Hilfe

Gute Nachricht Bibel

Gott antwortet auf Klagen seines Volkes

1 Der Herr sagt: »Ihr behauptet, ich hätte Israel, eure Mutter, verstoßen. Zeigt mir doch die Scheidungsurkunde! Ihr behauptet, ich hätte euch, meine Kinder, als Sklaven verkauft, wie man es tut, um seine Schulden zu tilgen. Zeigt mir doch den, dem ich etwas schuldig war! Nein, wegen eurer Schuld habe ich euch weggegeben, wegen eurer Verbrechen habe ich eure Mutter Israel weggeschickt!
2 Warum stellt sich mir keiner? Warum antwortet ihr nicht? Ihr denkt, ich sei zu schwach, um euch zu helfen, mein Arm sei zu kurz, um euch zu befreien. Und doch brauche ich nur ein Wort zu sprechen, dann trocknet das Meer aus und die Ströme versiegen, sodass die Fische elend umkommen.
3 Ich kann den Himmel schwarz werden lassen, als trüge er ein Trauerkleid.«

Der Bevollmächtigte Gottes wird angefeindet

4 Gott, der Herr, hat meine Zunge in seinen Dienst genommen, er zeigt mir immer neu, was ich sagen soll, um die Müden zu ermutigen.1 Jeden Morgen lässt er mich aufwachen mit dem Verlangen, ihn zu hören. Begierig horche ich auf das, was er mir zu sagen hat.
5 Er hat mir das Ohr geöffnet und mich bereitgemacht, auf ihn zu hören. Ich habe mich nicht gesträubt und bin vor keinem Auftrag zurückgescheut.
6 Ich habe meinen Rücken hingehalten, wenn sie mich schlugen, und mein Kinn, wenn sie mir die Barthaare ausrissen. Ich habe mich von ihnen beschimpfen lassen und mein Gesicht nicht bedeckt, wenn sie mich anspuckten.2 Sie meinen, ich hätte damit mein Unrecht eingestanden;3
7 aber der Herr, der mächtige Gott, steht auf meiner Seite. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kieselstein und halte alles aus. Ich weiß, dass ich nicht unterliegen werde.
8 Ich habe einen Helfer, der meine Unschuld beweisen wird; er ist schon unterwegs. Wer wagt es, mich anzuklagen? Er soll mit mir vor den Richter treten! Wer will etwas gegen mich vorbringen? Er soll kommen!
9 Der Herr, der mächtige Gott, tritt für mich ein. Wer will mich da verurteilen? Alle, die mich beschuldigen, müssen umkommen; sie zerfallen wie ein Kleid, das von Motten zerfressen ist.
10 Wer von euch fragt nach dem Herrn, wer hört auf seinen Bevollmächtigten? Er darf wissen: Auch wenn sein Weg durchs Dunkel führt und er nirgends ein Licht sieht – auf den Herrn kann er sich verlassen, sein Gott hält und führt ihn.
11 Zu euch aber, die ihr das Feuer schürt und Brandpfeile anzündet, sagt der Herr: »Ihr lauft in euer eigenes Feuer und werdet selbst von den Pfeilen getroffen, die ihr angezündet habt. Ihr bekommt meine Macht zu spüren; ich sorge dafür, dass ihr in Qualen endet.«
1 Immer wieder spiegelt sich in den Worten des Propheten die Mut- und Hoffnungslosigkeit des in der Verbannung lebenden Volkes (40,27-31; 41,14; 42,3-4.22; 49,7.14; 51,7.12-13.21-22; 54,1).
2 Es ist denkbar, dass der Prophet, der den Untergang Babylons ankündigte, deshalb von den Babyloniern verfolgt wurde; vielleicht hatte er auch Feinde im eigenen Volk. Christliche Ausleger sehen hier einen Hinweis auf die Passion Jesu (Joh 19,1; Mt 26,67; 27,30).
3 Sie meinen ...: verdeutlichender Zusatz.
© 2017 ERF Medien