Hilfe

Gute Nachricht Bibel

Von Ägypten ist keine Hilfe zu erwarten

1 Der Herr sagt: »Weh euch, meine eigensinnigen Kinder! Ihr führt Pläne aus, mit denen ich nichts zu tun habe. Ihr schließt Bündnisse gegen meinen erklärten Willen. Damit häuft ihr Schuld auf Schuld.
2 Ohne mich um Rat zu fragen, lauft ihr nach Ägypten, um beim Pharao Schutz zu suchen1 und euch im Schatten Ägyptens unterzustellen.
3 Doch ihr werdet eine große Enttäuschung erleben und gedemütigt wieder heimziehen, denn der Pharao kann euch nicht beschützen und Ägypten euch keine Zuflucht bieten.
4 Eure führenden Männer sind nach Zoan gegangen und eure Abgesandten sind bis nach Hanes2 gekommen.
5 Aber sie werden enttäuscht, denn das Volk dort kann niemand nützen; es kann weder Hilfe noch Vorteil bieten, nur Schimpf und Schande kann es euch bringen!«
6 Der Herr sagt: »Schwer beladen ziehen Lasttiere durch das Südland,3 eine Gegend voll von Gefahren und Schrecken, von knurrenden Löwen, giftigen Schlangen und fliegenden Drachen. Auf den Rücken der Esel und den Höckern der Kamele bringen eure Führer und Abgesandten Schätze und Geschenke zu einem Volk, das niemand nützen kann.
7 Die Hilfe Ägyptens ist nichts wert. Darum nenne ich es ›das unbewegliche Ungeheuer‹.«4

Ein Volk, das nur hören will, was ihm gefällt

8 Der Herr befahl mir: »Nimm eine Schreibtafel und schreib darauf vor den Augen dieser Leute mein Urteil über sie. Ritze es als Inschrift für alle Zeiten ein, es soll für immer erhalten bleiben.
9 Sie sind ein eigensinniges Volk. Meine Kinder wollen sie sein, aber sie sind Lügner; denn sie wollen nicht hören, was ich, der Herr, von ihnen verlange.
10 Zu den Sehern sagen sie: ›Ihr sollt nichts sehen!‹, und zu den Propheten: ›Ihr sollt keine Offenbarungen haben! Sagt uns nicht, was recht ist, sondern was uns gefällt! Lasst uns doch unsere Illusionen!
11 Weicht von der Wahrheit ab und lasst uns in Ruhe mit eurem heiligen Gott Israels!‹
12 Deshalb sage ich, der heilige Gott Israels: ›Ihr wollt nicht hören, was ich euch sage, und verlasst euch auf Gewalt und Betrug.
13 Diese Schuld bleibt nicht ohne Folgen: Ihr gleicht einer hohen Mauer, die einen Riss bekommen hat. Er läuft immer tiefer und wird immer breiter, und plötzlich stürzt die ganze Mauer ein.
14 Es wird euch ergehen wie einem Tontopf, der so gründlich zerschmettert wird, dass sich unter seinen Scherben kein Stück mehr findet, mit dem man Glut aus dem Ofen nehmen oder Wasser aus einer Pfütze schöpfen könnte.‹«
15 Der Herr, der heilige Gott Israels, hat zu euch gesagt: »Wenn ihr zu mir umkehrt und stillhaltet, dann werdet ihr gerettet. Wenn ihr gelassen abwartet und mir vertraut,5 dann seid ihr stark.« Aber ihr wollt ja nicht.
16 Ihr sagt: »Nein, auf Pferden wollen wir dahinfliegen!« Aber ihr werdet nicht fliegen, sondern fliehen. Ihr sagt: »Auf schnellen Rennern wollen wir reiten!« Aber eure Verfolger werden schneller rennen als ihr.
17 Tausend von euch werden fliehen, wenn sie einen einzigen Feind sehen; und wenn fünf euch bedrohen, werdet ihr alle davonlaufen. Von eurem stolzen Heer wird nichts übrig bleiben als eine leere Fahnenstange auf einem kahlen Hügel.

Gott will sich über sein Volk erbarmen

18 Trotzdem wartet der Herr sehnlich auf den Augenblick, an dem er sich euch wieder zuwenden kann. Er will seine Macht zeigen und sich über euch erbarmen, denn er ist ein Gott, der dem Recht Geltung verschafft. Wie glücklich sind alle, die ihre Hoffnung auf ihn setzen!
19 Ihr Bewohner Jerusalems, die ihr auf dem Zionsberg wohnt, ihr müsst nicht länger weinen!6 Wenn ihr zum Herrn um Hilfe ruft, wird er euch sein Erbarmen zuwenden; sobald er euer Schreien vernimmt, gibt er euch Antwort.
20 Er wird euch reichlich Brot und Wasser geben, nicht so spärlich wie in der Zeit der Not und Bedrängnis. Er wird sich nicht länger vor euch verbergen; mit eigenen Augen werdet ihr ihn sehen, ihn, euren Lehrer.
21 Wenn ihr nach rechts oder links abbiegen wollt, werdet ihr hinter euch eine Stimme hören, die zu euch sagt: »Dies hier ist der Weg, dem ihr folgen sollt!«
22 Dann werdet ihr eure geschnitzten und gegossenen Götzenbilder samt ihrem silbernen oder goldenen Überzug als etwas Unreines betrachten. »Weg damit!«, werdet ihr rufen und sie wie Abfall hinauswerfen.
23 Für die Saat auf euren Feldern wird der Herr euch Regen geben und der Ackerboden wird Korn hervorbringen, das euch reiche und kräftige Nahrung gibt. Zu der Zeit wird euer Vieh auf weiten Wiesengründen weiden.
24 Die Rinder und Esel, mit denen ihr die Felder pflügt, werden würziges Futter fressen, das man mit Worfschaufel und Gabel gemischt und vor ihnen ausgebreitet hat.
25 Am Tag der großen Abrechnung, wenn die feindlichen Türme stürzen, werden auf allen Bergen und Hügeln Bäche voller Wasser fließen.
26 Dann wird der Mond so hell sein wie die Sonne und die Sonne wird siebenmal so hell scheinen – wie das Licht einer ganzen Woche an einem einzigen Tag. An diesem Tag wird der Herr die Wunden, die er seinem Volk geschlagen hat, verbinden und heilen.

Gott rechnet mit Assyrien ab

27 Der Herr kommt von ferne her,7 er selbst kommt! Feuer und dichter Rauch zeigen, wie zornig er ist. Unheil strömt von seinen Lippen, seine Zunge ist eine lodernde Flamme.
28 Sein Atem tobt wie ein reißender Bach, dessen Wasser bis zum Hals reicht. Er schüttelt die Völker in seinem Sieb und wirft sie fort wie wertlose Spreu. Er legt ihnen einen Zaum ins Maul und leitet sie damit in die Irre.
29 Ihr aber werdet Lieder singen wie in der Nacht, in der ihr das Fest feiert.8 Ihr werdet voll Freude sein wie die Festpilger, die unter Flötenspiel hinaufziehen zum Berg des Herrn, zu ihm, dem Felsen Israels.
30 Der Herr lässt seine gewaltige Stimme hören, er zeigt seinen starken Arm, wie er zuschlägt. Voller Zorn greift er ein, mit verzehrendem Feuer, mit Wolkenbruch und Unwetter und Hagelschlag.
31 Schrecken kommt über Assyrien, wenn es seine Stimme hört und seinen Stock zu fühlen bekommt.
32 Bei jedem Stockhieb, den der Herr als Strafe über Assyrien verhängt hat, werden die Pauken und Zithern erklingen. Der Herr selbst hebt seine Hand zum Kampf gegen Assyrien.9
33 Seit langem schon ist der Verbrennungsplatz für den König bereit. Tief und breit ist die Feuerstelle und Holz ist massenhaft aufgeschichtet. Der Atem des Herrn setzt es in Flammen wie ein Strom von brennendem Schwefel.
1 Nämlich gegen die heranziehenden Assyrer (vgl. 36,6; 37,9). Durch ihren Eigensinn, der sich nicht raten lassen will, stürzen die Leute von Juda sich selbst ins Verderben.
2 Zu Zoan vgl. Anmerkung zu 19,11; Hanes ist südlich von Memfis in Oberägypten zu suchen.
3 Der bequemere Weg nach Ägypten führte entlang der Küste, aber er ist durch die Assyrer versperrt (der Einfall von 36,1 erfolgte von der Küstenebene aus).
4 Ägypten wird mehrfach mit dem Chaosdrachen verglichen, den Gott besiegt hat (siehe Anmerkung zu 27,1; vgl. Ez 29,3).
5 In anderer und doch ähnlicher Situation (36,1) wiederholt hier Jesaja seine Botschaft von 7,4.9. Zum Vertrauen auf eine Pferdestreitmacht siehe 31,1-3.
6 Hier wird wahrscheinlich auf die Zeit nach der Heimkehr aus der Verbannung vorausgeblickt, die durch Armut und Entbehrung gekennzeichnet ist; vgl. Vers 20 mit Hag 1,6 und Neh 5,1-5. Deshalb wird die Heilszusage auch nicht mehr von einer Umkehr des Volkes abhängig gemacht (ebenso 40,2).
7 Nach dem alten Glauben Israels kommt Gott vom Berg Sinai her, um seinem Volk zu helfen (Dtn 33,2; Ri 5,4; Hab 3,3). Die Fortsetzung in den Versen 31-33 zeigt, dass an die Belagerung Jerusalems durch die Assyrer (Kap 36–38) gedacht ist.
8 Vermutlich handelt es sich um das Laubhüttenfest.
9 Der Vers ist nicht sicher zu deuten.
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