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Gute Nachricht Bibel

Die Mächtigen fragen nicht nach Gottes Willen ...

1 Warum setzt Gott1 nicht einfach Tage fest, dass seine Treuen sehn, wie er Gericht hält?
2 Die Mächtigen verrücken Feldergrenzen; den kleinen Leuten stehlen sie die Herden und treiben sie auf ihre eigene Weide.
3 Das Rind der Witwe nehmen sie als Pfand, den Waisen rauben sie den letzten Esel.
4 Die Armen werden aus dem Weg gestoßen, sie fliehn vor Furcht und müssen sich verstecken.
5 Wie wilde Esel in der dürren Steppe gehn sie bei Morgengrauen an die Arbeit. Für ihre Kinder suchen sie nach Nahrung, die in der Steppe doch nur kärglich wächst.
6 Sie sammeln Reste auf dem Feld des Reichen,2 in seinem Weinberg suchen sie nach Beeren.
7 Nackt müssen sie im Freien übernachten und keine Decke schützt sie vor der Kälte.
8 Im Bergland triefen sie von Regennässe und drücken sich zum Schutz dicht an die Felsen.
9 Der Witwe nimmt man ihren Säugling fort, den Schuldnern pfändet man sogar den Mantel.
10 Die Armen müssen ohne Kleidung gehn; sie hungern, weil sie nichts zu essen haben, selbst wenn sie für die Reichen Garben tragen.
11 Im Garten pressen sie Oliven aus, sie keltern Wein und müssen durstig bleiben.
12 Die armen Stadtbewohner klagen laut, das Röcheln der Verletzten schreit zum Himmel, doch Gott beachtet all den Wahnsinn nicht!3
13 Die Bösen hassen jede Art von Licht; drum wissen sie auch nichts von Gottes Wegen und fragen nicht danach, was ihm gefällt.
14 Im Morgengrauen steht der Mörder auf und bringt den Armen um, der schutzlos ist. Bei Nacht bricht er in Häuser ein und stiehlt.
15 Der Ehebrecher wartet bis zum Abend und bindet sich die Maske vors Gesicht, damit kein Auge ihn erkennen kann.
16 Im Dunkeln raubt der Dieb die Häuser aus. Bei Tage schließen sie sich alle ein, weil sie vom hellen Licht nichts wissen wollen.
17 Ihr Tag beginnt erst, wenn es dunkel wird, und keine Finsternis kann sie erschrecken.

... aber Gott wird sie vernichten

18 Der Böse wird von Fluten fortgeschwemmt, sein Grund und Boden ist von Gott verflucht und auch zum Weinberg geht er niemals wieder.
19 Die Sonnenhitze lässt den Schnee verschwinden, der ausgedörrte Boden schluckt das Wasser. Genauso schluckt die Totenwelt den Sünder.
20 Selbst seine Mutter denkt nicht mehr an ihn; er ist ein fettes Fressen für die Würmer. Aus der Erinnerung ist er verschwunden; der Böse wurde wie ein Baum gefällt. Das ist die Strafe für sein schlimmes Unrecht:
21 Die kinderlose Frau hat er misshandelt, der Witwe keine Freundlichkeit erwiesen.
22 Die Mächtigen rafft Gottes Macht hinweg; erhebt er sich, verzweifeln sie am Leben.
23 Gott wiegt sie anfangs nur in Sicherheit, doch achtet er genau auf ihre Taten.
24 Sie werden groß, doch nur für kurze Zeit; dann schrumpfen sie wie eine Blütendolde und werden abgeschnitten wie die Ähre.
25 So ist es! Was ich sage, ist die Wahrheit. Kann einer mir das Gegenteil beweisen?«4
1 Wörtlich der Gewaltige.
2 Die Zeile ist nicht sicher zu deuten.
3 Nicht nur in seinem eigenen Leben kann Ijob das Handeln Gottes nicht verstehen, auch Gottes Verhalten gegenüber anderen Menschen erscheint ihm widersinnig.
4 Wenn die Verse 13-25 von Anfang an ein Teil der Rede Ijobs waren (was manche Ausleger bezweifeln), dann dreht Ijob hier den Spieß um und zitiert die traditionellen Weisheitslehren gegen die drei Freunde: Sie sind dann den Bösen zuzurechnen, denen Gottes Strafgericht droht.
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