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Gute Nachricht Bibel

Ijob: Gott tut mir Unrecht ...

1 Ijob antwortete:
2 »Wie lange redet ihr noch auf mich ein? Wie lange wollt ihr mich mit Worten quälen?
3 Ihr habt mich nun schon viel zu oft beschimpft und schämt euch nicht, mich zu beleidigen.
4 Wenn ich unwissend einen Fehler machte, dann bin doch ich allein davon betroffen.
5 Ihr aber spielt euch auf als meine Richter, nehmt meine Leiden als Beweis der Schuld.
6 Seht ihr nicht ein, dass Gott mir Unrecht tut? Mit einem Netz hat er mich eingefangen.
7 Ich schrei um Hilfe, aber niemand hört. Ich will mein Recht, doch keiner steht mir bei.
8 Den Weg sperrt Gott mir ab, ich kann nicht weiter; er lässt mich mitleidslos im Dunkeln tappen.
9 Gott hat mir meinen Wohlstand fortgenommen und meine Ehre in den Schmutz getreten.
10 Ringsum reißt er mich ein wie eine Mauer, wie einen Baum entwurzelt er mein Hoffen, schickt mich hinunter in die Totenwelt.
11 Sein ganzer Zorn ist gegen mich entbrannt, er setzt mir zu, als wäre ich sein Feind.
12 Geschlossen rückt sein Heer zum Angriff vor, rings um mein Zelt errichtet es sein Lager.
13 Gott hält selbst meine Brüder von mir fern, Bekannte tun, als wär ich ihnen fremd.
14 Die Freunde und Verwandten bleiben aus, sie alle haben mich ganz schlicht vergessen.
15 Die Gäste meines Hauses1 und die Mägde behandeln mich wie einen völlig Fremden, als käme ich aus einem fernen Volk.
16 Mein Knecht gibt keine Antwort, wenn ich rufe; um jeden Dienst muss ich ihn lange bitten.
17 Mein Atem ist für meine Frau Gestank und meine Brüder ekeln sich vor mir.
18 Selbst Kinder haben keine Achtung mehr; quäl ich mich hoch, so machen sie sich lustig.
19 Die engsten Freunde zeigen nichts als Abscheu. Ich liebte sie, doch sie befehden mich.
20 Nur Haut und Knochen sind an mir zu sehen und mein Gesicht gleicht einem Totenkopf.2
21 Ihr seid doch meine Freunde! Habt Erbarmen! Was mich zu Boden schlug, war Gottes Hand!
22 Warum verfolgt ihr mich so hart wie er? Habt ihr mich denn noch nicht genug gequält?3
23 Ich wünschte, jemand schriebe alles auf, dass meine Worte festgehalten würden,
24 mit einem Meißel in den Fels gehauen, mit Blei geschwärzt, damit sie ewig bleiben!

... aber er wird mir Recht geben

25 Doch nein, ich weiß, dass Gott, mein Anwalt,4 lebt! Er spricht das letzte Wort hier auf der Erde.
26-27 Jetzt, wo die Haut in Fetzen an mir hängt und ich kein Fleisch mehr auf den Knochen habe, jetzt möchte ich ihn sehn mit meinen Augen, ihn selber will ich sehen, keinen Fremden!5 Mein Herz vergeht in mir vor lauter Sehnsucht!
28 Ihr überlegt, wie ihr mich quälen könnt und in mir selbst den Grund des Übels findet.
29 Doch seht euch vor, dass euch das Schwert nicht trifft; denn solche Schuld verdient die Todesstrafe. Vergesst es nicht, dass Gott der Richter ist.«
1 Gemeint sind Ausländer, die auf Ijobs Schutz angewiesen waren.
2 Der Vers ist nicht sicher zu deuten; wörtlich An Haut und Fleisch klebt mein Gebein und ich wurde an der Haut meiner Zähne kahl.
3 Die Zeile wörtlich und könnt von meinem Fleisch nicht satt werden.
4 Wörtlich Löser.
5 Die traditionelle Übersetzung, die Ijob in den Versen 25-27 seine Hoffnung auf Auferstehung ausdrücken lässt, beruht auf der lateinischen Übersetzung (Vulgata) und hat keine Grundlage im hebräischen Text (vgl. Sacherklärung »«).
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