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Gute Nachricht Bibel

Klage der Gefangenen in Babylon

1 An den Flüssen Babylons saßen wir und weinten, jedes Mal, wenn wir an Zion dachten.1
2 Unsere Harfen hingen dort an den Weiden; wir mochten nicht mehr auf ihnen spielen.
3 Doch die Feinde, die uns unterdrückten, die uns verschleppt hatten aus der Heimat, verlangten von uns auch noch Jubellieder. »Singt uns ein Lied vom Zion!«, sagten sie.
4 Fern vom Tempel, im fremden Land – wie konnten wir da Lieder singen zum Preis des Herrn?
5 Jerusalem, wenn ich dich je vergesse, dann soll mir die rechte Hand verdorren!
6 Die Zunge soll mir am Gaumen festwachsen, wenn ich aufhöre, an dich zu denken, wenn ich irgendetwas lieber habe, lieber als dich, Jerusalem!2
7 Herr, vergiss nicht, was die Edomiter taten, als Jerusalem in die Hand der Feinde fiel, wie sie schrien: »Reißt sie nieder, die Stadt! Reißt sie nieder bis auf den Grund!«
8 Babylon, auch du wirst bald verwüstet! Gott segne den, der dir heimzahlt, was du uns angetan hast!
9 Gott segne den, der deine Kinder packt und sie am Felsen zerschmettert!3
1 Der Psalm spiegelt die Stimmung der Verbannten in Babylonien in der Zeit nach der Zerstörung Jerusalems 587 v.Chr. (2Kön 25). Vielleicht sind die Verse 5-9 bei Klagefeiern der Verschleppten gesungen worden.
2 Die Verse 5-6 sind ein glühendes Bekenntnis zu Jerusalem in Form einer »bedingten Selbstverfluchung«; vgl. Anmerkung zu 7,6. Die folgenden Verse enthalten zwei Fluchwünsche gegen die grausamen Feinde.
3 Der Vers ist zu sehen auf dem Hintergrund damaliger Kriegspraxis; vgl. Jes 13,16; Hos 14,1; Nah 3,10.
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