Hilfe

Gute Nachricht Bibel

Israels Wiederannahme nach dem Gericht

1 Die Israeliten werden einmal so zahlreich werden wie der Sand am Meer, der sich weder zählen noch mit dem Hohlmaß messen lässt. Sie, zu denen der Herr gesagt hatte: »Ihr seid nicht mein Volk«, werden dann ›Söhne des lebendigen Gottes‹ genannt werden.
2 Die Leute von Juda und die Leute von Israel werden aus dem ganzen Land zusammenkommen und sich ein gemeinsames Oberhaupt wählen. Sie werden das Land bedecken wie Gras, das aus dem Boden sprießt. Das wird ein großer Tag sein, wenn geschieht, was der Name Jesreel bedeutet: »Gott sät«.1
3 Sagt zu euren Brüdern »Mein Volk!« und zu euren Schwestern »Es gibt Erbarmen!«

Gott zieht das treulose Israel zur Rechenschaft

4 »Erhebt Anklage gegen eure Mutter Israel!«, sagt der Herr. »Klagt sie an! Denn sie hat so gehandelt, dass sie nicht mehr meine Frau sein kann und ich nicht mehr ihr Mann. Sie soll die Zeichen ihrer Hurerei aus ihrem Gesicht und von ihrer Brust entfernen,2 alles, was daran erinnert, dass sie mir die Treue gebrochen hat.
5 Sonst werde ich ihr alle Kleider nehmen, sodass sie nackt und bloß ist wie am Tag ihrer Geburt. Ich mache sie zu einer Wüste, zum wasserlosen Land; ich lasse sie verdursten.
6 Mit ihren Kindern habe ich kein Erbarmen, weil sie Kinder einer Hure sind.
7 Ihre Mutter hat es mit anderen Männern getrieben und gesagt: ›Ich laufe meinen Liebhabern nach. Sie geben mir, was ich brauche: Brot und Wasser, Wolle und Flachs, Öl und Wein.‹
8 Darum versperre ich ihr den Weg mit Dornengestrüpp und verbaue ihn mit einer Mauer.
9 Wenn sie dann ihren Liebhabern nachläuft, kann sie sie nicht erreichen; sie sucht sie, aber kann sie nicht finden. Dann wird sie sagen: ›Ich will zu meinem ersten Mann zurückkehren. Bei ihm ging es mir besser!‹
10 Sie wollte nicht wahrhaben, dass ich es gewesen bin, der ihr Korn, Wein und Öl gab. Mit Silber und Gold habe ich sie überhäuft – und sie hat es zu ihrem Baal getragen!
11 Darum nehme ich mein Korn und meinen Wein wieder an mich, gerade dann, wenn sie die Ernte einbringen will. Ich nehme ihr meine Wolle und meinen Flachs, sodass sie nichts mehr anzuziehen hat.3
12 Ich stelle sie nackt vor ihren Liebhabern an den Pranger und keiner von ihnen kann sie aus meiner Hand befreien.
13 Ich mache all ihren Freudenfesten ein Ende, den Feiern am Neumond und am Sabbat und den großen Festen im Jahreslauf.
14 Ich vernichte ihre Weinstöcke und Feigenbäume, von denen sie sagte: ›Das ist der Lohn, den mir meine Liebhaber gegeben haben!‹ Die Pflanzungen lasse ich verwildern; was noch wächst, wird vom Wild abgefressen.
15 So bestrafe ich sie dafür, dass sie ihren Liebhabern, den Baalen, nachgelaufen ist, dass sie ihnen Opfer dargebracht und sich für sie mit Ohrringen und Halsketten geschmückt hat – und mich hat sie vergessen! Das sage ich, der Herr.«

Gottes Treue überwindet Israels Untreue

16 »Dann aber4 will ich selbst sie umwerben. Ich werde sie in die Wüste bringen und ihr zu Herzen reden.
17 Dort wird sie meine Liebe erwidern wie damals, als sie jung war, als sie aus Ägypten kam. Danach werde ich sie zurückbringen und ihr die Weinberge wiedergeben, und das Achortal, das »Unglückstal«,5 soll zu einem Tor der Hoffnung werden.
18 Wenn das geschieht, wirst du mich deinen Mann nennen – sagt der Herr zu Israel – und nicht mehr deinen Baal.6
19 Ich werde dich dazu bringen, dass du das Wort Baal nie mehr in den Mund nimmst.
20 Und ich werde mit dem Wild, den Vögeln und allen anderen Tieren eine Übereinkunft treffen, dass sie dir keinen Schaden mehr tun. Ich zerbreche alle Kriegswaffen und entferne sie aus deinem Land, sodass du in Frieden und Sicherheit leben kannst.7
21 Ich schließe die Ehe mit dir für alle Zeiten; mein Brautgeschenk für dich sind meine Hilfe und mein Schutz, meine Liebe, mein Erbarmen
22 und meine unwandelbare Treue. Du wirst erkennen, wer ich bin – ich, der Herr.
23 Zu jener Zeit – sagt der Herr – werde ich die Bitten des Himmels erhören und der Himmel die Bitten der Erde.
24 Die Erde wird die Bitten von Korn, Wein und Öl erhören und Korn, Wein und Öl die Bitten von Jesreel.8
25 Ich will dich, Israel, wieder in dein Land einsäen. War dein Name zuvor ›Kein Erbarmen‹, so werde ich mich jetzt über dich erbarmen. Warst du zuvor ›Nicht mein Volk‹, so sage ich jetzt zu dir: ›Du bist mein Volk‹, und du antwortest: ›Du bist mein Gott!‹«
1 Das wird ...: wörtlich Groß ist der Tag von Jesreel.
2 Wahrscheinlich handelt es sich um Amulette, die im Zusammenhang mit der Verehrung anderer Götter stehen.
3 Gott stellt - durch Natur- und Feindeinwirkungen (vgl. Vers 20) - klar, von wem die Gaben der Natur kommen.
4 Überraschend kommt die Wende, aber nicht unmotiviert (siehe 11,8).
5 Vgl. Jos 7 und Sacherklärung »«.
6 Baal bedeutet »Herr, Besitzer«; es ist gleichzeitig Name des kanaanitischen Hauptgottes und die übliche Bezeichnung für »Ehemann«. Siehe weiter die Sacherklärung »«.
7 Die Umkehrung der Verse 11-14.
8 Der Name der Ebene Jesreel steht hier für das ähnlich klingende »Israel«; er klingt im folgenden Vers in einsäen an (vgl. 2,2).
© 2018 ERF Medien