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Gute Nachricht Bibel

Steht Gottes Gerichtstag bevor?

1 Blast das Alarmhorn auf dem Zion, gebt Alarm auf dem heiligen Berg des Herrn! Zittert, ihr Bewohner des Landes! Der Tag, an dem der Herr Gericht hält, ist nahe!
2 Dunkel wie die Nacht ist dieser Tag, verhangen mit düsteren Wolken. So plötzlich, wie das frühe Morgenlicht sich über die Berge ausbreitet, fällt ein gewaltiges Heer von Feinden1 ins Land ein, das nicht zu zählen ist. Noch nie habt ihr so etwas erlebt und nie wieder wird es das geben in allen künftigen Generationen.
3 Vor ihnen her wütet Feuer und hinter ihnen lodern die Flammen. Bevor sie kommen, ist das Land blühend wie der Garten Eden, und wenn sie vorübergezogen sind, liegt es so trostlos da wie die Wüste. Nichts wird von ihnen verschont.
4 Sie sehen aus wie Pferde, sie rennen daher wie Rosse in der Schlacht.
5 Wenn sie über die Berggipfel springen, klingt es wie das Rasseln von Streitwagen, wie das Prasseln der Flammen, die ein Stoppelfeld verzehren. Sie sind wie ein kampfbereites Heer.
6 Bei ihrem Anblick winden sich die Völker vor Angst, alle Gesichter werden bleich.
7 Wie Sturmtruppen greifen sie an und erklettern die Mauern. Unbeirrbar gehen sie ihren Weg; keiner weicht einen Schritt davon ab
8 oder kommt dem Nebenmann in die Quere. Keine Waffe kann ihren Vormarsch aufhalten.
9 Sie überfallen die Stadt, erstürmen die Mauern, klettern wie Diebe durch die Fenster in alle Häuser.
10 Die Erde bebt und der Himmel zittert vor ihnen, Sonne und Mond verfinstern sich und die Sterne hören auf zu strahlen.
11 Der Herr selbst führt sie an, er gibt ihnen mit Donnerstimme Befehle. Das ganze riesengroße Heer vollstreckt seinen Willen. Schrecklich ist der Tag, an dem der Herr eingreift. Wer wird ihn überstehen?

Hoffnung auf Gottes Geduld

12 »Aber selbst jetzt noch könnt ihr zu mir umkehren«, sagt der Herr. »Wendet euch mir zu von ganzem Herzen, fastet, weint und klagt!
13 Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider!«2 Ja, kehrt um zum Herrn, eurem Gott! Ihr wisst doch: »Er ist voll Liebe und Erbarmen. Er hat Geduld, seine Güte kennt keine Grenzen. Das Unheil, das er androht – wie oft tut es ihm Leid!«
14 Vielleicht tut es ihm auch diesmal Leid und er lässt auf euren Feldern und Weinbergen wieder eine Ernte heranwachsen. Dann könnt ihr ihm, eurem Gott, wieder Korn und Wein als Opfer darbringen.

Appell an Gottes Erbarmen

15 Blast das Horn auf dem Zionsberg! Ruft einen Fasttag aus, ordnet einen Bußgottesdienst an!
16 Versammelt das Volk und sorgt dafür, dass es rein vor den Herrn tritt! Vom Säugling bis zum Greis sollen alle zusammenkommen. Selbst die Brautleute sollen aus der Hochzeitskammer kommen!
17 Die Priester, die Diener des Herrn, sollen auf dem Platz zwischen Tempel und Altar3 weinen und beten: »Herr, hab Erbarmen mit deinem Volk! Wir sind doch dein Eigentum! Tu uns nicht die Schande an, dass fremde Völker über uns herrschen. Lass nicht zu, dass Fremde über uns spotten und sagen: ›Wo ist nun ihr Gott?‹«

Gott antwortet

18 Da erwacht im Herrn die brennende Liebe für sein Land und das Erbarmen mit seinem Volk.
19 Er antwortet ihnen: »Verlasst euch darauf: Ich gebe euch so viel Korn, Wein und Öl, dass ihr euch daran satt essen könnt. Ihr werdet den Völkern nicht mehr zum Spott dienen.
20 Denn ich rette euch vor dem Feind aus dem Norden. Seine Vorhut treibe ich ins Tote Meer und seine Nachhut ins Mittelmeer;4 sein ganzes übriges Heer jage ich in die Wüste, wo es vernichtet wird. Die Leichen werden die Luft mit ihrem Gestank erfüllen. So bestrafe ich ihn für seine Prahlerei.«
21 Ihr Felder, habt keine Angst mehr, freut euch und jubelt! Der Herr hat Großes getan.
22 Ihr Tiere auf freiem Feld, habt keine Angst mehr! Die Weiden in der Steppe sind wieder grün. Auch die Bäume tragen wieder Frucht; Feigenbaum und Weinstock bringen reichen Ertrag.
23 Ihr Bewohner des Zionsberges, freut euch und jubelt über den Herrn, euren Gott! Er erweist euch seine Güte und schickt euch Regen wie zuvor, Frühregen im Herbst und Spätregen im Frühjahr.
24 Auf den Dreschplätzen häuft sich das Getreide und in der Kelter laufen die Wannen über von Most und Öl.
25 Der Herr sagt: »Ich habe mein großes Heer gegen euch geschickt. Aber jetzt ersetze ich euch die Ernten, die die Heuschreckenschwärme5 vernichtet haben.
26 Ihr werdet euch richtig satt essen können. Dann werdet ihr mich, euren Gott, preisen, weil ich solche Wunder für euch getan habe. Nie mehr werden die anderen Völker über mein Volk spotten.
27 Daran werdet ihr Leute von Israel erkennen, dass ich, der Herr, in eurer Mitte bin, dass ich euer Gott bin und sonst keiner. Nie mehr6 überlasse ich mein Volk der Schande.«
1 Während Kap 1 von der Gegenwart sprach, geht jetzt der Blick in die Zukunft. In der Vision des Propheten werden die Heuschrecken zu einem unheimlichen und unbesiegbaren Feindesheer, das Gott selbst befehligt (Vers 11).
2 Das Einreißen des Obergewandes war ein Ausdruck von Schrecken und Trauer (siehe Vergleichsstellen). Die zweite Vershälfte zitiert das Grundbekenntnis von Ex 34,6.
3 Mit Blickrichtung zum Tempelhaus (1Makk 7,36-37).
4 Vgl. Ex 10,19. Der Feind aus dem Norden (siehe Jer 1,14 und Vergleichsstellen) ist hier ein Bild für das unheimliche Heuschreckenheer.
5 Siehe Anmerkung zu 1,4.
6 Die Heuschreckenplage ist abgewendet, zugleich aber auch die weitergehende Drohung von 2,1-11. Der »Gerichtstag des Herrn« ist an seinem Volk vorübergegangen, für immer. Doch das Gericht über die Völker steht noch bevor (Kap 3–4).
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