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Gute Nachricht Bibel

Erneute Vision vom kommenden Strafgericht

1 Noch etwas ließ der Herr, der mächtige Gott, mich sehen: einen Erntekorb voll Obst.
2 Er fragte mich: »Amos, was siehst du?« Ich antwortete: »Einen Korb mit reifem Obst.« Da sagte der Herr: »Ja, reif ist mein Volk – zum Gericht! Ohne Erbarmen will ich alles abernten.
3 Dann werden die Sängerinnen im Königspalast Klagelieder anstimmen. An allen Orten liegen Leichen herum, niemand begräbt sie, überall Totenstille.« Das sagt der Herr, der mächtige Gott.

Gegen Unrecht und Ausbeutung

4 Hört her, ihr Unterdrücker und Ausbeuter! Euer ganzes Tun zielt darauf ab, die Armen im Land zu ruinieren!
5 Ihr sagt: »Wann ist endlich das Neumondfest vorbei, wann ist endlich der Sabbat vorüber? Dann können wir unsere Speicher öffnen und Korn verkaufen, das Getreidemaß kleiner machen und das Gewicht, mit dem wir das Silber zur Bezahlung abwiegen, größer,1 die Waagbalken verstellen
6 und sogar noch den Abfall mit Gewinn loswerden.« Die Armen macht ihr zu euren Sklaven, auch wenn sie euch nur ein Paar Sandalen schulden.
7 Aber der Herr, auf den ihr Nachkommen Jakobs so stolz seid, hat geschworen: »Nie werde ich ihnen diese Untaten verzeihen!«
8 Wen wundert es da, dass die Erde bebt und alle ihre Bewohner erschrecken? Sie hebt und senkt sich wie der Nil in Ägypten.

Der Tag des Gerichts: Gott schweigt

9 »An jenem Tag geht die Sonne am Mittag unter und am helllichten Tag wird es finster«, sagt der Herr, der mächtige Gott.
10 »Ich verwandle eure Freudenfeste in Leichenfeiern; statt fröhliche Lieder zu singen, werdet ihr weinen und klagen. Ihr werdet euch die Köpfe kahl scheren und den Sack um die Hüften binden und so verzweifelt klagen wie beim Tod des einzigen Sohnes. Das Ende dieses Tages wird bitter und trostlos sein!«
11 Weiter sagt der Herr, der mächtige Gott: »Es kommt die Zeit, da werde ich eine Not über das Land kommen lassen, die schlimmer ist als Hunger und Durst: Die Leute werden nicht nach Brot hungern oder nach Wasser lechzen, sondern verzweifelt darauf warten, von mir das rettende Wort zu hören.2
12 Sie werden im Land umherirren, vom Toten Meer bis zum Mittelmeer und vom Norden bis zum Osten. Überall werden sie nach einem Wort des Herrn fragen, aber keines zu hören bekommen.
13 An jenem Tag werden selbst die blühenden jungen Mädchen und die kräftigen jungen Männer verdurstet umsinken.
14 Sie werden fallen und nicht mehr aufstehen – alle, die bei dem abscheulichen Götzen von Samaria3 schwören oder beim Pilgerweg nach Beerscheba oder die sagen: ›So gewiss dein Gott lebt, Dan!‹«
1 Man hatte noch keine geprägten Münzen.
2 Die wörtliche Übersetzung Ich sende einen Hunger und Durst nach dem wort des Herrn klingt positiv: Jetzt endlich will das Volk hören. Aber dazu ist es zu spät! Es gibt nun kein »Wort des Herrn« mehr, keine priesterliche oder prophetische Weisung oder Tröstung (vgl. 1Sam 3,1; 28,6; Spr 1,28; Ps 74,9; Hos 5,6; Mi 3,6-7).
3 Gemeint ist wohl das Stierbild in Bet-El (Hos 8,5-6). Beërscheba im Süden Judas ist ein Wallfahrtsheiligtum (Pilgerweg); Dan siehe 1Kön 12,28-30.
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