Hilfe

Gute Nachricht Bibel

Von Gott verstoßen?

1 1Ein Gedicht der Korachiter.
2 Gott, mit eigenen Ohren haben wir es gehört, unsere Väter und Vorväter haben es uns erzählt, was du vollbracht hast in ihren Tagen – damals, vor langer Zeit:
3 Fremde Völker hast du aus dem Land vertrieben und unsere Väter darin wohnen lassen. Die Fremden hast du hart geschlagen, damit unsere Väter in Freiheit leben konnten.
4 Sie haben zwar das Land erobert, doch nicht durch ihre Schwerter kam der Sieg und nicht durch ihre eigene Kraft: Durch deine Hand und deine Macht und deine Gegenwart ist es geschehen, denn du liebtest sie!
5 Du, Gott, bist unser König, du gibst2 den Nachkommen Jakobs den Sieg.
6 Mit deiner Hilfe stoßen wir die Gegner nieder, durch deine Macht zertreten wir unsere Feinde.
7 Wir verlassen uns nicht auf unseren Bogen, wir erwarten nicht, dass unser Schwert uns rettet:
8 Nur du befreist uns von unseren Feinden und stürzt die in Schande, die uns hassen.
9 Alle Tage wollen wir dich rühmen und dir, unserem Gott, ohne Ende danken!
10 Nun aber hast du uns verstoßen und uns in Schmach und Schande gestürzt; du ziehst nicht mehr mit unseren Heeren in den Kampf.
11 Du lässt zu, dass wir fliehen müssen vor unseren Feinden, die uns hassen; hemmungslos dürfen sie Beute machen.
12 Wie Schlachtvieh lieferst du uns an sie aus, du zerstreust uns unter fremde Völker.
13 Du verkaufst dein Volk zu einem lächerlichen Preis, nicht den kleinsten Gewinn machst du dabei.
14 Du lässt uns von unseren Nachbarn verhöhnen, sie dürfen uns verlachen und beschimpfen.
15 Du machst uns zur Spottfigur für die Völker, sie alle schütteln über uns den Kopf.
16 Den ganzen Tag empfinden wir die Schande, und das Gesicht brennt uns vor Scham,
17 wenn wir den Hohn der Feinde hören, wie sie in ihrer Rachsucht uns beleidigen.
18 Dies alles ist über uns hereingebrochen – doch wir hatten dich nicht vergessen und den Bund mit dir nicht aufgekündigt!
19 Wir haben uns nicht von dir abgewandt und sind keinen Schritt von deinem Weg gewichen.
20 Du aber hast uns zu Boden geschlagen, wir müssen in den Trümmern hausen wie Schakale, auch nicht die kleinste Hoffnung lässt du uns.
21 Hätten wir dich, unseren Gott, vergessen und zu anderen Göttern gebetet,
22 du hättest es sofort gewusst, du kennst doch die Tiefen unseres Herzens!
23 Weil wir zu dir gehören, sind wir täglich in Todesgefahr. Wir werden angesehen wie Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind.3
24 Wach auf, Herr! Warum schläfst du? Wach endlich auf, verstoß uns nicht für immer!
25 Warum blickst du nicht mehr auf uns? Warum fragst du nicht danach, wie man uns quält und unterdrückt?
26 Erniedrigt liegen wir am Boden, kraftlos hingestreckt in den Staub.
27 Greif ein und hilf uns, mach uns frei! Wir berufen uns auf deine Güte!
1 Anlass dieses Psalms ist eine schwere Niederlage (Verse 10-17), die keinen erkennbaren Grund in einer Schuld des Volkes hat (Verse 18-19). Eine ähnliche Situation wird in 2Chr 20,3-12 geschildert.
2 du gibst: mit G; H gib.
3 Hinter der Grausamkeit der Feinde sieht man ihren Hass gegen Gott. Indem sie sich an Gottes Volk vergreifen, greifen sie ihn selbst an. Darum darf er nicht schweigen, sondern muss eingreifen.
© 2018 ERF Medien