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Gute Nachricht Bibel

Jesus wird auf die Probe gestellt

1-2 Vom Heiligen Geist erfüllt, ging Jesus vom Jordan weg. Vierzig Tage lang wurde er vom Geist in der Wüste umhergetrieben und vom Teufel auf die Probe gestellt. Die ganze Zeit hindurch aß er nichts, sodass er schließlich sehr hungrig war.
3 Da sagte der Teufel zu ihm: »Wenn du Gottes Sohn bist, dann befiehl doch diesem Stein hier, dass er zu Brot wird!«
4 Jesus antwortete: »In den Heiligen Schriften steht: ›Der Mensch lebt nicht nur von Brot.‹«
5 Darauf führte ihn der Teufel hinauf und zeigte ihm auf einen Blick alle Reiche der Welt
6 und sagte: »Ich will dir die Macht über alle diese Reiche in ihrer ganzen Größe und Pracht geben. Sie ist mir übertragen worden und ich kann sie weitergeben, an wen ich will.
7 Alles soll dir gehören, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.«
8 Aber Jesus sagte: »In den Heiligen Schriften heißt es: ›Vor dem Herrn, deinem Gott, wirf dich nieder, ihn sollst du anbeten und niemand sonst!‹«
9 Dann führte ihn der Teufel nach Jerusalem, stellte ihn auf den höchsten Punkt des Tempels und sagte: »Wenn du Gottes Sohn bist, dann spring doch hinunter;
10 denn in den Heiligen Schriften steht: ›Deinetwegen wird Gott seine Engel schicken, dass sie dich beschützen.‹
11 Und: ›Sie werden dich auf Händen tragen, damit du dich an keinem Stein stößt.‹«
12 Jesus antwortete ihm: »Es heißt in den Heiligen Schriften auch: ›Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern.‹«
13 Als der Teufel mit all dem Jesus nicht zu Fall bringen konnte, ließ er ihn vorläufig1 in Ruhe.

Jesus beginnt sein Wirken in Galiläa

14 Erfüllt mit der Kraft des Heiligen Geistes kehrte Jesus nach Galiläa zurück. Die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend.
15 Er lehrte in den Synagogen und alle sprachen mit höchster Achtung von ihm.

Jesus wird in Nazaret abgelehnt

16 So kam Jesus auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war.2 Am Sabbat ging er wie immer in die Synagoge. Er stand auf, um aus den Heiligen Schriften vorzulesen,
17 und der Synagogendiener reichte ihm die Buchrolle mit den Worten des Propheten Jesaja. Jesus rollte sie auf und wählte die Stelle aus, an der es heißt:3
18 »Der Geist des Herrn hat von mir Besitz ergriffen,4 weil der Herr mich gesalbt und bevollmächtigt hat. Er hat mich gesandt, den Armen gute Nachricht zu bringen, den Gefangenen zu verkünden, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen werden. Den Misshandelten soll ich die Freiheit bringen,
19 und das Jahr ausrufen, in dem der Herr sich seinem Volk gnädig zuwendet.«5
20 Jesus rollte das Buch wieder zusammen, gab es dem Synagogendiener zurück und setzte sich. Alle in der Synagoge blickten gespannt auf ihn.
21 Er begann und sagte: »Heute, da ihr dieses Prophetenwort aus meinem Mund hört, ist es unter euch in Erfüllung gegangen.«
22 Alle spendeten seiner Rede Beifall und staunten über die Botschaft von Gottes rettender Gnade. Aber sie wunderten sich, so etwas aus seinem Mund zu hören, und sagten zueinander: »Ist das nicht der Sohn Josefs?«
23 Da sagte Jesus zu ihnen: »Sicher werdet ihr mir jetzt mit dem Sprichwort kommen: ›Arzt, hilf dir selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Vaterstadt!‹
24 Aber ich versichere euch: Kein Prophet gilt etwas in seiner Heimat.
25 Ja, ich muss euch noch mehr sagen: Zur Zeit des Propheten Elija lebten viele Witwen in Israel, damals, als es dreieinhalb Jahre lang nicht regnete und im ganzen Land große Hungersnot herrschte.
26 Trotzdem wurde Elija zu keiner von ihnen geschickt, sondern zu einer Witwe in Sarepta im Gebiet von Sidon.
27 Und zur Zeit des Propheten Elischa gab es viele Aussätzige in Israel; aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.«6
28 Als die Menschen in der Synagoge das hörten, wurden sie wütend.
29 Sie sprangen auf und trieben Jesus aus der Stadt hinaus, bis an den Rand des Berges, auf dem Nazaret liegt. Dort wollten sie ihn hinunterstürzen.
30 Aber Jesus ging mitten durch die Menge hindurch und zog weiter.7

Jesus zeigt seine Macht

31 Jesus ging hinunter nach Kafarnaum, einer Stadt in Galiläa. Dort sprach er jeweils am Sabbat in der Synagoge,
32 und die Menschen waren sehr beeindruckt; denn er redete wie einer, den Gott dazu ermächtigt hat.
33 In der Synagoge war ein Mann, der von einem bösen Geist besessen war. Der schrie laut:
34 »Lass uns in Ruhe, Jesus von Nazaret! Was hast du bei uns zu suchen? Du bist doch nur gekommen, um uns zu vernichten! Ich weiß genau, wer du bist: Du bist der, der an Gottes Heiligkeit teilhat!«8
35 Drohend sagte Jesus zu dem bösen Geist: »Schweig und fahr aus von diesem Menschen!« Da schleuderte der Geist den Mann in die Mitte der Synagoge und fuhr aus, ohne ihm einen Schaden zuzufügen.
36 Die Leute erschraken alle und sagten zueinander: »Was für eine Wortgewalt! Mit Vollmacht und Kraft gibt er den bösen Geistern einen Befehl und sie fahren aus!«
37 So kam es, dass man bald in der ganzen Gegend von Jesus sprach.

Jesus heilt die Schwiegermutter von Petrus und viele andere Menschen

38 Jesus verließ die Synagoge und ging in das Haus Simons. Dessen Schwiegermutter lag mit hohem Fieber im Bett, und die Leute im Haus baten Jesus, ihr zu helfen.
39 Jesus trat zu ihr hin, bedrohte das Fieber, und es verschwand. Sofort stand sie auf und bereitete für alle das Essen.9
40 Als die Sonne unterging,10 brachten alle Leute ihre Kranken zu Jesus, Männer und Frauen mit den verschiedensten Leiden. Jedem Einzelnen legte Jesus die Hände auf und heilte sie.
41 Von vielen Besessenen fuhren böse Geister aus, die schrien: »Du bist der Sohn Gottes!« Aber Jesus drohte ihnen und ließ sie nicht weiterreden; denn sie wussten, dass er der versprochene Retter11 war.

Aufbruch zur Verkündigung der Botschaft im ganzen Land

42 Am nächsten Morgen verließ Jesus die Stadt und zog sich an eine abgelegene Stelle zurück. Aber die Leute suchten nach ihm, bis sie ihn fanden; sie wollten ihn festhalten und nicht weggehen lassen.
43 Doch er sagte zu ihnen: »Ich muss auch den anderen Städten die Gute Nachricht verkünden, dass Gott seine Herrschaft aufrichtet; denn dazu hat Gott mich gesandt.«
44 Von da an verkündete Jesus die Gute Nachricht überall in den Synagogen des jüdischen Landes.
1 D.h. bis 22,3.31.
2 Die folgende Geschichte hat für Lukas maßgebliche Bedeutung. Im Aufriss seines Evangeliums steht sie dort, wo bei Matthäus die Bergpredigt steht.
3 Das Wort der folgenden Lesung (vgl. Jes 61,1-2; 58,6) ist mit Jesus in Erfüllung gegangen (Vers 21). Das entfaltet Lukas durch sein ganzes Evangelium und die Apostelgeschichte.
4 Vgl. 1,35; 3,16.22; 4,1; 5,17; 10,21; 24,49; Apg 1,2.5.8; 2,4.17.18.33.38.
5 Das vom Mose-Gesetz vorgesehene »Erlassjahr« (Lev 25,10), schon bei Jesaja ein Bild für die letzte Befreiungstat Gottes und die umfassende Neuordnung der Verhältnisse durch ihn, ist in Jesus angebrochen.
6 In den Versen 23-27 nimmt Jesus das negative Ergebnis seiner Bemühungen um Israel vorweg und deutet an, dass das Heil an die nichtjüdischen Völker übergehen könnte. (Lukas weiß, dass es schließlich so gekommen ist; vgl. 24,47; Apg 10; 28,16-28).
7 In den Versen 28-30 finden manche Ausleger den Lebensausgang Jesu geheimnisvoll vorgebildet: Der zur Hinrichtung Geführte lebt und geht seinen Weg weiter - zu allen Völkern der Welt.
8 der, der an Gottes ...: wörtlich der Heilige Gottes; siehe Sacherklärung »«.
9 Siehe Anmerkung zu Mk 1,31.
10 D.h., nachdem die Sabbatruhe vorbei war.
11 Wörtlich der Christus.
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