorn an den Fremden aus, an den Völkern, die dich nicht kennen, den Königreichen, wo man dich nicht ehrt!
7 Denn sie haben Israel vernichtet und sein Land verwüstet.
8 Rechne uns nicht das Unrecht an, das unsere Väter begangen haben!2 Begegne uns bald mit deinem Erbarmen, denn wir sind völlig am Ende!
9 Gott, unser Retter, hilf uns; deine eigene Ehre steht auf dem Spiel! Befrei uns, vergib uns unsere Schuld; mach deinem Namen Ehre!
10 Warum sollen die Völker sagen: »Wo ist er denn, ihr Gott?« Lass sie erkennen und lass uns sehen, wie du an ihnen Vergeltung übst für das vergossene Blut deiner Diener!
11 Lass das Stöhnen der Gefangenen zu dir dringen! Deine Macht ist so groß; darum bewahre das Leben der Todgeweihten!
12 Unsere Nachbarn haben dich verhöhnt; zahl es ihnen siebenfach zurück!
13 Wir aber, dein Volk, für das du sorgst wie ein Hirt für seine Herde, wir wollen dir allezeit danken und deinen Ruhm verkünden in allen Generationen!
1 So geschah es 587 v.Chr. (siehe 2Kön 25,8-10 und Anmerkung zu Ps 74,9). Nach schweren Niederlagen oder anderen Katastrophen wurde in Israel ein Fasttag ausgerufen, an dem das Volk Gott seine Not klagte und seine Schuld vor ihm bekannte (siehe Sacherklärung »«). Nach der Katastrophe von 587 wurden solche Fasttage zu einer ständigen Einrichtung; vgl. Sach 7,3.5.
2 Die Generation, die hier spricht, hat die Zerstörung Jerusalems nicht erlebt und möchte nicht mehr für die Schuld der Väter bestraft werden; vgl. Dtn 24,16. Dass es hier nicht um Selbstgerechtigkeit geht, zeigt das eigene Schuldbekenntnis (Vers 9).
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