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Gute Nachricht Bibel

1 so wie auch ich ihm beistand im ersten Regierungsjahr des Mederkönigs Darius.«1

Prophetischer Gang durch die Geschichte: Alexander der Große und sein Ende

2 Der Engel sagte:2 »Jetzt will ich dir mitteilen, was mit Sicherheit künftig geschehen wird. Noch drei Könige werden über Persien regieren; danach kommt ein vierter,3 der reicher sein wird als alle seine Vorgänger. Wenn er durch seinen Reichtum zu großer Macht gelangt ist, wird er sie gegen das Königreich der Griechen aufbieten.
3 Dann wird ein großer Held König von Griechenland4 werden. Er wird mit großer Macht regieren und alle seine Pläne ausführen.
4 Aber kaum hat er sein Ziel erreicht, so bricht sein Reich wieder auseinander und zerfällt in vier Teile, nach den vier Himmelsrichtungen. Keines der Teilreiche erreicht die Macht, die er in seiner Hand vereinigt hatte, und nicht seine Nachkommen herrschen dort, sondern das Erbe fällt anderen zu; sein Königshaus wird vollständig ausgelöscht.

Die Rivalität zwischen Ptolemäer- und Seleuzidenreich

5 Der König des südlichen Reiches wird mächtig sein; aber einer seiner Fürsten wird ihn an Macht übertreffen und im nördlichen Teil5 ein eigenes großes Reich begründen.6
6 Nach einiger Zeit werden die beiden Reiche sich verbünden und zur Besiegelung des Bündnisses wird der König des Südens dem König des Nordens seine Tochter zur Frau geben.7 Aber sie wird ihren Einfluss verlieren und das Bündnis wird keinen Bestand haben. Sie selbst wird sterben müssen und ebenso die beiden, die diese Verbindung gestiftet haben, ihr Vater und ihr Mann.
7 Anstelle ihres Vaters wird einer ihrer Brüder8 König werden. Er wird den König des Nordens angreifen, sein Heer besiegen und seine Hauptstadt erobern und ausplündern.
8 Die Götterbilder samt ihren kostbaren Geräten aus Silber und Gold wird er nach Ägypten mitnehmen, doch sonst nichts gegen den König des Nordens unternehmen. Nach einigen Jahren
9 wird der König des Nordens in das südliche Reich einfallen, aber dann wieder heimkehren.
10 Doch seine Söhne werden sich zum Krieg rüsten und große Truppenmassen zusammenbringen. Einer von ihnen9 wird mit seinem Heer wie eine Sturmflut über den Gegner hereinbrechen und nachdem er seine Truppenmacht noch einmal verstärkt hat, wird er bis vor die befestigte Stadt kommen, die dem Südkönig gehört.
11 Da wird der König des Südens voller Wut gegen den König des Nordens in den Kampf ziehen und ihn trotz seiner Übermacht besiegen.
12 Von den feindlichen Kriegsleuten werden Zehntausende den Tod finden. Dieser Sieg wird den König des Südens stolz und selbstsicher machen; aber er wird seine Überlegenheit nicht halten können.
13 Denn nach einigen Jahren wird der König des Nordens ein noch größeres Heer aufstellen und ihn angreifen.
14 Zu dieser Zeit werden sich viele gegen den König des Südens auflehnen. Sogar aus deinem eigenen Volk werden gewalttätige Leute sich gegen ihn erheben und damit eine Vision erfüllen; aber sie werden scheitern.
15 Der König des Nordens wird gegen eine stark befestigte Stadt anrücken, einen Wall aufschütten und sie belagern. Er wird sie einnehmen; das Heer des Südens wird nicht standhalten können, selbst die Elitetruppen sind nicht stark genug, um ihm zu widerstehen.
16 Der König des Nordens kann tun, was ihm gefällt, weil er nirgends mehr auf Widerstand trifft; er wird auch in das Heilige Land10 eindringen und dort Verwüstungen anrichten.
17 Er wird den Plan fassen, sich mit dem Reich des Südens zu verbünden, um es in seine Gewalt zu bekommen. Zu diesem Zweck wird er dem König des Südens eine seiner Töchter zur Frau geben; aber er wird sein Ziel nicht erreichen.
18 Dann wird er sich den Inseln zuwenden und viele erobern; aber ein fremder Heerführer wird ihm entgegentreten und ihm seinen Übermut austreiben.
19 Darauf wird er die Städte seines eigenen Landes ausplündern müssen und dabei den Untergang finden.11
20 Sein Nachfolger12 wird einen Steuereintreiber in das Heilige Land13 schicken; aber nach kurzer Zeit wird er getötet werden, nicht im Krieg, sondern auf hinterhältige Weise.

Antiochus Epiphanes, der Feind des Gottesvolkes

21 Seinen Platz wird ein niederträchtiger Mensch einnehmen. Er hat keinen Anspruch auf das Königtum, aber er reißt es durch Intrigen an sich.14
22 Alle Heere, die in sein Land einfallen wollen, vernichtet er. Auch ein Oberhaupt des Gottesvolkes15 findet durch ihn den Untergang.16
23 Es hat seine Freundschaft gesucht, aber er hintergeht es, zieht gegen die Heilige Stadt und bringt sie in seine Gewalt, obwohl er nur eine kleine Truppe bei sich hat.
24 Unversehens fällt er in wohlhabende Landstriche ein, raubt sie aus und verteilt die Beute verschwenderisch unter seine Gefolgsleute. Keiner seiner Vorgänger hat je so etwas getan. Seine Pläne richten sich auch gegen die befestigten Städte. Aber das dauert nur eine Zeit lang.
25 Dann nimmt er alle seine Kraft zusammen und zieht mit einem großen Heer gegen den König des Südens,17 der ein noch größeres Heer gegen ihn aufgestellt hat. Der König des Südens hat kein Glück, denn es werden Intrigen gegen ihn gesponnen.
26 Seine eigenen Vertrauten stürzen ihn; sein Heer zerstreut sich und viele finden den Tod.
27 Darauf verhandeln die beiden Könige miteinander, sie sitzen am selben Tisch, aber sie meinen es nicht ehrlich. Ihre Pläne gelingen nicht, weil die Zeit für das Ende noch nicht reif ist.
28 Der König des Nordens kehrt mit reicher Beute in sein Land zurück. Auf dem Weg dorthin aber führt er aus, was er sich gegen das Gottesvolk und seinen Glauben18 vorgenommen hat.
29 Nach einer von Gott bestimmten Zeit zieht er von neuem mit einem Heer gegen das Reich des Südens; aber diesmal wird es nicht so enden wie beim ersten Mal.
30 Von Westen her treffen Schiffe ein und zwingen ihn durch Drohungen zur Umkehr. Darauf lässt er seinen Zorn am Gottesvolk und seinem Glauben aus. Er verbündet sich mit denen im Volk, die ihrem Gott untreu geworden sind,
31 und schickt seine Truppen. Diese werden das Heiligtum19 entweihen, die täglichen Opfer abschaffen und das entsetzliche Scheusal dort aufstellen.
32 Er bringt die Menschen, die es mit dem Bund Gottes und seinem Gesetz nicht ernst nehmen, mit List und Tücke so weit, dass sie ihren Glauben preisgeben; aber die anderen, die ihrem Gott treu sind, bleiben fest und halten sich weiter an Gottes Gesetz.
33 Einsichtige Männer aus dem Volk werden viele auf den rechten Weg weisen. Dafür werden sie eine Zeit lang mit Feuer und Schwert verfolgt; man verhaftet sie und plündert ihren Besitz.
34 Während der Verfolgungszeit erfahren sie von gewisser Seite ein wenig Hilfe,20 aber viele andere schließen sich ihnen nur dem Schein nach an.
35 Auch von ihnen selbst kommen einige zu Fall; denn das Volk Gottes muss geprüft werden, damit es am Ende rein und geläutert dasteht. Und noch ist das Ende nicht da.
36 Der König aber wird schalten und walten, wie er will. Er wird sich einbilden, er sei mächtiger als alle Götter; sogar über den höchsten Gott wird er verächtlich reden. Aber das kann er nur, solange Gott es im Zorn über sein Volk zulässt; denn es geschieht alles genau nach Gottes festem Plan.
37 Dieser König missachtet selbst die Götter,21 die seine Vorfahren verehrten, auch den Lieblingsgott der Frauen22 – jeden Gott ohne Ausnahme verachtet er, über jeden erhebt er sich.
38 Stattdessen verehrt er den Gott der Festungen, den seine Vorfahren noch nicht gekannt haben;23 er wird ihm Gold, Silber, Edelsteine und andere Kostbarkeiten zum Geschenk machen.
39 Mithilfe dieses fremden Gottes wird er starke Festungen zu Fall bringen. Wer seinen Gott verehrt, den überhäuft er mit Ehren und gibt ihm Land und Herrschaft über viele Menschen.
40 Dann aber, wenn das Ende kommt,24 wird der König des Südens ihn angreifen und der König des Nordens wird zurückschlagen mit Streitwagen und Reitern und zahlreichen Schiffen. Er wird nach Süden vordringen, unaufhaltsam wie die Flut.
41 Das Heilige Land bringt er in seine Gewalt und von dessen Bewohnern werden Zehntausende25 umkommen; aber die Edomiter und Moabiter und der Großteil der Ammoniter werden verschont.
42-43 Auch Ägypten kann sich nicht vor seinem Zugriff retten; sein Gold und Silber und alle seine Schätze fallen ihm in die Hand. Selbst Libyen und Äthiopien werden sich ihm unterwerfen.
44 Dann aber hört er, dass Feinde von Osten und Norden in sein Land eingefallen sind, und er wird wutentbrannt umkehren, um sie zu vernichten.
45 Aber wenn er gerade seine prächtigen Zelte zwischen dem Meer und dem Berg Zion26 aufgeschlagen hat, wird ihn das Ende ereilen und niemand kann ihn retten.«
1 Das bezieht sich nach 9,1-2 auf die Befreiung der Verbannten aus der Gewalt der Babylonier. Zu Darius dem Meder siehe .
2 Verdeutlichender Zusatz; ebenso in 12,1. Es spricht immer noch der Mann von 10,5-6.
3 Die folgenden Verse blicken auf das Auftreten Alexanders d.Gr., sein Weltreich und dessen Zerfall.
4 von Griechenland: verdeutlichender Zusatz.
5 im nördlichen Teil: verdeutlichender Zusatz.
6 Damit sind die Reiche der Ptolemäer in Ägypten und der Seleuziden in Syrien und Mesopotamien begründet.
7 Der Seleuzide Antiochus II. heiratete 254 v.Chr. die Tochter Ptolemäus' II.; doch nach seinem Tod verfällt diese der Rache von Antiochus' erster Frau. Etwa gleichzeitig stirbt 246 v.Chr. Ptolemäus II. Dessen Sohn Ptolemäus III. will seine Schwester rächen und erobert Antiochia mit der Hafenstadt Seleuzia (Vers 7).
8 Wörtlich ein Spross aus ihren Wurzeln.
9 Antiochus III. unternahm verschiedene Feldzüge gegen Ägypten; 219 v.Chr. eroberte er die Hafenstadt Seleuzia bei Antiochia (vielleicht die »befestigte Stadt«) zurück, erlitt aber 217 v.Chr. bei Raphia eine empfindliche Niederlage (Vers 11). 200 v.Chr. besiegte er die Ägypter an den Jordanquellen und schloss sie 198 in der Stadt Sidon ein (Verse 13 u. 15). Ein Teil der Juden hatte sich auf seine Seite geschlagen, aber sie wurden nicht dafür belohnt (Vers 14).
10 wörtlich das Land der Zierde; ebenso in Vers 41 (vgl. 8,9).
11 Antiochus III. betrieb eine ausgedehnte Heiratspolitik, wurde aber von den Römern in Kleinasien um 190 v.Chr. in die Schranken gewiesen und fand bei einer Tempelplünderung in Elam 187 v.Chr. den Tod.
12 Seleukus IV. Er schickte Heliodor nach Judäa (vgl. 2Makk 3); später wurde er das Opfer einer Verschwörung.
13 in das ...: wörtlich in den Schmuck des Reiches.
14 Gemeint ist Antiochius IV. Epiphanes; vgl. Anmerkungen zu 7,24.
15 ein Oberhaupt ...: wörtlich ein Fürst des Bundes.
16 Vgl. Anmerkung zu 9,25.
17 Die Verse 25-29 blicken auf zwei Feldzüge gegen Ptolemäus VI.; beim zweiten Mal wird Antiochus durch den römischen Legaten Popilius Laenas zur Umkehr gezwungen (Vers 30). Vgl. 1Makk 1,17-64.
18 seinen Glauben: wörtlich den heiligen Bund; ebenso in Vers 30.
19 Hier folgt noch die Festung, was keinen erkennbaren Sinn ergibt. (Zur späteren Befestigung des Tempelbezirks vgl. 1Makk 4,60.)
20 Der Aufstand der Makkabäer (1Makk 2–4) wird hier sehr zurückhaltend bewertet.
21 Andere Übersetzungsmöglichkeit: den Gott ...
22 Wahrscheinlich Tammus; siehe .
23 Diese Aussage lässt sich nicht sicher deuten.
24 In prophetisch verkürzter Perspektive wird im Folgenden mit dem bevorstehenden Ende der Weltgeschichte gerechnet. Dem Ende geht eine letzte Eskalation von Gewalt und Unrecht voraus, der Gott selbst ein Ende machen wird (Vers 45; vgl. Jes 14,25; Ez 39,4
25 So mit einer alten Übersetzung; H viele.
26 Wörtlich Berg der heiligen Zierde.
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