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Gute Nachricht Bibel

Hoseas Auftritt am Erntefest

1 Ihr habt keinen Grund, euch so übermütig zu freuen, ihr Leute von Israel – keinen Grund, in Jubel auszubrechen wie die Fremden! Eurem Gott seid ihr untreu geworden, ihr habt euch auf allen Dreschplätzen mit den fremden Göttern eingelassen.
2 Aber ihr werdet euren Ernteertrag nicht genießen können, das Korn, das Öl und den Wein!
3 Ihr müsst fort aus dem Land des Herrn! Die Leute von Efraïm müssen nach Ägypten zurück oder in die Fremde nach Assyrien und müssen dort unreine Speisen essen.
4 Sie können dem Herrn dort nicht mehr Trankopfer und Mahlopfer darbringen, und die Nahrung, die sie dann zu sich nehmen, ist unrein und macht jeden unrein, der davon isst – wie das Brot, das sich in einem Trauerhaus befindet.1 – Das ist so, weil sie die ganze Ernte selbst verzehren und nichts davon in den Tempel des Herrn bringen. –
5 Wie wollt ihr dann Feste feiern wie das heutige, den großen Festtag2 des Herrn?
6 Die aber, die aus dem verwüsteten Land nach Ägypten flüchten, wird man dort mit offenen Armen aufnehmen – um sie zu begraben in Memfis.3 Wo jetzt die silbernen Geräte glänzen, wird Unkraut wuchern, und Dorngestrüpp auf den Ruinen ihrer Häuser.
7 Die Zeit der Abrechnung ist gekommen; jetzt wird euch heimgezahlt! Ihr Leute von Israel werdet es am eigenen Leib zu spüren bekommen. »Der Prophet ist verrückt! Der Mann des Geistes ist von Geistern besessen!« So feindet ihr mich an in eurem Hass; aber euer Hass ist genauso groß wie eure Schuld.
8 Ihr Leute von Efraïm, ihr wendet euch gegen meinen Gott! Mir, seinem Propheten, stellt ihr Fallen, wo ich gehe und stehe; sogar im Haus meines Gottes bin ich nicht sicher.
9 Ihr seid so tief gesunken wie einst die Leute von Gibea.4 Der Herr wird nicht darüber hinweggehen, er wird euch für eure Schuld zur Rechenschaft ziehen!

Israel einst und jetzt

10 Der Herr sagt: »Wie Trauben in der Wüste waren für mich die Israeliten, als ich ihnen zuerst begegnet bin. Wie die köstliche Frühfeige waren eure Vorfahren für mich. Aber kaum waren sie nach Baal-Pegor5 gekommen, verbanden sie sich mit dem Schandgötzen und wurden so widerwärtig wie der, dem sie sich hingaben.
11 Efraïm entflog mir wie ein Vogel, darum wird auch seine Macht und Herrlichkeit verfliegen: keine Geburt mehr, keine Schwangerschaft, nicht einmal eine Empfängnis!
12 Selbst wenn sie noch Kinder bekommen und großziehen, werde ich sie ihnen nehmen, bis keins mehr da ist. Und auch sie selbst sind dem Untergang geweiht, wenn ich mich von ihnen abwende.
13 Wie eine junge Palme, gepflanzt auf fruchtbarem Grund, so war einst Efraïm für mich, und dieses Efraïm muss nun seine Söhne dem Schlächter ausliefern!«
14 Herr, wenn es sein muss, dann strafe sie wenigstens nur mit unfruchtbarem Mutterschoß und versiegten Brüsten!
15 »Schon in Gilgal6 zeigte sich ihre ganze Verruchtheit; dort begann ich, ihr Feind zu werden. Und wegen ihrer schlimmen Taten verjage ich sie jetzt aus meinem Land.7 Ich kann sie nicht mehr lieben; denn ihre Führer sind allesamt Aufrührer.
16 Efraïm ist wie ein Baum, dessen Wurzel verdorrt ist: Er bringt keine Frucht mehr. Und wenn ihre Frauen noch Kinder bekämen, würde ich sie, ihre Lieblinge, unbarmherzig töten.«
17 Mein Gott soll sie verstoßen, denn sie hören nicht auf ihn! Als Flüchtlinge müssen sie umherirren unter den Völkern.
1 Siehe Sacherklärung »«.
2 Das Laubhüttenfest (siehe ).
3 Memfis war berühmt durch sein riesiges Gräberfeld.
4 Wie in 10,9 Anspielung auf den Vorfall Ri 19,22-30.
5 Die erste Begegnung Israels mit dem Baalskult (Num 25).
6 Wahrscheinlich Anspielung auf die Einführung des Königtums in Israel (1Sam 11,14-15; vgl. 15,13-23), in dem Hosea eine Wurzel der Auflehnung gegen Gott sieht (vgl. Hos 13,9-11).
7 aus meinem Land: wörtlich aus meinem Haus; vgl. Anmerkung zu 8,1.
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