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Gute Nachricht Bibel

Der Sturz des Tyrannen

1 Der Herr wird sich über die Nachkommen Jakobs erbarmen; er wird Israel noch einmal erwählen und es in sein Land zurückbringen. Fremde werden Anschluss beim Volk Israel suchen und finden.1
2 Andere Völker werden die verschleppten Israeliten abholen und in ihr Land zurückbringen. Dort im Land des Herrn werden sie den Leuten von Israel als Sklaven und Sklavinnen dienen. Die Israeliten werden die gefangen nehmen, die sie in Gefangenschaft weggeführt haben; sie werden über ihre früheren Unterdrücker herrschen.
3 Israel, der Herr wird deiner Sklaverei ein Ende machen! Nach allen Leiden und Unruhen sollst du wieder aufatmen können. Wenn das geschieht,
4 wirst du über den König von Babylonien ein Spottlied singen: »Der Unterdrücker nahm ein böses Ende, mit seiner Schreckensherrschaft2 ist es aus!
5 Der Herr zerbrach die Macht der Unheilstifter, den Stock, den der Tyrann geschwungen hatte.
6 In blinder Wut schlug er damit die Völker, versetzte ihnen grausam Schlag auf Schlag. Er unterdrückte sie in wildem Zorn und ließ sie alle rücksichtslos verfolgen.
7 Doch nun herrscht wieder Ruhe auf der Erde und alle brechen laut in Jubel aus.
8 Selbst die Zypressen freuen sich darüber, die Zedern jauchzen auf dem Libanon: ›Seit du gefallen bist und unten liegst, kommt niemand mehr herauf, um uns zu fällen!‹
9 Die ganze Totenwelt ist in Bewegung, bereit, um dich gebührend zu empfangen. Die Schatten stört man deinetwegen auf, sie, die einst Herrscher auf der Erde waren. Man schreckt die Könige der Völker hoch, sie alle springen auf von ihren Thronen.
10 Da stehen sie und heißen dich willkommen, der Chor der Schatten ruft dir spöttisch zu: ›Sieh da, nun bist auch du für immer hier, ganz ohne Macht, genauso schwach wie wir!‹
11 Dahin ist nun die Pracht, die dich umgab, dahin die rauschende Musik der Harfen, hinunter in die dunkle Totenwelt. Das Bett, auf dem du liegen darfst, sind Maden und Würmer sind die Decke über dir.
12 Du Morgenstern, wie konnte es geschehen, dass du vom hohen Himmel niederstürztest? Du hast so viele Völker unterworfen, jetzt liegst du selbst zerschmettert auf der Erde!
13 In deinem Herzen hattest du beschlossen: ›Ich steige immer höher, bis zum Himmel. Dort oben will ich meinen Thron errichten, ich will noch höher sein als Gottes Sterne. Ich setze mich im Rat der Götter nieder, im fernsten Norden, auf dem Götterberg.
14 Ich steige höher, als die Wolken reichen, dann endlich gleiche ich dem Allerhöchsten!‹
15 Doch in den Abgrund wurdest du geworfen, bis auf den tiefsten Grund der Totenwelt!
16 Wer dich so liegen sieht, der starrt dich an, noch glaubt er seinen Augen nicht zu trauen: ›Ist das der Mann, vor dem die Erde bebte, der Königreiche aus den Angeln hob?
17 War er es, der die Welt zur Wüste machte, der ganze Städte einfach ausradierte und nie Gefangenen die Freiheit gab?‹
18 Die andern Herrscher setzt man prachtvoll bei, in Ehren ruhen sie in ihrer Gruft.
19 Doch du liegst ohne Grab auf freiem Feld, dort hingeworfen wie ein dürrer Zweig, wie ein Kadaver, der zertreten wird, bedeckt mit Kriegern, die das Schwert durchbohrte. Mit denen, die in ihrer Steingruft liegen,
20 mit deinen Vätern, wirst du nie vereint! Dein eigenes Land hast du zugrunde gehen, dein eigenes Volk im Krieg verbluten lassen. Darum soll deine Sippe von Verbrechern in alle Ewigkeit vergessen sein!
21 Die Söhne dieses Königs müssen sterben; sie sollen sühnen für die Schuld der Väter! Lasst sie nicht noch einmal die Welt erobern und auf der ganzen Erde Städte bauen! Macht euch bereit und bringt sie alle um!«
22 Der Herr, der Herrscher der Welt,3 sagt: »Ich werde ihnen entgegentreten und Babylon mit Stumpf und Stiel ausrotten, ich will ihnen weder Söhne noch Erben lassen.
23 Ich mache Babylon zu einem großen Sumpf, den die Reiher4 in Besitz nehmen. Ich kehre es aus mit eisernem Besen, sodass nichts mehr von ihnen übrig bleibt. Das sage ich, der Herrscher der Welt!«

Assyriens Macht wird zerbrochen

24 Der Herr, der Herrscher der Welt, hat geschworen: »Es bleibt dabei: Was ich geplant habe, trifft ein; was ich beschlossen habe, wird ausgeführt!
25 Ich zerbreche die Macht Assyriens in meinem Land, auf meinen Bergen trete ich sie in den Staub. Dann wird das Joch der Assyrer vom Nacken meines Volkes verschwinden und ihre Last wird von seinen Schultern gleiten.«
26 Gottes Beschluss gilt der ganzen Erde, seine Hand ist ausgestreckt gegen alle Völker.
27 Wenn der Herr, der Herrscher der Welt, sich etwas vorgenommen hat, wer kann es dann verhindern? Wenn er seine Hand ausgestreckt hat, wer kann sie dann wieder abwenden?

Drohung gegen die Philister

28 In dem Jahr, als König Ahas starb, verkündete der Prophet folgende Botschaft:5
29 »Freut euch nicht zu früh, ihr Philister!6 Zwar ist der Stock, der euch geschlagen hat, zerbrochen; aber aus der toten Schlange geht eine Viper hervor und aus der Viper ein Drache.
30 Die Ärmsten in Israel werden genug zu essen haben; die vom Unglück Verfolgten werden endlich in Ruhe und Sicherheit leben. Euch aber wird Gott vor Hunger umkommen lassen, und was von euch noch übrig bleibt, das wird der Drache umbringen.
31 Schreit Zeter und Mord, ihr Wächter an den Toren! Ruft Ach und Weh, ihr Bewohner der Städte! Lasst alle Hoffnung fahren, ihr Philister alle miteinander! Aus dem Norden naht sich eine Rauchwolke, ein geschlossenes Heer, von dem keiner zurückbleibt.7
32 Was soll man den Boten der Philister sagen? Dies ist unsere Antwort:8 ›Der Herr selbst hat den Zionsberg gegründet. Dort finden die Armen seines Volkes sicheren Schutz!‹«
1 Von der Öffnung des Gottesvolkes für Menschen anderer Völker spricht auch 56,3.6-8; vgl. 2,2-4; Sach 2,15; 8,20-23.
2 Schreckensherrschaft: mit einer wichtigen Handschrift und alten Übersetzungen; H Haufen von Gold.
3 Wörtlich Der Herr Zebaot; entsprechend in den Versen 23.24 und 27.
4 Reiher: unsicher; wörtlich der sich einrollt.
5 Das war wahrscheinlich 725 v.Chr. (2Kön 16,20).
6 Die Philister, Israels Erbfeinde, waren zugleich das Herz des Widerstandes gegen die Assyrer, unter deren Schutz sich Juda unter König Ahas gestellt hatte (siehe Anmerkung zu 7,9). Vielleicht ist in Vers 29 auf den Tod Tiglat-Pilesers III. angespielt, der 734/33 auf zwei Feldzügen den Philistern schwer zugesetzt hatte.
7 ein geschlossenes Heer ...: Deutung unsicher.
8 Offenbar wollten die Philister - ähnlich wie die Syrer nach 7,1-6 - Juda für ein antiassyrisches Bündnis gewinnen. Die Antwort des Propheten liegt ganz auf der Linie von 7,9.
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