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Gute Nachricht Bibel

Die Gegenwart ist zum Verzweifeln!

1 Jetzt aber muss ich mich verspotten lassen von solchen, die viel jünger sind als ich. Schon ihre Väter haben nichts getaugt! Ich konnte sie nicht zu den Herden schicken, damit sie meinen Hunden helfen sollten.
2 Für welche Arbeit sind schon Leute gut, die keine Kraft mehr in den Armen haben,
3 weil Hunger und Entbehrung sie erschöpften? Sie nagen trockene Wurzeln in der Wüste, dem Land der Dunkelheit und Einsamkeit.
4 Sie pflücken sich das Salzkraut unter Sträuchern und essen Wurzeln von den Ginsterbüschen.
5 Von allen andern werden sie vertrieben, so wie man Diebe mit Geschrei verjagt.
6 Sie hausen in den Wänden tiefer Schluchten, in Höhlen und in Spalten des Gesteins.
7 Sie schreien wie Tiere im Gebüsch der Wüste, sie drängen sich im stachligen Gestrüpp.
8 Ein Pöbelvolk, Gesindel ohne Namen, das man mit Peitschen aus dem Lande trieb.1
9 Jetzt singen sie ihr Spottlied über mich, ich bin der Redestoff für ihren Klatsch.
10 Sie ekeln sich und rücken von mir ab, sie haben keine Scheu, mich anzuspucken.
11 Ganz schwach und wehrlos hat mich Gott gemacht, drum lassen sie auch jede Hemmung fahren.
12 Nun kommt die Schlangenbrut und greift mich an; sie zwingen mich, die Stellung aufzugeben; sie schütten Dämme2 auf zum letzten Sturm.
13 Sie haben mir den Fluchtweg abgeschnitten; zu meinem Sturz trägt jeder fleißig bei, sie brauchen dazu keine fremde Hilfe.
14 Sie dringen durch die Breschen meiner Mauer und drängen durch die Trümmer auf mich zu.
15 Der Schrecken greift nach mir mit kalter Hand; ein Windstoß wirbelt meine Würde fort, mein Wohlstand löst sich auf wie eine Wolke.
16 Ich spüre, wie mein Leben aus mir fließt. Seit Tagen schon umklammert mich die Qual.
17 Nachts bohrt der Schmerz in allen meinen Knochen, als sollten sie aus meinem Körper fallen; die Nerven können keine Ruhe finden.
18 Mit aller Kraft hat Gott mein Kleid gepackt,3 er schnürt mich ein wie ein zu enger Kragen.
19 Er hat mich in den Lehm zurückgestoßen, im Staub und in der Asche muss ich trauern.
20 Ich schrei um Hilfe, Gott! Wann gibst du Antwort? Ich steh vor dir – dein Blick bleibt starr und kalt.
21 Du bist so grausam gegen mich geworden und lässt mich spüren, wie viel Macht du hast.
22 Du setzt mich auf den Wind wie auf ein Pferd; er reißt mich mit Getöse ins Verderben.
23 Ich weiß, du bringst mich fort zur Totenwelt, wo alle Lebenden sich wieder finden.
24 Dem Trümmerhaufen kann man nicht mehr helfen. Ob Gottes Hand mir hilft, bevor ich falle?4
25 Hab ich nicht oft geweint mit Schwergeplagten? Zog ihre Not mir nicht das Herz zusammen?
26 Ich hoffte, wartete auf Licht und Glück, doch nichts als Dunkelheit und Unglück kam!
27 Ich bin erregt und finde keine Ruhe, denn Tag für Tag umgibt mich nichts als Qual.
28 Ich bin voll Trauer, mir scheint keine Sonne; ich klage öffentlich und fordere Hilfe.
29 Mein Schreien klingt, wie wenn Schakale heulen, ich weine einsam wie der Vogel Strauß.
30 Geschwärzt ist meine Haut, sie löst sich ab, die Glut des Fiebers brennt in meinen Knochen.
31 Mein Lautenspiel ist Jammerlaut geworden, mein Flötenspiel in Klagelied verwandelt.
1 Die Verse 2-8 beschreiben die Lage heimatloser und ehrloser Ausländer, die es sich jetzt ungestraft erlauben können, Ijob zu verspotten.
2 Bei der Belagerung einer Stadt wurden im unebenen Gelände Dämme in Richtung auf die Stadtmauer aufgeschüttet, um die Belagerungsmaschinen an die Mauer heranzufahren (vgl. Sacherklärung »«).
3 So mit G; H Mit aller Kraft verändert sich mein Gewand.
4 Ijob vergleicht sich selbst mit einer Mauer; er hofft auf Hilfe, ehe es zu spät ist.
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