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Gute Nachricht Bibel

Juda begreift nicht die Schwere seines Vergehens

1 Der Herr sagt: »Wenn ein Mann seine Frau verstoßen hat und sie ist die Frau eines anderen geworden, dann darf er sie später nicht wieder als seine Frau annehmen. Das Land, in dem so etwas geschieht, würde dadurch entweiht.1 Du aber hast dich mit zahllosen Liebhabern abgegeben und willst zu mir zurück?
2 Auf welchem der Berge ringsum hast du nicht schon mit Männern gelegen? An den Wegen hast du gesessen und auf sie gewartet, wie die Araber an den Wüstenstraßen auf Beute lauern. Du hast das Land entweiht durch deine Hurerei.
3 Darum fiel auch kein Regen, im Herbst nicht und auch nicht im Frühjahr. Aber wie eine richtige Hure hast du dich geweigert, deine Schande einzugestehen.
4 Ja, du wagtest es sogar, mir zu sagen: ›Du bist mein Vater; solange ich lebe, liebst du mich schon;
5 du wirst mir doch nicht für immer böse sein?‹ Das sagtest du und bliebst bei deinem verkommenen Treiben und brachtest es darin zur Meisterschaft.«

Die beiden ehebrecherischen Schwestern

6 Während der Zeit, als König Joschija regierte, sagte der Herr zu mir: »Hast du gesehen, was Israel,2 diese treulose Frau, getan hat? Sie hat sich von mir abgewandt, ist auf jede Anhöhe gestiegen und hat sich unter jeden grünen Baum gelegt, um Unzucht zu treiben.
7 Da dachte ich: ›Wenn sie genug davon hat, kehrt sie bestimmt wieder zu mir zurück.‹ Aber sie kehrte nicht zurück. Ihre treulose Schwester Juda sah das mit an
8 und sie sah3 auch, wie ich ihrer Schwester Israel als Strafe für ihr ehebrecherisches Treiben die Scheidungsurkunde gab und sie wegschickte.4 Aber das schreckte sie nicht ab. Im Gegenteil, sie fing selber an, Unzucht zu treiben.
9 Durch ihre schamlose Hurerei hat sie das Land entweiht. Steine und Holz hat sie angebetet und so Ehebruch getrieben.
10 Und nach all dem ist Juda, die treulose Schwester Israels, nicht wieder zu mir zurückgekehrt – mit dem Herzen nicht, nur mit leeren Worten.« Das sagt der Herr.

Für die Verbannten aus dem Reich Israel steht die Rückkehr offen

11 Der Herr sagte zu mir: »Das abtrünnige Israel5 kann noch eher vor mir bestehen als das treulose Juda.«
12 Deshalb befahl er mir, in Richtung Norden zu rufen: »Der Herr sagt: ›Kehre wieder zurück, Israel, ich will nicht mehr zornig auf dich sein! Denn ich bin gütig und trage nicht ewig nach.
13 Doch sieh ein, dass du dich schuldig gemacht hast. Du bist mir untreu geworden, mir dem Herrn, deinem Gott, und bist den fremden Göttern nachgelaufen; unter jedem grünen Baum hast du dich ihnen hingegeben. Aber auf mich hast du nicht mehr gehört.‹«

Hoffnung für Juda über die Katastrophe hinaus

14 Der Herr sagt: »Kommt zurück, ihr davongelaufenen Kinder, denn nach wie vor gehört ihr mir! Aus jeder eurer Städte und Sippen werde ich einen oder zwei nehmen und sie zum Zionsberg bringen.6
15 Da werde ich euch Hirten geben, wie ich sie haben will, die euch mit Einsicht und Verstand regieren.«
16 Und weiter sagt der Herr: »Wenn ihr euch dann wieder vermehrt und das ganze Land besiedelt, wird kein Mensch mehr fragen: ›Wo ist die Bundeslade des Herrn?‹ Keinem kommt sie mehr in den Sinn. Niemand denkt mehr an sie, niemand vermisst sie und niemand macht eine neue.
17 Denn ganz Jerusalem ist dann mein Thron. Alle Völker kommen und versammeln sich dort bei mir. Sie werden nicht mehr tun, was ihr eigensinniges und böses Herz ihnen eingibt.
18 Ihr Leute von Juda werdet euch dann den Leuten von Israel anschließen und zusammen mit ihnen aus dem Land im Norden zurückkehren in das Land, das ich euren Vorfahren als bleibenden Besitz gegeben habe.«

Judas Undank und Untreue

19 Der Herr sagte: »Ich war entschlossen, dir eine Ehrenstellung unter den Völkern zu geben. Ein herrliches Land, das herrlichste, das die Völker kennen, sollte für immer dir gehören. Und ich dachte, du würdest mich Vater nennen und dich nie von mir abwenden.
20 Aber wie eine Frau, die einen Liebhaber findet und ihrem Mann untreu wird, so hast du, Israel, mir die Treue gebrochen.«

Klage Judas und Gottes Aufruf zur Umkehr

21 Auf den kahlen Höhen der Berge hört man klagende Stimmen. Die Leute von Israel weinen und flehen um Erbarmen. Sie haben den Herrn, ihren Gott, vergessen und sind vom rechten Weg abgeirrt.
22 Der Herr aber sagt: »Kommt zu mir zurück, ihr davongelaufenen Kinder, ich bringe alles zwischen euch und mir wieder in Ordnung!« Ja, Herr, wir kommen zu dir zurück, denn du bist unser Gott!
23 Das Rufen und Schreien zu den Götzen auf den Bergen und Hügeln7 kann uns nicht helfen; nur du, unser Gott, bringst Israel Hilfe.
24 Der schändliche Baal hat alles gefressen, was unsere Vorfahren erworben hatten. So weit wir zurückdenken können, frisst er unsere Schafe und Rinder und unsere Söhne und Töchter.8
25 In Schande liegen wir da und Schmach bedeckt uns. Wir haben uns gegen dich, unseren Gott, vergangen. So war es von jeher und so ist es bis heute geblieben. Wir haben nicht auf dich gehört.
1 Vgl. dazu Dtn 24,1-4.
2 Mit Israel ist hier und in den Versen 10 und 11 das Nordreich gemeint.
3 sie sah: vermutlicher Text; H ich sah.
4 722 v.Chr. wurde Samaria von den Assyrern erobert. Wie Hosea und Ezechiël stellt auch Jeremia das Verhältnis Gottes zu seinem Volk als eine Ehe dar und bezeichnet die Hinwendung Israels zu fremden Göttern als »Ehebruch« (Vers 9; vgl. 2,2; 3,20; 5,7; 13,22.26-27).
5 Gemeint ist das damals schon untergegangene Nordreich Israel, dessen Oberschicht nach Assyrien (Vers 12: in Richtung Norden) ins Exil geführt worden war.
6 Der Text kündigt für einen Rest der Leute aus Israel und Juda (Vers 18) eine heilvolle Zukunft nach der assyrischen bzw. babylonischen Verbannung an. Dann wird man die Bundeslade, die wahrscheinlich bei der Zerstörung des Tempels 587 v.Chr. vernichtet wurde, nicht mehr vermissen (Vers 16).
7 Siehe Anmerkung zu 2,20.
8 Vgl. 7,31 und Vergleichsstellen.
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