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Gute Nachricht Bibel

Der Bevollmächtigte Gottes bringt Freiheit und Frieden

1 Der Herr hat gesagt: »Hier ist mein Bevollmächtigter,1 hinter dem ich stehe. Ihn habe ich erwählt, ihm gilt meine Liebe, ihm gebe ich meinen Geist. Er wird die Völker regieren und ihnen das Recht bringen.
2 Er schreit keine Befehle und lässt keine Verordnungen auf der Straße ausrufen.
3 Das geknickte Schilfrohr zerbricht er nicht, den glimmenden Docht löscht er nicht aus.2 Er bringt dem geschlagenen Volk das Recht, damit Gottes Treue ans Licht kommt.
4 Er selbst zerbricht nicht und wird nicht ausgelöscht. Er führt meinen Auftrag aus und richtet unter den Völkern meine Rechtsordnung auf. Noch an den fernsten Küsten warten sie auf seine Weisung.«

Der Gott Israels rief den Perserkönig

5 Der Herr, der wahre und einzige Gott, hat den Himmel geschaffen, wie ein Zelt hat er ihn ausgespannt; er hat die Erde ausgebreitet und Pflanzen und Tiere auf ihr entstehen lassen; er hat den Menschen auf der Erde Leben und Geist gegeben. Er ist es auch, der gesagt hat:3
6 »Ich, der Herr, habe dich berufen, damit du meinen Auftrag ausführst. Ich stehe dir zur Seite und rüste dich aus. Ich mache dich zum Friedensbringer für die Menschen und zu einem Licht für alle Völker.
7 Die Gefangenen sollst du aus dem Dunkel des Kerkers holen und den blind gewordenen Augen das Licht wiedergeben.«
8 Euch Israeliten aber sagt er: »Ich bin der Herr, der mächtige und helfende Gott!4 Diese meine Ehre lasse ich mir von niemand nehmen, meinen Ruhm überlasse ich nicht den Götzen!
9 Was ich früher vorausgesagt habe, ist eingetroffen. Nun kündige ich Neues an. Ich sage es euch im Voraus, noch ehe es eintrifft.«5

Die ganze Erde wird Gottes Sieg feiern

10 Singt alle dem Herrn ein neues Lied! Noch am äußersten Ende der Erde preist seinen Sieg! Rühmt ihn alle, die auf dem Meer fahren, und alles, was darin lebt! Rühmt ihn, ihr Menschen der ganzen Erde!
11 Die Nomaden in der Steppe, die Leute von Kedar, sollen ihn mit Freudenrufen begrüßen, die Gebirgsbewohner von den Gipfeln ihrer Berge ihm zujubeln.
12 Sie alle sollen dem Herrn die Ehre geben; auf der ganzen weiten Erde sollen sie ihn als Sieger preisen.
13 Denn der Herr zieht aus wie ein Held, er führt seine Scharen zum Kampf und feuert sie an. Er erhebt das Kriegsgeschrei und wirft seine Feinde zu Boden.

Gott kann nicht länger an sich halten

14 Der Herr sagt: »Lange habe ich geschwiegen, ich habe an mich gehalten und nicht eingegriffen. Aber jetzt stöhne ich wie eine Frau bei der Geburt, ich keuche und ringe nach Luft.
15 Mit meinem glühend heißen Atem dörre ich das Dickicht auf Bergen und Hügeln hinweg; Ströme lasse ich versiegen und Seen lege ich trocken.
16 Und dann nehme ich mein blindes Volk, das Volk, das keinen Weg mehr sieht, an die Hand und führe es. Das Dunkel, das vor ihm liegt, mache ich hell und räume alle Hindernisse beiseite. Das werde ich ganz sicher tun und mich nicht davon abbringen lassen.
17 Aber alle, die sich auf Götzenbilder verlassen und zu ihnen sagen: ›Ihr seid unsere Götter‹, sehen sich dann im Stich gelassen und müssen die Flucht ergreifen.«

Das Volk hat nichts gelernt ...

18 Macht eure Ohren auf, ihr Schwerhörigen! Macht eure Augen auf, ihr Blinden, damit ihr etwas seht!
19 Ihr meint, der Herr sieht und hört nichts;6 aber wenn hier einer blind und taub ist, dann seid ihr es, das Volk, das er zu seinem Diener erwählt und zu seinem Boten bestimmt hat!
20 Ihr habt Augen zum Sehen und seht nichts, ihr habt Ohren zum Hören und hört nichts.
21 Der Herr hat euch in diese Lage gebracht, weil er über seiner Rechtsordnung wacht; eure Bestrafung erweist die Größe und Herrlichkeit seines Gesetzes.
22 Nur deshalb seid ihr jetzt beraubt und ausgeplündert, sitzt gefangen in Kerkern und Erdlöchern, die Feinde haben euch als Beute weggeschleppt, und niemand befreit euch, niemand holt euch zurück!
23 Hat das keinen von euch zum Nachdenken gebracht? Nimmt sich das niemand zu Herzen und zieht eine Lehre daraus?
24 Wer hat denn das Volk Israel, die Nachkommen Jakobs, an Räuber und Plünderer ausgeliefert? Der Herr hat es getan, weil wir ihm ungehorsam gewesen sind! Die Israeliten wollten nicht nach seinen Weisungen leben und achteten nicht auf sein Gesetz.
25 Da strafte er sie in seinem Zorn und ließ sie die Schrecken des Krieges erfahren. Sein lodernder Zorn schloss sie ringsum ein und versengte sie; aber sie kamen nicht zur Besinnung, sie haben nichts begriffen.
1 Zu dieser Gestalt siehe Einführung von Kap 40 und .
2 Die beiden Bilder beschreiben die hoffnungslose Lage der Verbannten. Matthäus sieht in diesen Versen die helfende und rettende Liebe Jesu zu den Menschen angekündigt (Mt 12,18-21).
3 Nach dem Inhalt zu schließen, richtete sich das folgende Wort ursprünglich an den Perserkönig Kyrus (vgl. 45,1-5). Doch hat sich daran später eine viel weiter gehende Hoffnung entzündet; vgl. 61,1-3; Lk 4,18-19.
4 der mächtige ...: wörtlich das ist mein Name. Über die in Ex 3,14-15 gegebene Deutung hinaus (»Ich-bin-da«) schließt der Name Gottes für den Propheten die Überlegenheit des Gottes Israels über alle Mächte und Götter ein.
5 Wie die prophetische Botschaft vom Untergang Jerusalems in Erfüllung gegangen ist (Sach 1,2-6), so wird auch die jetzt angekündigte Befreiung des Volkes wirklich werden.
6 Ihr meint ...: verdeutlichender Zusatz.
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