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Gute Nachricht Bibel

Gegen die Geltungssucht

1 1Um diese Zeit kamen die Jünger zu Jesus und fragten ihn: »Wer ist in der neuen Welt Gottes2 der Größte?«
2 Da rief Jesus ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte
3 und sagte: »Ich versichere euch: Wenn ihr euch nicht ändert und den Kindern gleich werdet, dann könnt ihr in Gottes neue Welt überhaupt nicht hineinkommen.
4 Wer es auf sich nimmt, vor den Menschen so klein und unbedeutend dazustehen wie dieses Kind, ist in der neuen Welt Gottes der Größte.
5 Und wer einen solchen Menschen3 in meinem Namen aufnimmt, nimmt mich auf.«

Verführer und Verführungen

6 »Wer dagegen einen dieser kleinen, unbedeutenden Menschen,4 die zu mir halten und mir vertrauen,5 an mir irrewerden lässt, käme noch gut weg, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im Meer versenkt würde, dort, wo es am tiefsten ist.
7 Wehe der Welt, in der Menschen an mir irrewerden. Das muss zwar so kommen; aber wehe dem, der dazu beiträgt!
8 Wenn deine Hand oder dein Fuß dich zur Sünde verführen, dann hau sie ab und wirf sie weg. Es ist besser für dich, mit nur einer Hand oder einem Fuß ewig bei Gott zu leben, als mit beiden Händen und Füßen ins ewige Feuer geworfen zu werden.
9 Und wenn dich dein Auge zur Sünde verführt, dann reiß es aus und wirf es weg. Es ist besser für dich, mit nur einem Auge ewig bei Gott zu leben, als mit beiden Augen in das Feuer der Hölle geworfen zu werden.«

Sorge um die Verlorengehenden

10 »Hütet euch davor, einen dieser kleinen, unbedeutenden Menschen überheblich zu behandeln. Denn ich versichere euch: Ihre Engel haben immer Zugang zu meinem Vater im Himmel!6
12 Was meint ihr: Was wird ein Mann tun, der hundert Schafe hat, und eines davon hat sich verlaufen? Wird er nicht die neunundneunzig allein im Bergland weitergrasen lassen und wird losziehen und das verirrte suchen?
13 Und wenn er es dann findet – ich versichere euch: Er wird sich über das eine Schaf mehr freuen als über die neunundneunzig, die sich nicht verlaufen haben.
14 Genauso ist es mit eurem Vater im Himmel: Er will nicht, dass einer dieser kleinen, unbedeutenden Menschen verloren geht.«7

Regelung bei Verstößen gegen Gottes Gebot

15 »Wenn dein Bruder – und das gilt entsprechend für die Schwester8 – ein Unrecht begangen hat,9 dann geh hin und stell ihn unter vier Augen zur Rede. Wenn er mit sich reden lässt, hast du ihn zurückgewonnen.
16 Wenn er aber nicht auf dich hört, dann geh wieder hin, diesmal mit ein oder zwei anderen; denn jede Sache soll ja aufgrund der Aussagen von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.
17 Wenn er immer noch nicht hören will, dann bring die Angelegenheit vor die Gemeinde. Wenn er nicht einmal auf die Gemeinde hört, dann behandle ihn wie einen Ungläubigen oder Betrüger.10
18 Ich versichere euch: Was ihr hier auf der Erde für verbindlich erklären werdet, das wird auch vor Gott verbindlich sein; und was ihr hier für nicht verbindlich erklären werdet, das wird auch vor Gott nicht verbindlich sein.11
19 Aber auch das versichere ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde gemeinsam um irgendetwas bitten, wird es ihnen von meinem Vater im Himmel gegeben werden.
20 Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich selbst in ihrer Mitte.«12

Unbegrenzte Bereitschaft zur Vergebung

21 Da wandte sich Petrus an Jesus und fragte ihn: »Herr, wenn mein Bruder oder meine Schwester13 an mir schuldig wird, wie oft muss ich ihnen verzeihen? Siebenmal?«
22 Jesus antwortete: »Nein, nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal!«

Das Gleichnis vom hartherzigen Schuldner

23 Jesus fuhr fort: »Macht euch klar, was es bedeutet, dass Gott angefangen hat, seine Herrschaft aufzurichten! Er handelt dabei wie jener König,14 der mit den Verwaltern seiner Güter abrechnen wollte.
24 Gleich zu Beginn brachte man ihm einen Mann, der ihm einen Millionenbetrag schuldete.
25 Da er nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn zu verkaufen, auch seine Frau und seine Kinder und seinen ganzen Besitz, und den Erlös für die Tilgung der Schulden zu verwenden.
26 Aber der Schuldner warf sich vor ihm nieder und bat: ›Hab doch Geduld mit mir! Ich will dir ja alles zurückzahlen.‹
27 Da bekam der Herr Mitleid; er gab ihn frei und erließ ihm auch noch die ganze Schuld.
28 Kaum draußen, traf dieser Mann auf einen Kollegen, der ihm einen geringen Betrag schuldete. Den packte er an der Kehle, würgte ihn und sagte: ›Gib zurück, was du mir schuldest!‹
29 Der Schuldner fiel auf die Knie und bettelte: ›Hab Geduld mit mir! Ich will es dir ja zurückgeben!‹
30 Aber sein Gläubiger wollte nichts davon hören, sondern ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld beglichen hätte.
31 Als das seine anderen Kollegen sahen, konnten sie es nicht fassen. Sie liefen zu ihrem Herrn und erzählten ihm, was geschehen war.
32 Er ließ den Mann kommen und sagte: ›Was bist du für ein böser Mensch! Ich habe dir die ganze Schuld erlassen, weil du mich darum gebeten hast.
33 Hättest du nicht auch Erbarmen haben können mit deinem Kollegen, so wie ich es mit dir gehabt habe?‹
34 Dann übergab er ihn voller Zorn den Folterknechten zur Bestrafung, bis er die ganze Schuld zurückgezahlt haben würde.
35 So wird euch mein Vater im Himmel auch behandeln, wenn ihr eurem Bruder oder eurer Schwester nicht von Herzen verzeiht.«
1 Kap 18 stellt die vierte der großen Reden des Mt-Evangeliums dar. In ihm sind Überlieferungen gesammelt, die das christliche Gemeindeleben bestimmen sollen.
2 Wörtlich in der Königsherrschaft der Himmel; entsprechend in den Versen 3 und 4.
3 Wörtlich ein solches Kind. Gemeint sind die »unbedeutenden« Jesusjünger von Vers 4 (vgl. Vers 6; 10,42).
4 Wörtlich einen von diesen Kleinen. »Diese Kleinen« ist Bezeichnung für die Jünger; vgl. 10,42.
5 die zu mir...: wörtlich die an mich glauben.
6 Einige Handschriften fügen hinzu (Vers 11): Denn der Menschensohn ist gekommen, um die Verlorenen zu retten (vgl. Lk 19,10).
7 Das Gleichnis, das in Lk 15,1-7 gegen die Pharisäer und Gesetzeslehrer gerichtet ist, wird hier an die Jünger adressiert.
8 und das gilt ...: verdeutlichender Zusatz; siehe Sacherklärung »«.
9 Viele Handschriften fügen nach Unrecht ein: gegen dich, wahrscheinlich unter dem Einfluss von Mt 18,21 und Lk 17,4.
10 Wörtlich wie einen Heiden oder Zolleinnehmer.
11 Vgl. Anmerkung zu 16,19.
12 Die Verse 19-20 kommen noch einmal auf die Situation von Vers 16 zurück. Sie mahnen, es möglichst nicht zum Letzten (Verse 17-18) kommen zu lassen, und zeigen einen Weg dazu auf.
13 Wörtlich mein Bruder; entsprechend in Vers 35. Vgl. dazu Sacherklärung »«.
14 Macht euch klar ...: wörtlich Deshalb ist die Königsherrschaft der Himmel einem König gleich geworden.
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