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Gute Nachricht Bibel

Das bevorzugte Volk

1 Hört her, ihr Leute von Israel! Ihr seid das Volk, das der Herr aus Ägypten herausgeführt hat. Er lässt euch sagen:
2 »Von allen Völkern der Erde habe ich euch allein ausgewählt. Deshalb wiegt eure Schuld so schwer und ich muss euch dafür zur Rechenschaft ziehen.«

Der Prophet hat keine Wahl

3 Gehen zwei Männer miteinander denselben Weg, wenn sie sich nicht vorher getroffen haben?
4 Brüllt der Löwe im Wald, wenn er kein Beutetier vor sich sieht? Lässt der Junglöwe sein Knurren hören, wenn er kein Opfer in den Krallen hat?
5 Geht der Vogel ins Netz, wenn kein Köder ausgelegt ist? Schnappt die Falle zu, wenn sich nichts darin gefangen hat?
6 Bläst man Alarm in der Stadt und es fährt niemand zusammen? Trifft ein Unglück die Stadt und der Herr hat es nicht geschickt?1
7-8 Der Löwe brüllt – wer fürchtet sich nicht? Der Herr, der mächtige Gott, redet – wer wird da nicht zum Propheten? Der Herr, der mächtige Gott, tut nichts, ohne dass er es zuvor seine Diener, die Propheten, wissen lässt.

Der Untergang Samarias

9 Der Herr sagt: »Lasst vor den Palästen in der Philisterstadt Aschdod und in Ägypten ausrufen: ›Kommt, versammelt euch auf den Bergen rings um die Stadt Samaria und seid Zeugen dafür, wie dort Unterdrückung und Gewalt an der Tagesordnung sind!
10 Ihre Bewohner treten das Recht mit Füßen und häufen in ihren Häusern Schätze auf, die sie mit Raub und Mord an sich gebracht haben.‹
11 Deshalb kündige ich, der mächtige Gott, den Leuten von Samaria an: ›Feinde werden euer Land umzingeln, eure Befestigungen niederreißen und alle eure Häuser ausplündern.
12 Von den Israeliten, die in Samaria wohnen, wird genauso viel übrig bleiben wie von einem Lamm, das ein Löwe verschlingt. So wie ein Hirt gerade noch zwei Schenkelknochen oder einen Zipfel vom Ohr als Beweisstück2 rettet, so werden die feinen Leute ›gerettet‹, die sich in Samaria auf ihren Luxusbetten räkeln.‹«3
13 Der Herr, der Gott und Herrscher der ganzen Welt,4 sagt: »Hört her und verkündet es den Nachkommen Jakobs:
14 ›Der Tag kommt, an dem ich die Leute von Israel für ihre Verbrechen bestrafen werde. Dann zerstöre ich die Altäre des Heiligtums in Bet-El, ihre Hörner werden abgebrochen am Boden liegen.5
15 Ich lasse die prächtigen Häuser in Trümmer sinken, die Sommervillen und die Winterpaläste; die elfenbeingeschmückten und hoch aufgestockten6 Bauten werden dem Erdboden gleichgemacht.‹ Das sage ich, der Herr.«
1 Damit wird eine allgemein anerkannte Überzeugung ausgesprochen. Das Ziel der Fragenkette liegt in der Fortsetzung: Wen Gott zum Propheten beruft, dem bleibt keine Wahl (7,15; vgl. Jer 20,7-9; 1Kor 9,16).
2 als Beweisstück (d.h. zur Rechenschaft für den Herdenbesitzer; vgl. Ex 22,12): verdeutlichender Zusatz.
3 als Beweisstück: verdeutlichender Zusatz (vgl. Ex 22,12); die sich auf ihren Luxusbetten räkeln: wörtlich die am Kopfende einer Couch oder am Fußende einer Damaszenerliege sitzen – Möbelstücke, die damals den Gipfel des Luxus darstellten.
4 Wörtlich Der Herr Herr, Gott Zebaot.
5 Die abgebrochenen Hörner sind ein Bild dafür, dass Israel dem Untergang schutzlos preisgegeben ist: Die Hörner des Altars bieten dem Verfolgten, der sie ergreift, Schutz und werden mit dem sühnenden Opferblut bestrichen.
6 Oder zahlreichen.
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