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Gute Nachricht Bibel

Ijob: Aus mir spricht die Verzweiflung!

1 Ijob antwortete:
2 »Wenn jemand meinen Kummer wiegen wollte und meine Leiden auf die Waage legte –
3 sie wären schwerer als der Sand am Meer. Was Wunder, wenn ich wirre Reden führe!
4 Die Pfeile Gottes1 haben mich getroffen und meinen Geist mit ihrem Gift verstört. Die Schrecken Gottes haben mich umzingelt, ein Heer von Feinden, aufmarschiert zur Schlacht.
5 Kein Esel schreit auf saftig grüner Weide und jeder Stier ist still, hat er sein Futter.
6 Doch wer mag ungesalzne Speisen essen? Wem schmeckt der weiße Schleim von einem Ei?
7 Wie solche Nahrung mir ein Ekel ist, genauso ungenießbar ist mein Leid!2
8 Warum gibt Gott mir nicht, was ich erbitte? Und warum tut er nicht, worauf ich warte?
9 Wenn er sich doch entschlösse, mich zu töten und mir den Lebensfaden abzuschneiden!
10 Darüber würde ich vor Freude springen, das wäre mir ein Trost in aller Qual. Was er, der Heilige, befohlen hat, dagegen hab ich niemals rebelliert.
11 Woher nehm ich die Kraft, noch auszuhalten? Wie kann ich leben ohne jede Hoffnung?
12 Ist etwa meine Kraft so fest wie Stein? Sind meine Muskeln denn aus Erz gemacht?
13 Ich selber weiß mir keine Hilfe mehr, ich sehe niemand, der mich retten könnte.
14 Wer so am Boden liegt, braucht treue Freunde, dass er nicht aufhört, sich an Gott zu halten.3
15 Doch ihr enttäuscht mich wie die Steppenflüsse, die trocken werden, wenn es nicht mehr regnet.
16 Wenn Eis und Schnee in Frühjahrswärme schmelzen, dann sind die Flüsse voll von trübem Wasser;
17 doch in der Sommerhitze schwinden sie, ihr Bett liegt leer und trocken in der Glut.
18 Die Karawanen biegen ab vom Weg und folgen ihnen, sterben in der Wüste.
19 Aus Tema und aus Saba4 kamen sie, sie spähten aus, sie wollten Wasser finden.
20 Doch ihr Vertrauen wurde nicht belohnt: An leeren Flüssen endete die Hoffnung.
21 Für mich seid ihr genau wie diese Flüsse: Weil ihr mein Unglück seht, weicht ihr zurück.
22 Hab ich vielleicht um ein Geschenk gebeten, müsst ihr für mich denn irgendwen bestechen?
23 Sollt ihr Erpressern Lösegelder zahlen, um mich aus ihren Händen freizukaufen?
24 Belehrt mich doch, dann will ich gerne schweigen. Wo hab ich mich vergangen? Sagt es mir!
25 Durch Wahrheit bin ich leicht zu überzeugen, doch euer Redeschwall beweist mir nichts!5
26 Wollt ihr mich wegen meiner Worte tadeln und merkt nicht, dass Verzweiflung aus mir spricht?
27 Ihr würdet noch um Waisenkinder würfeln und euren besten Freund für Geld verschachern!
28 Seht mir doch einmal richtig in die Augen! Wie käme ich dazu, euch anzulügen?
29 Hört auf zu richten, seid nicht ungerecht! Noch habe ich das Recht auf meiner Seite!
30 Ich gehe nicht zu weit mit meinen Worten, ich kann doch Recht und Unrecht unterscheiden!
1 Wörtlich des Gewaltigen.
2 Der Vers ist nicht sicher zu deuten.
3 Der Vers ist nicht sicher zu deuten.
4 Tema ist eine Oase im nördlichen Arabien, mit Saba ist das Gebiet der Sabäer in Südarabien gemeint.
5 Ijob kann in seinem Leiden keinen Sinn erkennen und wehrt sich leidenschaftlich gegen die Verallgemeinerungen seiner Freunde. Er ist überzeugt, dass dies alles auf ihn nicht zutrifft.
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